Wer spielt wann gegen wen?

Wir wollen wieder Ihre Herzchen. Favorit auf die meisten Liebesbekundungen ist als Bayern-Gegner dieses Mal der SV Werder. Das wird Sie nach dem 0:4 in München sicher freuen.

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Hamburg gegen Köln. Die fußballerischen Versuche dieser beiden Mannschaften sahen in dieser Saison bisher zwar eher so aus:

Doch die DFL hat dieses Duell zurecht als Topspiel angesetzt. Der Vorletzte gegen den Letzten, der Bodensatz der Bundesliga. Der FC gewann auswärts nie in dieser Saison, nun muss er wohl auch noch auf die Flanken Konstantin Rauschs verzichten, der russlanddeutsche Verteidiger geht wohl zu Dynamo Moskau. Und der HSV traf im Schnitt nicht mal ein Mal pro Heimspiel, in manchen Spielen schoss er gar nicht aufs Tor. Hamburg ist zwar gewohnt, in den südlichen Tabellenregionen zu stehen, doch es geht die Furcht um, diesmal wirklich dran zu sein. Zumal der Jüngling Jann-Fiete Arp kränkelt, und zumal Köln zuletzt zweimal siegte und nach monatelanger Endzeitstimmung endlich einen Konkurrenten erblickt, den HSV eben.

Die Trainer wissen, was die Stunde schlägt. Stefan Ruthenbeck sagt: "Die Jungs brennen richtig." Auch Markus Gisdol rühmt den Geist seiner Mannen: "Selbst Spieler, die mit Blessuren noch drei Tage hätten aussetzen sollen, sind zurückgekehrt, trainieren mit Schmerzmitteln." Was das heißt, worauf sie alle einschwören wollen, ist klar: Kampf um die Existenz, Zurwehrsetzung gegen das Abstiegsgespenst. Auf dem Hamburger Dach sitzt es voller Grimm, die Stürme schwelen in seinen Brauen und auf dem Rasen dampft der Schweiß von den Rümpfen. Es ist zwar erst der 19. Spieltag, doch am Samstag geht es um was.

Welches Spiel dürfen Sie mit ruhigem Gewissen verpassen?

Was eine Aufregung um Pierre-Emerick Aubameyang! Der Dortmunder Stürmer scheint keine Lust mehr zu haben, Dortmunder Stürmer zu sein. Er wäre wohl lieber Londoner Stürmer, wohin er mit seinen Federboas, den tonnenschweren Goldketten und der Sportwagenkollektion ohnehin besser passen würde als an den Borsigplatz. Wie ein bockiges Kind versucht er nun, durch Lustlosigkeit einen Wechsel zu provozieren, weswegen der BVB ihn auch nicht mit zum Spiel nach Berlin nimmt. Darüber könnte man sich furchtbar aufregen, der Boulevard tut es auch, aber so ist es nun einmal im Fußball. Fußball ist ein sogenannter Spielermarkt. Besonders Begabte sind stets in der stärkeren Position als die Vereine, weil es so wenige von ihnen gibt. Das war immer so und wird immer so sein. Vereine können noch so sehr auf Disziplin und Zugehörigkeit pochen, wenn's anderswo schöner ist, sind die Kicker weg. Zumal der BVB mit seiner Rumdümpelsaison nicht wirklich sexy für die allerbesten Fußballer ist, der Club ist schlicht zu schlecht für Aubameyang. Und überhaupt: Wenn uns die New York Times für das Büro in Rio haben möchte, sagen wir auch Tschö mit ö.

Wer steht im Blickpunkt?

Leon Balogun. Ein eindrückliches Zeichen, dass etwas schiefläuft, ist stets, wenn nicht die Menschen, die anderen Unrecht angetan haben, sich rechtfertigen müssen, sondern die Opfer selbst. In diesem Fall Leon Balogun, Profi von Mainz 05, der am Wochenende zusammen mit seinem Teamkollegen Anthony Ujha in Hannover rassistisch beleidigt wurde. In einem Video erklärt er sich noch mal und erwähnt nur Selbstverständliches: Nein, dass er natürlich nicht alle Fans verurteilt. Und ja, dass er sich die Sache nicht ausgedacht und genau hingehört hatte. Letzteres, genau hinhören nämlich, sollten in Zeiten, in denen die AfD dafür sorgt, dass bestimmte Dinge wieder sagbar sind, übrigens alle.