Das nordrhein-westfälische Innenministerium warnt seine Mitarbeiter vor einer Ausspähung sensibler Daten, sollten sie im Sommer zur Fußballweltmeisterschaft nach Russland reisen. Das berichtet die Welt unter Berufung auf ein dreiseitiges Schreiben mit Sicherheits- und Reisehinweisen. Demnach heißt es darin: "Es wird darauf hingewiesen, dass auch private IT Ziel einer Ausspähung sein kann." Es werde daher empfohlen, auf die Mitnahme privater IT-Geräte und Smartphones zu verzichten. Die Fußball-WM findet vom 14. Juni bis 15. Juli statt.

Das NRW-Innenministerium weist auch darauf hin, dass ausländische Gäste für die visafreie Einreise eine sogenannte Fan ID benötigten, die sie online beantragen müssten. "Der Zuschauer muss damit seine personenbezogenen Daten dem Ministerium für Kommunikation und Medien der Russischen Föderation zur Verfügung stellen", teilte das Ministerium mit.

Dabei müssen Antragsteller dem Bericht zufolge neben Angaben zum Namen, Geburtsnamen und Geschlecht auch Einzelheiten zum Personaldokument (Art des Dokuments, Nummer, ausstellende Behörde und Ausstellungsdatum), zur Eintrittskartennummer und zur Bestellnummer sowie die Mobiltelefonnummer, die E-Mailadresse und die Zustelladresse angeben. Die Daten würden durch das russische Ministerium für Kommunikation und Medien verarbeitet und "zum Zwecke der Überprüfung durch eine zum Sicherheitsbereich gehörende föderale Exekutivbehörde" weitergegeben, heißt es in dem Bericht.

Das NRW-Innenministerium wolle mit der Empfehlung Risiken für das eigene Haus minimieren. "Es wird zudem noch einmal explizit darauf hingewiesen, dass für die Beantragung der Fan ID, die Nutzung von dienstlichen Mailadressen, dienstlichen Mobilfunknummern oder die Angabe der Dienstanschrift als Zustelladresse untersagt ist", heißt es in den Sicherheitshinweisen.