Wer spielte wie gegen wen?

In unserer Herzchenwertung ist der Dortmunder Stögereffekt zwar zu spüren. Doch gegen die Heerscharen unserer Leser im Breisgau haben sie einfach keine Chance.  

Wie war das Debüt von Peter Stöger?

Einmal durch den Fanshop geschickt, tauchte der neue BVB-Coach mit seiner schwarz-gelben Steppweste und einer 1909-Basecap zu seinem ersten Einsatz in Mainz auf. Noch vor einer Woche hätte man dem Ex-Kölner das als gelungenes Karnevalskostüm ausgelegt, nun ist es seine Arbeitskleidung. Die trägt er erst seit Sonntag, doch die Spieler hatten verstanden. Durchschnittlich sei die erste Halbzeit gewesen, sagte Stöger. Dann griff sein dröger, aber effektiver Fußball. Vier Verteidiger, davor ein defensiver Mittelfeldspieler, noch mal vier Offensive und ein Stürmer: Das wird der neue BVB. Beim 1:0 schossen nach einem Freistoß die beiden Innenverteidiger die Bälle aufs Mainzer Tor. Toprak köpfte an den Pfosten, Sokratis schoss ins Tor. Nun war die Verteidigung zuletzt nicht das Dortmunder Juwel, hier aber waren die beiden zur Stelle.

Danach wechselte Stöger einen Offensiven aus, brachte einen weiteren defensiven Mittelfeldspieler und vermied weiter jedes Risiko. Es sollte bloß nichts schiefgehen. Solche Siege wird es in Dortmund nun häufiger geben. Wer in der Bundesliga einigermaßen sicher steht, kann schon Dritter werden.

Julian Nagelsmann, ab dem Sommer womöglich neuer BVB-Trainer, saß auf der Tribüne. Mit seinen Hoffenheimern spielt er am Wochenende gegen Dortmund. Nagelsmann konnte dabei mit ansehen, dass sogar Shinji Kagawa wieder trifft. Noch am Samstag hatte dieser aus drei Metern das leere Tor verfehlt. Gegen Mainz zeigte Kagawa, dass er es auch aus größerer Entfernung nicht kann – bis Pierre-Emerick Aubameyang ihm den Ball so hingrätschte, dass er nicht mehr ausweichen konnte.

"Ist schon länger her bei mir", sagte Stöger nach seinem ersten Spiel als BVB-Trainer über den Sieg. Genauer: Am 20. Mai in Mainz, 2:0, damals noch mit Köln. Dortmund war seit Ende September sieglos. Die Gruppentherapie des BVB hat begonnen. 

Hat Leipzig mal wieder gewonnen?

Nö. Die Adventskalender in der sächsischen Metropole mögen ja prall gefüllt sein mit Red Bull oder Red Bull Cola oder Red Bull Cranberry. Drei Punkte für den heimischen Fußballclub steckten aber hinter keinem der bisher geöffneten Türchen. Im Dezember bleibt der RB sieglos, die Leipziger verloren gegen Hoffenheim und Beşiktaş Istanbul. Wolfsburg trotzten sie wie einst Mainz immerhin ein Remis ab. Das ist auch die Wolfsburger Spezialdisziplin. Leipzig hingegen wirkt ausgelaugt, was bei diesem Hetzfußball aber auch kein Wunder ist.

Welche war die schönste Videobeweisentscheidung?

Die in Freiburg. 56,2 Sekunden lief das Spiel schon wieder, als Deniz Aytekin doch noch Elfmeter gab. Gladbachs Jannik Vestergaard hatte Nils Petersen gefoult, Aytekin ließ zunächst weiterlaufen. Der Ball war mittlerweile wieder an der anderen Grundlinie und zurück im Mittelfeld. Dann der nachträgliche Pfiff, der aber auch korrekt war. Petersen verwandelte seinen dritten Elfmeter in zwei Tagen. Freiburgs Christian Streich sprang nach dem Abpfiff jeden seiner Spieler so euphorisch an, dass man fast meinen könnte, er hätte unsere Herzchenwertung gesehen.

Was war noch?

Der HSV ist wieder da. Also seine Abwehr. Also die, die man aus den Jahren kennt, in denen die Hamburger am Ende in die Relegation mussten. Zwar wuchtete das griechische Riesenbaby Papadopoulus den HSV früh in Führung. Doch danach waren die Abstände in der Hamburger Abwehr weiter als der Kanal von Korinth. Marius Wolfs Ausgleich zum 1:1 hätte HSV-Torhüter Mathenia halten können, seine Vordermänner ließen den Eintracht-Stürmer aber auch großzügig gewähren. Überhaupt machte Wolf ein starkes Spiel. Auch am 2:1 war er beteiligt, legte klug auf Chandler, der wiederum Gaćinović sah. Das hatte er den Hamburger Verteidigern voraus.

Im Anschluss vergaben die Frankfurter noch weitere Gelegenheiten, sie werden vielleicht auf einem Europapokalplatz überwintern. Konsequent traten sie den Rückzug an, doch Tore schoss der HSV keine mehr. Auch wenn man es Dennis Diekmeier gegönnt hätte. Der Rekordmann hat bald 200 Spiele ohne Tor, erfolgloser ist keiner. Nun traf er, stand aber im Abseits. Er passt eben gut nach Hamburg.