Wofür stehen die Olympischen Ringe?

Der Erfinder der Spiele der Neuzeit, Pierre de Coubertin, wollte für seine Spiele ein kräftiges Symbol haben. Die Ringe in Blau, Schwarz, Gelb, Rot und Grün stehen für die fünf Kontinente der Erde. Dass sie alle miteinander verbunden sind, soll zeigen, dass Athleten, Trainer und Publikum friedlich zusammenkommen.

Wie lange dauert eine Olympiade?

Der Klassiker der weltweit am häufigsten verwechselten Begriffe. Die Olympiade meint die Zeit zwischen den Spielen, also vier Jahre. Seit den ersten Spielen der Neuzeit 1896 hat das Olympische Komitee den 1. Januar des Jahres als Beginn der neuen Olympiade festgelegt. Die aktuelle Winterolympiade läuft also bereits seit dem 1. Januar 2018 und endet am 31. Dezember 2021. Der Begriff der Olympischen Spiele bezeichnet die Zeit zwischen Eröffnungs- und Schlussfeier.

Wer hat die Olympischen Spiele erfunden?

Die ersten Olympischen Spiele der Antike fanden 776 vor Christus statt. Es ist in der vielfältigen griechischen Mythenwelt nicht ganz klar, welcher Heros die Spiele letztlich erfand. Die drei Könige jedenfalls, die um den Ort Olympia auf der griechischen Halbinsel Peloponnes stritten, vereinbarten für die Wettkämpfe eine heilige Waffenruhe, die Ekecheiria. Trotz mehrfacher Verletzungen gilt sie bis heute. Die Spiele der Antike verbanden Sport mit politischen Foren. Politiker wie Bürgerinnen der griechischen Welt kamen alle vier Jahre zusammen und debattierten. Nachdem die Römer die Griechen überfallen hatten, fanden die letzten Spiele der Antike vermutlich 393 nach Christus statt. Die ersten Spiele der Neuzeit fanden 1896 statt. Pierre de Coubertin stellte nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 fest, in welchem schlechten körperlichen Zustand die Soldaten waren. Um nationale Egoismen zu überwinden und zu verhindern, dass sich noch mal Soldaten auf dem Schlachtfeld begegneten, sagte er: Die Jugend der Welt soll sich lieber bei sportlichen Wettkämpfen messen. Beim Kongress in Paris 1894 beschloss man, die ersten Spiele der Neuzeit 1896 am Ursprungsort in Athen auszutragen und das Internationale Olympische Komitee zu gründen. Seitdem wechselt der Ort der Spiele jedes Mal, seit 1994 wechseln sich alle zwei Jahre Sommer- und Winterspiele ab.

Wann waren die letzten Olympischen Spiele in Deutschland?

Ist schon eine Weile her. Die ersten Spiele in Deutschland hätten 1916 stattfinden sollen, fielen jedoch wegen des Krieges aus. 1936 fanden die Sommerspiele in Berlin und die Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen statt. Sie gingen als die Spiele der Nazis und die ersten politisch instrumentalisierten Spiele in die Geschichte ein. 1960 wollte Garmisch-Partenkirchen erneut die Winterspiele ausrichten, scheiterte aber. Die letzten Spiele in Deutschland richtete München 1972 aus. Dort traten auch zum ersten Mal zwei deutsche Teams an, die BRD und die DDR. Überschattet wurden diese vom Attentat auf die israelische Delegation. Danach scheiterten die Bewerbungen von Berchtesgaden (für die Winterspiele 1992), Berlin (2000) und Leipzig (2012). München scheiterte gleich doppelt, einmal am IOC für 2018 und einmal am Bürgerwillen für 2022. Zuletzt lehnte die Einwohnerschaft Hamburgs eine Bewerbung für die Spiele 2024 ab. Es gibt Überlegungen, die Spiele 2032 im Ruhrgebiet auszurichten.

Wie wird eine Sportart olympisch?

Das entscheidet das IOC-Exekutivkomitee. Ausrichterstädte können dem IOC-Komitee Vorschläge für neue Sportarten unterbreiten. Spätestens drei Jahre vor den Spielen muss das geschehen sein. Das Komitee berät und gibt der Vollversammlung eine Empfehlung. Diese stimmt in der Regel zu. 2018 neu dabei sind der Big-Air-Wettbewerb im Snowboarden, der Massenstart im Eisschnelllauf, gemischte Teams im Curling und mehr Teamwettbewerbe im alpinen Sport. Der Parallelslalom im Snowboarden wurde gestrichen.

Wie qualifiziert man sich für Olympia?

