Sebastian Deisler bei "stern tv" Auftritt eines Frühverbitterten
Zum ersten Mal seit fast drei Jahren ist Sebastian Deisler im Fernsehen aufgetreten. Noch immer wirkt er schwermütig und gepeinigt.
© Sandra Behne/Bongarts/Getty Images

Alles Leichte ist ihm entwichen: Sebastian Deisler, hier bei seiner Abschiedspressekonferenz im Januar 2007
stern tv wird zur Couch für Fußballgestrandete. Nachdem im Mai Deutschlands WM-Held Jürgen Klinsmann seine Entlassung in München mit Günther Jauch aufarbeitete, sprach dort am Mittwochabend der Ex-Profi Sebastian Deisler, 29, über seine Wunden, die ihm das Sportbusiness zugefügt hat.
Im Zentrum des fünfzehnminütigen Dialogs stand sein Wechsel von Berlin nach München im Jahr 2002. Auf Wunsch seines damaligen Klubs Hertha BSC und dessen Manager Dieter Hoeneß habe Deisler der Öffentlichkeit den anstehenden Transfer verheimlicht. Nachdem dies durch eine Indiskretion einer Bank bekannt wurde, habe der Verein Deisler "im Regen stehen lassen". Deisler beharrte auf Hoeneß' Mitschuld: "Es sind üble Dinge passiert. Ich war der Verräter, der alle belogen hat." Deisler wurde von Berliner Fans geschmäht, vom Boulevard als Abzocker abgestempelt, er soll sogar Morddrohungen erhalten haben. "Daran", sagte er, "hab' ich lange zu knabbern gehabt."
Es wurde deutlich: Die Geschichte, die acht Jahre zurückliegt, schmerzt Deisler noch immer sehr. Auch die knapp drei Jahre Abstand, die zwischen seinem Ausstieg aus dem Fußball und heute liegen, haben nicht genügt, um ihn Distanz gewinnen zu lassen. Gestern sah man einen Gebrochenen, einen Wütenden, einen Unversöhnlichen, dessen Tatkraft nicht optimistisch klingt, sondern verbittert: "Ich hatte sieben Knieoperationen und bin immer wieder aufgestanden. Ich werde auch jetzt wiederkommen." Deisler sagte auch: "Ich bin noch nicht so weit."
Zu seinen Perspektiven befragt, entgegnete er Jauch, er habe "noch keinen Plan", könne sich aber vorstellen, im Jugendfußball aktiv zu werden: "Ich möchte Kindern den Spaß am Spiel vermitteln." So sehr ihm das zu wünschen ist – den Eindruck, dass er dazu in der Lage ist, hinterließ er gestern nicht. Aus Deisler, dem Hoch- und Frühbegabten, ist alles Leichte und Spielerische entwichen.
Vor dem Hintergrund dieses erschreckenden Auftritts und den offenen Aussagen im ZEIT-Interview aus der vergangenen Woche verblasst die Frage danach, ob Deisler tatsächlich nur Opfer ist. Ein Opfer des Leistungsdrucks und der Boulevardisierung im Fußball sicher. Noch mehr ein Opfer seiner Depression, einer oft genetisch bedingten Krankheit. Doch eines hätte auch dem damals 21-Jährigen klar sein können: Der 20-Millionen-Mark-Scheck der Bayern, der den Transfer in Gang gesetzt hatte, musste bei Hertha-Fans Unmut auslösen.
An diesem Donnerstag erscheint Zurück ins Leben, das Buch, in dem der Journalist Michael Rosentritt (Tagesspiegel) Deislers Leiden notiert hat. Deisler schießt schon lange keine seiner phänomenalen Tore, Pässe und Flanken mehr; seine Geschichte wird den deutschen Fußball begleiten und ein dunkles Kapitel bleiben.
- Datum 17.11.2009 - 13:25 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Menschlich ist diese Geschichte sehr traurig.
Heute würde keiner von Ballack reden, wenn Deisler noch aktiv und frei von Verletzungen wäre.
