Normale Tabellen sind vielleicht was für gedruckte Zeitungen, ersterzweiterdritter und so weiter, aber das ist natürlich nichts für uns. In der vergangenen Saison visualisierten wir mit einer Tabelle, wie groß die Abstände zwischen den Bayern und dem Rest der Liga wirklich sind, wenn man sie auf einer Skala in Relation setzt. Bessere Tabelle nannten wir sie, sichtbar wurde eine Dreiklassengesellschaft der Bundesliga.

Das Weltgeschehen ist zuletzt rauer, düsterer und ungemütlicher geworden. Es wurde Zeit für mehr Liebe. Seit dem 1. Spieltag der neuen Saison fragen wir Sie: Wen lieben Sie wirklich? Also, welchen Verein. Sie können ihrem Club treu bleiben oder sich bei uns an jedem Spieltag neu verlieben, ein bisschen ist es wie bei Parship. Bei jedem Spiel haben Sie ein Herz für einen der beiden Kontrahenten, also neun pro Spieltag. Insgesamt klickten Sie in dieser Hinrunde 731.934 Mal das Herzchen, das sind mehr als 4.780 pro Spiel.

Unser Sieger: Freiburg

Daraus entsteht unsere Herzchentabelle, die die Liebe (und Häme) der ZEIT-ONLINE-User abbildet. Die absolut meisten Herzchen erhielt zwar der BVB (62.175), gefolgt von Freiburg (58.616) und Leipzig (56.539) und der Effzeh spielt als Sechster auch wieder im Europapokal. Diese Zahlen sind allerdings nur bedingt aussagekräftig. Wer vorne ist, hängt von den Kriterien ab, aus denen man die Tabelle bildet. Oft stimmen User gegen einen Verein, der Gegner sammelt dann Herzen aus Abneigung, nicht aus Liebe. Womöglich führen wir bald das kalte Herz ein, um weder Liebe noch Abneigung, sondern eine gesunde Egal-Haltung auszudrücken.

Für die Tabelle haben wir die Duelle aller 17 Spieltage ausgewertet. Unser Sieger wurde der SC Freiburg. Der SC gewann 16 von 17 Duellen, nur gegen den BVB verlor er. Deutschland liebt die Arbeit von Christian Streich, Freiburgs links-liberalem Rumpelstilzchen. Jedes Jahr integriert er Nachwuchsspieler in die Bundesliga, zwischendurch hält er Reden, die Anton Hofreiter nicht besser hätte schwingen können.

Auch auf Werder Bremen können sich viele unserer Leser einigen. Werder krepelt zwar seit Jahren zwischen Relegation und Reiseplanung für den Europapokal, die Begeisterung aber scheint trotz der Wechseljahre ungebrochen.  

Leipzig fliegen die Herzen zu

Dass Dortmund mit seiner deutschlandweiten Anhängerschaft nur auf Rang drei landet, ist schon fast eine Überraschung. Immerhin, der BVB war an dem Spiel beteiligt, für das es die meisten Herzchen gab: 11.539 Herzen verteilten sich beim Match gegen Leipzig auf beide Clubs. Leipzig gewann nicht nur das Spiel auf dem Rasen (3:2), sondern auch unsere Wertung, und zwar deutlich mit 6.698:4.841. Nach den Ausschreitungen im Vorjahr dürften dort auch einige Friedensherzchen den Leipzigern zugeflogen sein.

Leipzig liegt generell im Trend, landet auf Rang 4. Hat das österreichische Brause-Imperium doch mehr Anhänger, als es Deutschlands Traditionstribünen wahrhaben wollen? Oder sind alle 18 Leipziger Vereinsmitglieder treue ZEIT-ONLINE-Leser und Herzchenverteiler?