Der ehemalige Nationalspieler Philipp Lahm soll ein halbes Jahr nach dem Ende seiner Profikarriere zum Ehrenspielführer der deutschen Fußballnationalmannschaft ernannt werden. Einen entsprechenden Vorschlag will DFB-Präsident Reinhard Grindel den Delegierten beim außerordentlichen DFB-Bundestag an diesem Freitag in Frankfurt machen.

"Philipp Lahm ist ein herausragender Sportmann, ein überragender Teamplayer und zudem ein sozial engagierter Mensch", sagte Grindel. "Mit der beabsichtigten Ernennung zum Ehrenspielführer sollen nicht zuletzt seine großartigen Leistungen als Kapitän unserer Weltmeisterelf 2014 gewürdigt werden."

Sollten die Funktionäre diese Meinung teilen und dem Antrag des DFB-Präsidenten folgen, wird Lahm Teil eines exklusiven Klubs. Vor ihm wurde erst fünf Nationalspielern diese besondere Ehre zuteil: Fritz Walter, Uwe Seeler, Franz Beckenbauer, Lothar Matthäus und Jürgen Klinsmann.

Die DFB-Auszeichnung reiht sich ein in eine Vielzahl von Würdigungen für Lahm in diesem Jahr. Nachdem der 34-Jährige Ende der vergangenen Saison seine aktive Laufbahn beim FC Bayern mit seinem achten Meistertitel beendet hatte, wurde er unter anderem von den deutschen Sportjournalisten erstmals zum Fußballer des Jahres gekürt.

Der gebürtige Münchner führte das Nationalteam seit der WM 2010 in Südafrika als Kapitän an. Er bestritt 113 Länderspiele, in denen er fünf Tore schoss. Experten halten ihn für den weltweit besten Außenverteidiger der vergangenen zehn Jahre. Im Maracanã-Stadion von Rio de Janeiro krönte er seine Karriere mit dem Weltmeistertitel – nur ein Jahr, nachdem er mit seinem Verein das sogenannte Triple schaffte und mit dem FC Bayern sowohl die Deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal als auch die Champions League gewinnen konnte.

Nachdem Lahms sofortiger Wechsel vom Spieler in eine sportliche Führungsposition seines Vereins nicht zustande kam, genießt der zweifache Familienvater aktuell ein Leben abseits des Fußballs. "Ich habe jetzt einen viel abwechslungsreicheren Alltag als früher, kann mir meine Tage selber einteilen und auch einmal Zeit mit meiner Familie genießen", sagte er jüngst dem Münchner Merkur auch mit Blick auf seine Stiftung und seine Holding. Den Besuch von Fußballstadien hat Lahm zuletzt gemieden. Das könnte sich jetzt wieder ändern: Als Botschafter für die vom DFB angestrebte Ausrichtung der Europameisterschaft 2024 soll er für den deutschen Fußballstandort werben.