Deisler versteht - wie die meisten von uns - das Leben nicht. Er sucht etwas, was er hat, wozu er aber den Zugang nicht findet: den SINN des Lebens, der sich aus einem lebendigen Umgang MIT den eigenen Kräften und Talenten ergibt. Mit diesem lebendigen Umgang kommen wir auf die Welt und werden dann durch eine ErZIEHung, die de facto das gerade Gegenteil, nämlich ErDRÜCKung ist, umgepolt. Je mehr wir - dermaßen fehlprogrammiert - unser Leben verwirklichen wollen, desto mehr verwirken wir es. Der Unterschied ist marginal, im Detail sitzt der Teufel. Aus der Perspektive des Ich-kann-Schule-Lehrers sage ich: Die Lösung ist nicht durch Kraftaufwand möglich sondern durch Genauigkeit.
Ich grüße freundlich.
franz Josef Neffe
Hier eine andere Möglichkeit als eine Depression:
Eigentlich ist es unerklärlich, wie eine Depression diagnostiziert werden kann, wenn die Ärzte diese offensichtlich nicht richtig in den Griff bekommen.
Im Zweifel müsste der heiße Kandidat eigentlich CFS/ME sein, der eine körperliche Erkrankung ist und durch Stress lediglich verstärkt wird.
Mit seiner Verzweiflung und Verständnislosigkeit klingt alles eher nach einen CFS/ME Fall als nach einer Depression.
Und neue Hinweise auf das XMRV Virus bei CFS liefert weitere Hinweise darauf.
http://www.wpinstitute.or...
http://www.naturheilpraxi...
Deutschland hinkt bei CFS/ME angeblich 8 Jahre hinter den USA her, weil die Ärzte hier Angst haben müssen, nicht ernst genommen zu werden, wenn sie CFS diagnostizieren.
Das sieht mir eher nach Sebastian Deisler aus:
http://www.fatigatio.de/i...
Wäre natürlich extrem, wenn ein ansteckendes Virus in der Bundesliga kursieren sollte ...
Hier eine andere Möglichkeit als eine Depression:
Eigentlich ist es unerklärlich, wie eine Depression diagnostiziert werden kann, wenn die Ärzte diese offensichtlich nicht richtig in den Griff bekommen.
Im Zweifel müsste der heiße Kandidat eigentlich CFS/ME sein, der eine körperliche Erkrankung ist und durch Stress lediglich verstärkt wird.
Mit seiner Verzweiflung und Verständnislosigkeit klingt alles eher nach einen CFS/ME Fall als nach einer Depression.
Und neue Hinweise auf das XMRV Virus bei CFS liefert weitere Hinweise darauf.
http://www.wpinstitute.or...
http://www.naturheilpraxi...
Deutschland hinkt bei CFS/ME angeblich 8 Jahre hinter den USA her, weil die Ärzte hier Angst haben müssen, nicht ernst genommen zu werden, wenn sie CFS diagnostizieren.
Das sieht mir eher nach Sebastian Deisler aus:
http://www.fatigatio.de/i...
Wäre natürlich extrem, wenn ein ansteckendes Virus in der Bundesliga kursieren sollte ...
Ich finde Ihren Artikel zu Sebastian Deislers Fernsehauftritt bei Stern TV geschmacklos. Die Überschrift "Auftritt eines Frühverbitterten" oder Begriffe wie "Fußballgestrandeter" kurbeln eine problematische Bewertungsmaschinerie an. Sie machen Aussagen über den Privatmensch S. Deisler, die Ihnen meines Erachtens in dieser Form nicht zustehen.
