Das Team von Bundestrainer Joachim Löw spielt im kommenden Jahr bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland in der Gruppe F gegen Mexiko, Schweden und Südkorea. Das ergab die Auslosung in Moskau. Löw nahm die Gruppengegner mit einem kurzen Lächeln zur Kenntnis. Die befürchteten ganz langen Reisen nach Kaliningrad oder Jekaterinburg bleiben dem viermaligen Titelträger in der Gruppenphase erspart. Die Vorrundenspiele der Deutschen finden in Moskau, Sotschi und Kasan statt.

"Sportlich sehr interessante Gegner. In der Gruppe wollen wir den Grundstein für eine erfolgreiche Titelverteidigung legen. Das ist unser Ziel", sagte Löw.

Die WM beginnt mit dem Eröffnungsspiel der russischen Auswahl im renovierten Luschniki-Stadion am 14. Juni gegen Saudi-Arabien. Russlands Nationalcoach Stanislaw Tschertschessow hat einst beim FC Tirol unter Löw gespielt. Deutschland könnte als erst drittes Team nach Italien 1938 und Brasilien 1962 seinen Titel verteidigen.

Als der russische Fußball-Olympiasieger Nikita Simonjan vor 1.400 Gästen in Moskau Deutschland die Gruppe F zugeordnet hatte, lächelte Löw das erste Mal. Denn schon damit stand fest, dass die DFB-Auswahl auf ihrem angestrebten Weg bis ins Moskauer Endspiel schon im Achtelfinale auf Brasilien treffen könnte.

Lospate Diego Maradona zog für das DFB-Team als ersten Gegner Mexiko (17. Juni um 17 Uhr in Moskau) aus dem Topf. Schweden (23. Juni um 17 Uhr in Sotschi) und Südkorea (27. Juni um 16 Uhr in Kasan) folgten.

Damit ist auch klar: Wahrscheinlich Brasilien, die Schweiz oder Serbien könnten im Achtelfinale auf das DFB-Team warten. Im Viertelfinale könnten England, Polen oder Belgien der Gegner sein. Ein Aufeinandertreffen mit Spanien, Frankreich oder Argentinien gibt es frühestens im Halbfinale.

Russlands Präsident Wladimir Putin eröffnete zusammen mit Fifa-Präsident Gianni Infantino die Auslosung. "Wir tun alles, damit die WM ein echtes Sportfest wird, aber das Wichtigste ist, dass sie die große und freundschaftliche Fußballfamilie stärker vereint", sagte Putin. "Unser Land kann die WM kaum erwarten." Direkt danach verließ er den Saal.

Nach der Auslosung will Löw nun auch die Wahl des Teamquartiers forcieren, eine Entscheidung unmittelbar nach den Losen hatte der Bundestrainer aber ausgeschlossen. Neben Sotschi, wo der DFB beim erfolgreichen Confed-Cup-Auftritt im vergangenen Sommer positive Erfahrungen gesammelt hat, ist weiter ein Basislager im Randgebiet von Moskau eine Option. Eine Entscheidung soll noch in diesem Jahr fallen.

Die übrigen Gruppen im Überblick:

In Gruppe A spielt Gastgeber Russland gegen Ägypten, Uruguay und Saudi-Arabien.

In Gruppe B trifft Europameister Portugal auf Spanien, den Iran und Marokko.

Frankreich spielt in Gruppe C gegen Peru, Dänemark und Australien.

In Gruppe D spielt Argentinien gegen Island, Kroatien und Nigeria.

In Gruppe E treffen die Brasilianer auf die Schweiz, Costa Rica und Serbien.

In Gruppe G spielen Belgien, England, Tunesien und Panama.

In Gruppe H spielen Polen, Senegal, Kolumbien und Japan.