Hertha BSC Berlin Hoeneß winkt und wirkt
Hertha BSC fehlt nicht Dieter Hoeneß, Hertha BSC fehlt Geld. Der Ex-Manager hat einen Schuldenberg hinterlassen. Michael Rosentritt über die Berliner Zukunftslosigkeit
© Matthias Kern/Bongarts/Getty Images

Hat Hertha BSC Berlin und Michael Preetz ein Vermächtnis in tief roten Zahlen hinterlassen: Dieter Hoeneß
Hertha BSC hat den Abgang von Dieter Hoeneß nicht verkraftet. Diesen Satz hat Lucien Favre neulich gesagt und vermutlich war es ein Satz, den er nicht so gemeint hat. Dennoch dürfte er mit ihm auf den Punkt getroffen haben wie mit keinem seiner anderen Sätze, die er gesagt hat, als er noch Trainer des Berliner Fußballklubs war. Es ist richtig, der Verein hat Hoeneß’ Abgang nicht verkraftet. Aber es sind nicht dessen Brandreden, die fehlen. Die hält jetzt eben wie nach der Niederlage in Nürnberg Michael Preetz, sein Nachfolger. Nein, Hoeneß hat dem Verein ein Vermächtnis in Zahlen, in tief roten Zahlen hinterlassen, wie es nicht mal der rot-rote Senat fertig bringt.
Im WM-Jahr hatte Hertha 55 Millionen Euro Schulden. Auch weil Hoeneß wahnsinnig viel Geld mit wahnwitzigen Transfers vernichtet hatte. Das eigentliche Problem war, dass Hertha dieses Geld noch gar nicht eingenommen hatte. Hertha hatte sich unter Hoeneß finanzieller Instrumente wie "Signing fees" und "Sale-and-lease-back-Geschäfte" bedient, die zwar legal sind, aber eben auch gefährlich. Hertha ließ sich Geld auf einen Schlag auszahlen, das erst Jahre später eingenommen werden würde – Hertha verkaufte einen Teil seiner Zukunft.
Heute sind es etwa 35 Millionen Euro, die Hertha drücken, die den Handlungsspielraum bis auf Transfers wie den ideenlosen von Artur Wichniarek einengen, der schon einmal in Berlin versagt hatte. Zu verwalten hat die Zukunftslosigkeit heute unter anderem auch Präsident Werner Gegenbauer, der sich in der Hoeneß-Ära als Aufsichtsratsvorsitzender eine gewisse Teilschuld erworben hat. Er hat damals die Ausgaben durch Abnicken mitgetragen. Ihn haben die Hertha-Mitglieder zum Präsidenten gewählt. Nein, Hertha ist heute schon weiter als es die Tabelle ausdrückt – das allerdings anders als gemeint.
- Datum 19.10.2009 - 12:14 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
- Kommentare 5
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:









Dass ein Verein, der letztes Jahr noch um Haaresbreite an der CL vorbeigesegelt ist, dieses Jahr (schon fast hoffnungslos) auf Platz 18 mit gerade mal 3 Punkten logiert, ist eigentlich unverständlich.
Natürlich sind die Abgänge von Simunic, Pantelic und Voronin nicht adäquat ersetzt worden. Und natürlich hatte Hertha in der letzten Saison einen Lauf, der nicht selten auch zu sehr knappen und glücklichen Siegen geführt hat. Aber 3 Punkte nach 9 Spielen von einer Mannschaft, die eigentlich nur zwei Leute auf dem Transfermarkt verloren hat (Pantelic hat ja in der Rückrunde kaum noch gespielt)? Da ist die monokausale Hoeneß-Erklärung wohl etwas zu kurz gesprungen.
Das heißt natürlich nicht, dass die Favresche Behauptung, dass Hoeness an allen Ecken und Enden fehlt, richtig ist.