Es gibt für deutsche Sportler zwei Hürden zu nehmen: Zum einen hat jeder Spartenverband einen eigenen Modus, seine Startplätze zu vergeben. Der Bob-Weltverband hat zum Beispiel eine Weltrangliste erstellt, in der die Ergebnisse der laufenden Saison bis 14. Januar 2018 einliefen. Die Biathleten haben eine Quotenregel, die sich nach dem Weltcupergebnis der Vorsaison richtet. Deutschland erhielt deshalb bei den Frauen und Männern die maximale Zahl von je sechs Startplätzen.
Die zweite Hürde sind die Normen der deutschen Verbände. Nur die Besten dürfen fahren und das müssen sie in der laufenden Saison bewiesen haben. Wer als Biathlet nach Pyeongchang fahren will, muss in dieser Saison mindestens einmal unter den ersten Acht in einem Weltcuprennen oder zweimal unter den ersten 15 gewesen sein. Fast alle deutschen Verbände vergeben ihre Plätze so. In den Teamwettbewerben Curling und Eishockey kommt man über Qualifikationsturniere zu den Spielen. Im Curling wird dieses Jahr kein deutsches Team dabei sein, im Eishockey nur die Herren.

Weil allen Ländern Quotenplätze zukommen, werden auch Außenseiter bei den Spielen zu sehen sein, die im Weltcup nie starten dürften. In Pyeonchang wird zum Beispiel Cool Runnings Wirklichkeit, ein Damen-Bobteam aus Jamaika steht am Start. Und der 21-jährige Shannon-Ogbani Abeda. Er ist der erste Skifahrer, der für Eritrea antreten wird. 

Was bedeutet Oar bei Olympia?

Das Kürzel OAR steht für "Olympic Athlet of Russia".  Die russischen Athleten dürfen wegen des orchestrierten staatlichen Dopings unter anderem während der Olympischen Spiele 2014 in Sotchi nicht als Team Russland antreten. Ihre Flagge ist daher eine neutrale olympische Flagge. Allerdings hat das IOC zugesichert, dass Russland bei der Abschlussfeier wohl wieder mit eigener Fahne antreten darf.

Wer trägt die deutsche Fahne bei Olympia?

Der Nordische Kombinierer Eric Frenzel. Die Eröffnungsfeier begann am Freitag um 12 Uhr deutscher Zeit. Viele hatten mit der 46-jährigen Eisschnellläuferin Claudia Pechstein gerechnet. Sie ist die erfolgreichste deutschen Winterolympionikin. Pyeongchang werden ihre siebten Spiele. Sie stand neben Frenzel und drei weiteren Sportlern zur Wahl. Auch die Rodlerin Natalie Geisenberger, die Skifahrerin Viktoria Rebensburg und der Eishockeyspieler Christian Ehrhoff kamen infrage. Die Wahl zum Fahnenträger verlief zweigeteilt: Zur Hälfte bestimmten die Athleten und Athletinnen, wer sie am Freitag ins Stadion führen wird. Die andere Hälfte der Stimmen wurden in einem öffentlichen Voting bei verschiedenen Medien vergeben. Die Vorauswahl hatte der DOSB getroffen.  

Auch bei der Schlussfeier wird es einen Fahnenträger geben. Sie oder er wird nach den Leistungen bei den Spielen ausgewählt. 2014 wurde es der Doppelolympiasieger im Rodeln, Felix Loch. 2010 war es Biathletin Magdalena Neuner.

Wo sind Deutsche Favoriten?

Natürlich im Rodeln, dem Autobauen des Wintersports: Das können die Deutschen, Abgasskandale drohen dort auch nicht. Wollen Sie das Deutschlandfähnchen außerdem gehisst lassen, sollten Sie im Biathlon einschalten: Laura Dahlmeier holte bei der Biathlon-WM 2017 fünf Goldmedaillen, bei den Spielen kamen nun schon zwei goldene im Sprint und in der Verfolgung und eine bronzene im Einzel hinzu. Im Skifahren sind Viktoria Rebensburg und der Sieger der Abfahrt in Kitzbühel, Thomas Dreßen, deutsche Medaillenkandidaten. Die Skispringer Richard Freitag und Andreas Wellinger, die Nordischen Kombinierer Johannes Rydzek (vierfacher Weltmeister) und Eric Frenzel (fünfmaliger Gesamtweltcupsieger) gelten ebenfalls als Favoriten. Das war Nerdwissen. Ein Evergreen ist Claudia Pechstein, Deutschlands beste Olympionikin aller Zeiten. Sie könnte bei ihren siebten Spielen erneut Medaillen im Eisschnelllauf holen.

Wer überträgt Olympia 2018?

Auf Eurosport 1 kann man rund um die Uhr Olympia gucken. Über Satellit ist der Kanal frei zu empfangen. ARD und ZDF haben Sublizenzen bekommen und können daher nur Teile der Spiele zeigen. Nachdem die ARD die Eröffnungsfeier übertragen hat, wird die Abschlussfeier im ZDF zu sehen sein.

