Europa League Nur der Hamburger SV mit Grund zum Feiern

Sieg für den HSV, Pleite für Hertha BSC, später Dämpfer für Werder Bremen: Mit gemischten Gefühlen beendet das Bundesliga-Trio den dritten Spieltag der Europa League.

Mann des Abends: Marcus Berg schießt seinen Hamburger SV zum Sieg gegen Celtic Glasgow

Mann des Abends: Marcus Berg schießt seinen Hamburger SV zum Sieg gegen Celtic Glasgow

Die drei deutschen Mannschaften können beim dritten Europa-League-Spieltag eine gemischte Bilanz ziehen. Einzig der HSV konnte am Donnerstagabend jubeln: Die Hamburger gewannen dank eines Treffers von Marcus Berg mit 1:0 bei Celtic Glasgow und steuern weiter Kurs Richtung Zwischenrunde. Nordrivale Bremen war ebenfalls dem Sieg nahe, verspielte aber in der Schlussphase eine von Claudio Pizarro herausgeschossene 2:0-Führung und musste sich mit einem 2:2 bei Austria Wien begnügen. Noch bitterer verlief der Abend für Bundesliga-Schlusslicht Berlin, das zu Hause mit 0:1 gegen den niederländischen Fußball-Erstligisten SC Heerenveen verlor.

Der Hamburger Marcus Berg hat dem ansonsten harmlos spielenden HSV eine Nullnummer erspart und das Tor zur Zwischenrunde der Europa League weit aufgestoßen. Der Neun-Millionen-Mann aus Schweden erzielte in der 63. Minute das Tor des Abends. Mit seinem 5. Europacup-Treffer sorgte er vor 45.000 Zuschauern dafür, dass der Bundesliga-Zweite in der Gruppe C mit sechs Zählern hinter dem punktgleichen Tel Aviv Zweiter ist und am Sonntag mit neuem Selbstvertrauen zum Liga-Schlager gegen Schalke 04 fahren kann.

"Wir haben unheimliche Geschlossenheit bewiesen und verdient gewonnen", sagte Bruno Labbadia. Vor allem für den oft gescholtenen Berg freute sich der HSV-Trainer: "Er war im Tief nach der EM und sollte eigentlich im Windschatten von Guerrero und Petric aufgebaut werden. Das ist nun anders gekommen wegen der Verletzungen. Er hat hervorragend gespielt und ein typisches Tor gemacht."

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Die Bremer dagegen konnten mit ihrem Auftritt beim österreichischen Tabellenzweiten aber auch nicht ganz zufrieden sein. "Das ist sehr, sehr ärgerlich. Wir haben ein Spiel aus der Hand gegeben, das wir eigentlich schon klar gewonnen hatten", schimpfte Manager Klaus Allofs. Nach einem Doppelpack von Torjäger Pizarro  in der 19. und 63. Minute lag der UEFA-Cup-Finalist der Vorsaison klar auf Siegkurs. Doch die Wiener bestraften mit den zwei späten Treffern von Emin Sulimani (73.) und Schumacher (87.) die Bremer Nachlässigkeiten. "In den letzten Spielen haben wir von der ersten bis zur letzten Minute gekämpft. Ich weiß nicht, warum diesmal nicht", sagte der enttäuschte Torhüter Tim Wiese.

Von solch "Luxus-Problemen" der Bremer können die Berliner, bei denen Patrick Ebert in der Nachspielzeit noch die gelb-rote Karte sah, nur träumen. Auch im dritten Europa-League-Spiel verpasste das Team von Trainer Friedhelm Funkel den ersten "Dreier" und ist mit nur einem Zähler Gruppenletzter. Vor der bescheidenen Kulisse von 13.134 Zuschauern traf Hernan Losada in der 36. Minute für den ebenfalls nicht überzeugenden niederländischen Pokalsieger Heerenveen.

Mit dem zehnten sieglosen Pflichtspiel in Serie ging das Berliner Trauerspiel weiter. Nun droht dem Hauptstadt-Club schon im kommenden Gruppenspiel das Aus: Sollte die Hertha am 5. November auch das Rückspiel in den Niederlanden verlieren, könnte das Kapitel Europa League schon frühzeitig zu Ende sein. "Heute war die Einstellung größtenteils wieder da, aber wir haben das Tor wieder aus dem Nichts bekommen. Größtenteils ist es eine Kopfsache", sagte Kapitän Arne Friedrich.

 
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