Hoeneß Handeln ist durchaus kausal für Herthas Lage. Die Situation, die im Artikel angesprochen wird ist die finanzielle von Hertha. Und diese hat in erster Linie der Manager zu vertreten - im jetzigen Moment bei Hertha aber der Ex-Manager Hoeneß. Hoeneß hat mit seinem Geschäften auf Risiko gesetzt und ist damit auf die Nase geflogen... dass Konzept ist so nicht aufgegangen. Wenn man betrachtet, dass Hertha 2006 noch 55 Millionen Schulden hatte und es heute nur noch ca. 35 sind dann ist man geneigt zu sagen, dass die Leute gar nicht so schlecht gearbeitet haben. Aber bei Lichte betrachtet muss man konstatieren, dass nicht so viel mehr verdient wurde sondern an den notwendigen Investitionen gespart wurde. Im Grunde hat man den Betrieb durch die fehlenden Investiotionen kaputt geschrumpft, die Investition für Voronin und Simunic .. oder wenigstens adäquaten Ersatz stecken nun in den "ersparten" 20 Millionnen.
Im Grunde ist es wie bei der Berliner S-Bahn, für die alten Züge wurden die Investitionen eingespart und für neue ist auch kein Geld da , was dabei heraus kommt erleben wir Tag täglich in Berlin.
Um ein "ordentliches" Bilanzergebnis einzufahren mögen diese Mittel geeignet sein - langfristig verliert ein Bahnunternehmen dadurch aber sein Arbeitskapital und das Vertrauen der Fahrgäste, ein Bundesligaklub verliert seine Erstligatauglichkeit und spätestens dann auch den Zuspruch der Fans.
Schlussendlich ist es vollkommen egal, wie die finanzielle Situation bei Hertha ausschaut, wenn der Verein nicht klang- und sanglos in der Versenkung verschwinden will (35 Millioen Schulden werden wohl in der 2. ... 3. Liga nicht mehr auszubügeln sein) müssen sich die Spieler endlich ein Herz fassen und das Ruder rumreißen. Es ist auch die Chance jedes einzelnen, Können zu beweisen, Geld schießt keine Tore!
Leonaut112
Hoeneß Handeln ist durchaus kausal für Herthas Lage. Die Situation, die im Artikel angesprochen wird ist die finanzielle von Hertha. Und diese hat in erster Linie der Manager zu vertreten - im jetzigen Moment bei Hertha aber der Ex-Manager Hoeneß. Hoeneß hat mit seinem Geschäften auf Risiko gesetzt und ist damit auf die Nase geflogen... dass Konzept ist so nicht aufgegangen. Wenn man betrachtet, dass Hertha 2006 noch 55 Millionen Schulden hatte und es heute nur noch ca. 35 sind dann ist man geneigt zu sagen, dass die Leute gar nicht so schlecht gearbeitet haben. Aber bei Lichte betrachtet muss man konstatieren, dass nicht so viel mehr verdient wurde sondern an den notwendigen Investitionen gespart wurde. Im Grunde hat man den Betrieb durch die fehlenden Investiotionen kaputt geschrumpft, die Investition für Voronin und Simunic .. oder wenigstens adäquaten Ersatz stecken nun in den "ersparten" 20 Millionnen.
Im Grunde ist es wie bei der Berliner S-Bahn, für die alten Züge wurden die Investitionen eingespart und für neue ist auch kein Geld da , was dabei heraus kommt erleben wir Tag täglich in Berlin.
Um ein "ordentliches" Bilanzergebnis einzufahren mögen diese Mittel geeignet sein - langfristig verliert ein Bahnunternehmen dadurch aber sein Arbeitskapital und das Vertrauen der Fahrgäste, ein Bundesligaklub verliert seine Erstligatauglichkeit und spätestens dann auch den Zuspruch der Fans.
Schlussendlich ist es vollkommen egal, wie die finanzielle Situation bei Hertha ausschaut, wenn der Verein nicht klang- und sanglos in der Versenkung verschwinden will (35 Millioen Schulden werden wohl in der 2. ... 3. Liga nicht mehr auszubügeln sein) müssen sich die Spieler endlich ein Herz fassen und das Ruder rumreißen. Es ist auch die Chance jedes einzelnen, Können zu beweisen, Geld schießt keine Tore!
Leonaut112
Im Sinne einer Versachlichung ist es notwendig, die faktische (apokalyptisch anmutende) Gesamtsituatuion von Hertha BSC ungeschminkt herauszuarbeiten und dabei zuerst unmissverständlich zu ermitteln, ob Hertha BSC überhaupt noch eigenständig überlebensfähig ist bzw. wann und unter welchen Umständen der Zeitpunkt da ist zu dem es heißt: "Nichts geht mehr - Rien ne va plus"!