Wer online guckt, kann die Livestreams von ARD und ZDF kostenlos verfolgen. Das komplette 4.000-stündige Programm kann man im Eurosportplayer schauen, dafür muss man aber zahlen. 

Wie ist die Zeitverschiebung zu Südkorea?

Der Zeitunterschied zwischen Deutschland und Südkorea liegt bei acht Stunden. Bei uns ist es 12 Uhr mittags, in Südkorea 20 Uhr.

Was bekommt ein Olympiasieger?

20.000 Euro. Das zahlt der DOSB den Siegerinnen und Siegern. Silbergewinner erhalten 15.000, für Bronze gibt es 10.000 Euro. Bis zum achten Platz verdient man Geld. Andere Länder, in denen seltener Gold geholt wird, sind spendabler: Bulgaren erhielten für Olympiagold 2014 eine halbe Million Euro. Die deutschen Fußballer hätten für einen EM-Sieg 300.000 Euro bekommen. Medaillen können sich aber später noch rentieren: Eine Medaille ist manchen Sammlern noch Jahre später mehr als Zehntausende Euro wert.

Wer finanziert Olympia?

Die Ausrichterstädte. Als die Spiele nach Südkorea gingen, rechnete das dortige OK noch mit Kosten von sieben bis acht Milliarden Dollar. Realistisch sind mittlerweile mehr als zehn, manche schätzen die Kosten auf 13 Milliarden. Bewerbung, Stadien, Infrastruktur, Sicherheit, Bestech ... pardon: Olympische Spiele sind kein Schnäppchen und werden immer teurer als geplant. Es gibt dazu auch eine Zahl: Forscher aus Oxford berechneten, dass die Kosten der Spiele durchschnittlich 252 Prozent der ursprünglichen Planung überschreiten. Der russische Badeort Sotschi, Austragungsort der Spiele 2014, benötigte mehr als 50 Milliarden Euro. Manche können es sich einfach leisten.

Wie wird der Austragungsort der Olympischen Spiele bestimmt?

Seit der von Thomas Bach angestoßenen Reform Agenda 2020 soll es einfacher sein, sich zu bewerben. Städten, die vom IOC als Kandidatenstadt anerkannt werden wollen, werden nach ersten Gesprächsrunden mit dem IOC vier Kataloge vorgelegt: die Prinzipien des Ausrichtervertrags (44 Seiten), ein Fragebogen (137 Seiten), die technischen Anforderungen (275 Seiten) und der Ablauf  des Prozesses bis zur Entscheidung auf der IOC-Session (52 Seiten). Das IOC besucht die Kandidatenstädte, die stellen sich der Vollversammlung vor, dort wird abgestimmt. Die nächste Wahl findet 2019 über die Winterspiele 2026 statt.

Wo sind die nächsten Olympischen Spiele?

Das IOC folgt seinem Trend, Winterspiele dorthin zu vergeben, wo andere Sommerurlaub machen. Schon Sotschi war eine interessante Wahl, Pyeongchang hat zumindest Berge um sich herum. Ganz anders wird das bei den nächsten Winterspielen sein: Peking. Die Stadt war erst 2008 Gastgeber der Sommerspiele, nur vierzehn Jahre später wird dort gerodelt und Ski gefahren.

Ist Olympia noch zeitgemäß?

Tja. Fragen Sie nach bei den Bürgern von Berlin, Boston, Budapest, Graubünden, Hamburg, München, Oslo oder Rom. Überall dort stimmten die Bürger gegen die Spiele. Oder die Bürgermeister, wie der von Boston, weigerten sich, die Vorverträge mit dem IOC zu unterschreiben, die den Herrn der Ringe bereits erhebliche Garantien zu Lasten der Steuerzahler zusichern sollten. Übrigens, der Chef des Organisationskomitees und der Marketingchef von Rio 2016 wurden im vergangenen Jahr festgenommen: Stimmenkauf.

Kaum einer will sich den Gigantismus der Spiele noch leisten, schon allein deswegen, weil das Spektakel nach gut zwei Wochen vorüber ist. Aus olympischen Wettkampfstätten wurden Bauruinen. Und doch macht es nicht den Eindruck, dass das IOC dazulernt. Pyeongchang wird teurer als geplant, statt acht Milliarden wird es deutlich zweistellig. Und in Tokio 2020 wird es fünf weitere Sportarten geben, die Spiele werden also noch weiter aufgebläht. Erstmals musste das IOC den beiden Ausrichtern Paris (2024) und Los Angeles (2028) Geld zahlen, damit sie die Spiele übernehmen. Das IOC steckt in einer schweren Krise.


Damit genügend Daten vorhanden sind, hat das Team von Google Trends uns die Fragen zu den Olympischen Spielen und den Winterspielen der vergangenen zehn Jahre in Deutschland zusammengetragen.