Wer spielt wann gegen wen?

Unsere Herzchen sind zurück. Hinrundensieger wurde, je nach Lesart, Freiburg oder Dortmund. Tun Sie etwas dagegen!

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Leverkusen gegen Bayern. Die kürzeste Bundesliga-Winterpause aller Zeiten endet schon am Freitag, weil TV-Verträge neuerdings die Zahl der englischen Wochen auf zwei pro Saison beschränken. Die hat die DFL schon in der Hinrunde verbraten, daher muss sie früher anfangen. Zu Gast ist der Herbstmeister aus München bei dem Team, das zuletzt den am wenigsten schwachen Eindruck des Liga-Rests hinterließ. Man darf gespannt sein, ob Heiko Herrlich an seinen Fallkünsten gearbeitet hat, und könnte eine Ahnung bekommen, ob die Bundesliga in den nächsten Monaten es den Bayern wieder so einfach machen wird wie in der Hinrunde. Bloß, allzu große Rückschlüsse dazu, wie gut sie wirklich sind, sollten sie sich aus den Vergleichen mit deutschen Vereinen nicht erhoffen. Nichts deutet darauf hin, dass der Abschwung des deutschen Clubfußballs bald gebremst wird. Stell Dir vor, es ist Rückrunde und die Bundesliga ist immer noch schlecht.

Spannender als die Frage, wann die Bayern die sechste Meisterschaft in Serie vollziehen, ist die, wer in der neuen Saison ihr Trainer wird. Kommen Tuchel, Nagelsmann, Kovac oder Löw? Oder bleibt gemäß den Wünschen Uli Hoeneß' Jupp Heynckes, obwohl der 72-Jährige sagt, dass er ab Juni zurück in Rente gehen wolle? Er siegte und siegte, führte die Mannschaft von Rang 2 auf 1. Allerdings lag dem Ganzen manch maue Darbietung zugrunde, die Hinrunde endete mit drei mageren 1:0-Siegen gegen Stuttgart, Köln und Frankfurt. Eigentlich kann es angesichts fehlender Konkurrenz kaum einen Zweifel daran geben, dass die Bayern auch mit Carlo Ancelotti Herbstmeister geworden wären – und Meister würden. Das fechten jedoch Fans und Boulevardreporter nicht an, sie drehen vor Komplimenten für Heynckes musizierend Pirouetten.


Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Dortmund gegen Wolfsburg. Im besinnlichen Pokalkick gegen die Bayern kurz vor Weihnachten war es gut zu sehen: Es spielte immer nur eine Mannschaft. Unter Druck zogen sich beide Teams weit zurück. Als hätte es die Phase des modernen "hohen" Verteidigens mit dem Ziel, den Gegner weit vom eigenen Tor zu halten, nicht gegeben. Das ist das Prinzip Darmstadt. Was nicht für die Bayern spricht, aber noch weniger für den BVB. Er ist aus dem Pokal ausgeschieden, aus der Champions League auch und in der Bundesliga Dritter, punktgleich mit dem Sechsten. Der BVB ist mit sich selbst beschäftigt, ein Soziologe reiste mit ins Trainingslager. Pierre-Emerick Aubameyang hat erneut einen seiner Wechselgags gebracht, dieses Mal flirtete er mit China, nur um dann doch abzusagen. Gesprochen wird über andere Dinge. "Wir reden viel übers Verteidigen", sagte Łukasz Piszczek, was angesichts des kopflosen Stils der Hinrunde eine gute Idee zu sein scheint. Die Rückrunde wird zeigen: Wohin führt Peter Stöger den BVB? In hohen Tabellenregionen ist er unerfahren. Ist er überhaupt schwindelfrei? Immerhin, um die Gunst der Leserinnen und Leser von ZEIT ONLINE braucht er sich vorerst nicht zu sorgen. Der Gegner treibt jedem Konkurrenten die Herzen zu.

Wer steht im Blickpunkt?

Die Stürmer. Nach der EM schrieben Experten, Sandro Wagner könne man nur ironisch in die Nationalelf fordern. Diese Prognose hätten wir besser gelassen. Wagner will zur WM und seine Chancen sind so schlecht nicht. Er spielt ab sofort bei den Bayern, als Backup für Robert Lewandowski. Der benötigt angesichts der vielen Spiele Pausen, Wagner wird wohl häufig auflaufen. Gegen Leverkusen am Freitag darf er gleich ran, Lewandowski ist verletzt. Jupp Heynckes brachte auch ein System mit zwei Stürmern ins Spiel.

Ob Wagner das Rennen macht, hängt auch davon ab, wie heftig die Schwaben mit dem Rückkehrer Mario Gómez umgehen. Er ist Wagners Konkurrent und wechselte deshalb von Wolfsburg zurück nach Stuttgart. In Wolfsburg habe es zu viele Schulterklopfer gegeben, sagt Gómez. Nun lässt er sich von der gängigen schwäbischen Pöbelei "Du bisch an segglbleder Seggl!" anspornen. Gómez wird in Stuttgart regelmäßig spielen, der VfB hat seinen Aufstiegsstürmer Simon Terodde als Aufbauhilfe West an die erfolglosen Kölner verkauft. Konservative Rechnungen gehen davon aus, dass Köln acht Siege in der Rückrunde benötigt, um nicht abzusteigen. Falls das nicht klappt, ist es dennoch ein Transfer mit Perspektive. Terodde ist ein herausragender Zweitligatorjäger.