WM-Qualifikation Zittern, Hoffen und Bangen

Maradona betet, Hitzfeld hofft, Rehhagel bangt, Ronaldo schaut zu. Vor dem letzten Spieltag am Mittwoch haben viele Stars das Südafrika-Ticket noch nicht gelöst.

Der letzte Spieltag der WM-Qualifikation wird zur Nervenprobe für Fans, Spieler und Funktionäre. Denn wenn es schlecht läuft, trifft sich die Fußballwelt 2010 zur Meisterschaft in Südafrika, und die besten Spieler sitzen zu Hause vor dem Fernseher. Inklusive der Gastgeber und der deutschen Elf stehen 19 Endrunden-Teilnehmer fest, 13 Plätze sind noch zu vergeben.

Für Argentinien und Superstar Lionel Messi geht es im Showdown gegen Uruguay um alles. Verliert der zweimalige Weltmeister in Montevideo, droht ihm zum ersten Mal seit vierzig Jahren die Zuschauerrolle bei einer WM. Gewinnt Ecuador in Chile, bleibt Argentinien nicht einmal Relegationsplatz 5. "Jetzt müssen wir zeigen, dass wir das Nationaltrikot verdient haben", sagte Kapitän Javier Mascherano und Trainer Diego Maradona fügte gewohnt bedeutungsschwanger hinzu: "Es geht um unser Leben."

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Entspannter blickt der Schweizer Trainer Ottmar Hitzfeld auf das entscheidende Heimspiel gegen Israel. Nur noch ein Punkt fehlt den Schweizern. Doch wird der in Basel nicht geholt, könnte "König Otto" Rehhagel mit Griechenland noch Platz 1 erobern. Zumindest Rang 2 und die Play-Offs sind für den Europameister von 2004 aber vor dem Abschlussspiel gegen Luxemburg Pflicht. "Wir wissen, was zu tun ist", sagte Rehhagel.

Wieder um die schon sicher geglaubte Qualifikation zittern müssen die Slowaken. Nur ein Sieg in Polen garantiert der Mannschaft um Kapitän Robert Vittek die WM-Teilnahme. Andernfalls könnte Slowenien mit einem Erfolg gegen den krassen Außenseiter San Marino in Gruppe 3 noch vorbeiziehen. "In Polen geht es um Leben und Tod. Wir haben keine andere Wahl, als zu gewinnen und die slowakischen Fans zu erfreuen", sagte Torhüter Jan Mucha. Wohl nur Formsache ist der Relegationsplatz für die Ukraine, die dafür in Gruppe 6 nur noch Andorra bezwingen muss.

WM ohne Ronaldo?

Die schillerndste Figur unter den WM-Wackelkandidaten ist Cristiano Ronaldo. Der Weltfußballer, der im Sommer für eine Rekordsumme von rund 93 Millionen Euro von Manchester United zu Real Madrid wechselte, wird jedoch im vorerst entscheidenden Qualifikationsspiel gegen Malta nicht mitwirken können. Ronaldo muss wegen einer Knöchelverletzung vier Wochen pausieren.

Sein Ausfall weckt in Portugal keine Angst. Der Superstar ist in seinem Heimatland in Ungnade gefallen. Arroganz und Starallüren hatten ihm viele Fans und Medienbeobachter schon zu guten Nationalelf-Zeiten vorgeworfen. Er wecke Eifersucht bei einigen Kameraden, die in den Schatten gestellt würden, hieß es. Nun werden die Kritik lauter. In der WM-Qualifikation traf das neue Armani-Model nicht ein einziges Mal für Portugal, während er in der Champions League mit vier Treffern die Torjägerliste anführt. Zuletzt traf er für die Nationalelf in einem Punktspiel vor über einem Jahr im Europameisterschaftsspiel gegen Tschechien.

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