Meiner Meinung nach hat Sebastian Deisler mehr Respekt dafür verdient, dass er so offen und ehrlich über seine Probleme spricht. Aber in diesem Artikel, wie auch in dem Interview, hat man ständig das Gefühl, dass er als Jammerlappen dargestellt wird und sich "mal nicht so anstellen soll". Ein ehrlicher Mensch wurde (der Wechsel nach Bayern) als Lügner dargestellt und kann sich nicht einmal dagegen wehren und das in der ganzen Öffentlichkeit! Daran würde so ziemlich jeder in irgendeiner Form zerbrechen! Aber anstatt dass sich ein Dieter Hoeneß oder auch einmal ein Franz Beckenbauer dafür rechtfertigen müssen, was sie anderen Menschen mit ihren Taten oder Aussagen antun, wird hier weiter an Herrn Deisler rumgemäkelt.
Er galt als Genie unter den Spitzenfußballern Deutschlands. Man sagte
ihm nach, er könnte mal so ein Großer werden wie Kaiser Franz. Doch
aus alledem ist nichts geworden. Immer wieder wurde Deisler am Knie
operiert -insgesamt sieben Mal- und ob das nicht genug wäre, erkrank-
te er an einer schweren Depression. In ihrem Artikel aber, bezeichnen
sie Deisler als einen "Frühverbitterten", so als wäre er an seinem
Krank sein selber schuld. Hätte er denn, nach all den Operationen am
Knie noch weiter spielen sollen, bis er ein Krüppel geworden wäre?
Und wissen sie bei der " Zeit" nicht, das Depressionen auch Jahre an-
halten können? Sie schieben in ihrem Artikel latent den schwarzen
Peter Sebastian Deisler zu, der an seinen Krankheiten selber schuld ist. Das ist schlechter Journalismus, das ihr sonst so seriöses Blatt nicht verdient hat.
Wo wird hier an Sebastian Deisler rumgemäkelt? Wo wird in dem Interview an ihm rumgemäkelt? Mir geht es weder um Vorwurf noch um Urteil seines Handelns. Mir geht es um Beschreiben. Und ich sah einen verbitterten Menschen. Das ist doch nicht zu bestreiten. Das sagt er ja selbst. Ich kann Ihre Kritik nicht im Ansatz verstehen, Frau Zaragoza und huhnpopuhn. Und ich schiebe auch keinen Peter, Ralf127.
Verbittert hat was von selber Schuldig sein.
Die Depression aber ist eine sehr ernste Krankheit und deswegen sollte man gerade bei solchen empfindlichen Menschen besondere Rücksicht nehmen.
Es gibt genug Beispiele wo die Bild Zeitung Leute falsch unsensibel darstellte und diese dann selbstmord begingen.
Im Stress eines Journalisten kann sowas vorkommen aber man kann sich auch korrigieren. Das ist keine Schwäche sondern wäre Stärke.
mfg
Verbittert hat was von selber Schuldig sein.
Die Depression aber ist eine sehr ernste Krankheit und deswegen sollte man gerade bei solchen empfindlichen Menschen besondere Rücksicht nehmen.
Es gibt genug Beispiele wo die Bild Zeitung Leute falsch unsensibel darstellte und diese dann selbstmord begingen.
Im Stress eines Journalisten kann sowas vorkommen aber man kann sich auch korrigieren. Das ist keine Schwäche sondern wäre Stärke.
mfg
schade, dass herr fritsch diesen elfer nicht verwandeln wollte oder konnte, aber schlimm ist eigentlich, dass er keine bereitschaft zeigt in überhaupt schiessen zu wollen. die kurze rechtfertigung seiner zeilen ist peinlicher als der artikel selbst, wer intelligente und wohlgemeinte kommentare bezüglich eines sensiblen themas mit den worten kontert: "ich kann die kritik nicht einmal im ansatz verstehen", der hat wahrlich nichts verstanden. vielleicht hat aber auch die zeit mittlerweile eine andere zielgruppe im visir.
Der Unterschied Ihrer Zeitung zur BILD wird immer mehr zur Einbildung..
So dürfen sich Ihre Leser als "was besseres" vorkommen...
In Wirklichkeit ist es der selbe Dreck in D-Moll...
Wenn es eines Beweises bedurft hätte...dieser Artikel ist es...
[gekürzt. Bitte bleiben Sie in Ihrer Kritik sachlich und fair. Danke. Die Redaktion/ew]
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