Als Erste genossen die Holländer die Vorzüge der neuen Nations League: Sie waren bei der Auslosung dabei. Noch im Dezember in Moskau bei der Gruppenziehung zur WM 2018 fehlten sie ja. Nun freuen sie sich auf Duelle mit Frankreich und Deutschland, das ergab die Auslosung der Nations League in Lausanne.

In anderen Gruppen treffen unter anderem England und Spanien aufeinander oder Italien und Portugal. Es werden ab September die besten Teams Europas gegeneinander antreten. Ein Geschenk für Liebhaber des guten Fußballs. 

Die Nations League der Uefa ist das neueste Fußballturnier. Es gibt, seitdem sie 2014 zum ersten Mal vorgestellt wurde, viel Kritik an ihr: Sie sei ein weiteres aufgeblähtes Turnier, das niemand braucht. Ein Kommerzturnier der Uefa. Doch trotzdem ist die Nations League eine gute Idee.        

Es ist nicht verwerflich, Geld zu verdienen

Sie wird künftig die Freundschaftsspiele fast vollständig ersetzen und eine eigene Liga mit einem Finale bilden. Im September 2018 geht es los, die erste Finalrunde mit den besten vier Teams findet im Juni 2019 statt. Vorher duellieren sich in vier Ligen mit jeweils vier Gruppen die Besten mit den Besten, die Mittelguten mit den Mittelguten und die Schlechten mit den Schlechten. Gewinner steigen auf, Verlierer ab. Ein Prinzip, das so alt ist wie der Fußball selbst.

Die Kritiker, wie der Bundesligamanager Alexander Rosen aus Hoffenheim, halten der Uefa rein finanzielle Interessen vor. Das stimmt, es wäre töricht, das der Uefa nicht nahezulegen. Doch auch Hoffenheim existiert nicht, um ausschließlich dem Gemeinwohl zu dienen. Es ist nicht verwerflich, Geld verdienen zu wollen.

Bis zu zwei Milliarden Euro wird die neue Liga einspielen, das Geld will die Uefa an die Verbände weiterreichen. Auch die Champions League entstand nach ähnlichem Kalkül. Mittlerweile hat sie sich aber zum exklusiven Zirkel entwickelt, zum Golfclub des Fußballs: Die Reichen bleiben unter sich, die Kleinen kommen kaum mehr ran an die Geldtöpfe.

Die neue Liga der Nationalteams ist hingegen ein Geschenk an die kleineren Nationen in Europa. Man lässt sie in einem Wettbewerb gegeneinander antreten und gibt ihnen die Chance, aufzusteigen. Zudem geht es um richtig was: Alle Sieger einer Staffel spielen um ein EM-Ticket. Also auch die Teams aus der untersten Klasse.

Eine Gruppe der untersten Liga heißt zum Beispiel: Mazedonien, Armenien, Liechtenstein, Gibraltar. Wahrscheinlich wird das Duell Armenien gegen Gibraltar auch jetzt nicht zum Kassenschlager. Doch es ist nicht ausgeschlossen, dass es das entscheidende Duell um den Gruppensieg wird. Dann zieht einer von beiden in die Finalrunde um einen EM-Startplatz. 

Denn das ist die Nations League auch: Teil der EM-Quali. Vier Startplätze für die EM gibt es künftig über die Nations League zu holen, die anderen zwanzig werden über die gewohnte Qualifikation vergeben. In Luxemburg jubelt man über eine der größten Chancen ihres Lebens.