Ist dieser Zeitpunkt bereits erreicht oder aber wird es absehbar zu diesem kommen ist die Situation leider schlicht und ergreifend so, dass sofortige, die weitere Existenz von Hertha BSC ermöglichende Maßnahmen von Nöten sind. Dazu ist es jetzt (JETZT!) erforderlich, dass alle Fakten auf den Tisch kommen und alle Kalkulationen in einer Gesamtbetrachtung übersehen werden!
Am 30. November bei der Mitgliederversammlung sollten den Mitgliedern von Hertha BSC bereits "lebensrettende Maßnahmen" zur Abstimmung vorgelegt und ehrlich und uncoloriert die Gründe für die Schieflage offenbart werden.
Die eigentliche faktische Schieflage ist aber sicher nicht erst am 30. November präsentierbar - dann ist es zu spät. Wenn erst dann ein "wir arbeiten fieberhaft an einer Lösung" kommt, wird Hertha BSC nach meiner Befürchtung die Saison nicht aus eigener Kraft beenden.
Das Präsidium des e.V. und die Geschäftsführung der KGaA sollten jetzt unmissverständlich zu dieser umfassenden Darstellung aufgefordert werden - durch die Medien.
Unbenommen bleibt, ob nicht die DFL-Nachprüfung schon klareres ergibt ... .
Hoeneß Handeln ist durchaus kausal für Herthas Lage. Die Situation, die im Artikel angesprochen wird ist die finanzielle von Hertha. Und diese hat in erster Linie der Manager zu vertreten - im jetzigen Moment bei Hertha aber der Ex-Manager Hoeneß. Hoeneß hat mit seinem Geschäften auf Risiko gesetzt und ist damit auf die Nase geflogen... dass Konzept ist so nicht aufgegangen. Wenn man betrachtet, dass Hertha 2006 noch 55 Millionen Schulden hatte und es heute nur noch ca. 35 sind dann ist man geneigt zu sagen, dass die Leute gar nicht so schlecht gearbeitet haben. Aber bei Lichte betrachtet muss man konstatieren, dass nicht so viel mehr verdient wurde sondern an den notwendigen Investitionen gespart wurde. Im Grunde hat man den Betrieb durch die fehlenden Investiotionen kaputt geschrumpft, die Investition für Voronin und Simunic .. oder wenigstens adäquaten Ersatz stecken nun in den "ersparten" 20 Millionnen.
Im Grunde ist es wie bei der Berliner S-Bahn, für die alten Züge wurden die Investitionen eingespart und für neue ist auch kein Geld da , was dabei heraus kommt erleben wir Tag täglich in Berlin.
Um ein "ordentliches" Bilanzergebnis einzufahren mögen diese Mittel geeignet sein - langfristig verliert ein Bahnunternehmen dadurch aber sein Arbeitskapital und das Vertrauen der Fahrgäste, ein Bundesligaklub verliert seine Erstligatauglichkeit und spätestens dann auch den Zuspruch der Fans.
Schlussendlich ist es vollkommen egal, wie die finanzielle Situation bei Hertha ausschaut, wenn der Verein nicht klang- und sanglos in der Versenkung verschwinden will (35 Millioen Schulden werden wohl in der 2. ... 3. Liga nicht mehr auszubügeln sein) müssen sich die Spieler endlich ein Herz fassen und das Ruder rumreißen. Es ist auch die Chance jedes einzelnen, Können zu beweisen, Geld schießt keine Tore!
Leonaut112
Da wird genauso geküngelt wie überall sonst in einer Stadt, in der sich die Vetternwirtschaft breit gemacht hat, wie sonst innerhalb Deutschalnds vielleicht nur noch in Köln.
Mich würde es nicht wundern, wenn der eine oder andere Transfer einen netten Zuverdienst eingebracht hat für den ein oder anderen in der Chefetage.
Wie der Vorredner schon sagt: Berlin ist ein einziger finanzieller Moloch, ob nun Hertha, S-Bahn oder die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (siehe Zeit-Artikel im Wirtschaftsressort). Wobei im letzerern Fall der feine Herr Gegenbauer ja auch involviert zu sein scheint.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren