Finanzkrise im Fußball Schalke erhält 25,5 Millionen Euro
Die Schalker Vereinsführung kann aufatmen. Dank eines millionenschweren Deals können größere Finanzlöcher erst mal gestopft werden.
© Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Trainer und Manager Felix Magath muss trotz der zusätzlichen Millionen den Sparkurs fortführen. Dem Verein fehlen mehr als 100 Millionen Euro
Der finanziell angeschlagene FC Schalke 04 muss nun doch keine Spieler verkaufen, um seine Existenz zu sichern. Durch einen überraschenden Deal mit der Gelsenkirchener Gesellschaft für Energie und Wirtschaft (GEW) und einem "bedeutenden nationalen Kreditinstitut" fließen 25,5 Millionen Euro in die Kasse des Bundesliga-Klubs.
Doch trotz der Finanzspritze muss der Sparkurs fortgesetzt werden. Das Thema der finanziellen Neustrukturierung sei noch nicht beendet, sagte Finanzvorstand Peter Peters zu dem am Donnerstag getroffenen Abkommen mit der GEW, ein Tochterunternehmen der Stadt Gelsenkirchen, und der ungenannten Bank.
Die Vereinbarung sieht vor, dass der Verein bis zu 15 Millionen Euro Kommanditkapital an der Arena an seine Vertragspartner verkauft. Nach zehn Jahren kann der FC Schalke 04 diese Anteile zurückkaufen. Die Vertragspartner gewähren der Arena-Gesellschaft zudem ein Darlehen in Höhe von 10,5 Millionen Euro. Dadurch kann dieses Unternehmen Darlehen in gleicher Höhe dem Verein gewähren. Die Vereinbarung sei von allen Vorständen und Geschäftsführern unterschrieben, muss aber noch von unterschiedlichen Gremien genehmigt werden.
Die Schalker Vereinsführung war aufgrund der mehr als 100 Millionen Euro Schulden stark kritisiert worden. Die Verantwortlichen hätten mit Einnahmen aus der Champions League gerechnet, die jedoch nicht geflossen sind. Zudem soll sich der Verein beim Bau des Stadions finanziell verhoben haben.
"Die laufende Saison ist sauber durchfinanziert, und auch die nächsten Jahre sind für uns gesichert", betonte dagegen Peters. Er sehe dem laufenden Nachlizenzierungsverfahren von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) "gelassen entgegen". Schalke halte Verpflichtungen aus dem Lizenzvertrag mit dem Ligaverband ein, hieß es.
Bis zum 31. Oktober müssen bei der DFL die Unterlagen für die Nachlizenzierung eingereicht werden. Diese Nachjustierung wurde vor drei Jahren eingeführt, um sicherzustellen, dass die Vereine während der sommerlichen Transferperiode nicht über ihre Verhältnisse gewirtschaftet haben.
"Wir haben durch den Deal die Möglichkeit, das Gehaltsgefüge ganz in Ruhe zurückzuführen", erklärte Trainer und Manager Felix Magath. In Zukunft werde man weiter junge Spieler in die Mannschaft integrieren und dadurch die Kosten senken. Auch andere Verkaufsaktionen, beispielsweise von Cateringrechten, bieten weiteres Sparpotenzial.
Die Verträge der gestandenen Profispieler Halil Altintop, Lewan Kobiaschwili und Kevin Kuranyi laufen zum Ende der Saison aus. Hohe Transfererlöse ließen sich mit ihnen in der Winterpause nicht erzielen. Eine Trennung könnte jedoch helfen, die üppigen Gehaltskosten zu reduzieren. Die Verbindlichkeiten in Höhe von 137 Millionen Euro, die zum 31. Dezember 2008 bilanziert worden waren, werden sich im laufenden Geschäftsjahr jedoch vermutlich weiter erhöhen.
- Datum 29.10.2009 - 17:50 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Die Stadt Gelsenkirchen hat auf ihrer Internetseite ein offizielles Statement dazu veröffentlicht. Als Stadtrat und Aufsichtsratmitglied erläutert Joachim Hampe im Film die Beweggründe für die Beteilgung der GEW an der Arenagesellschaft.
http://www.gelsenkirchen....
http://www.mypott.de/vide...
Wenn anderswo (z.B. in Frankfurt, Stuttgart, Nürnberg, Köln, Hannover, Berlin, Bremen, Kaiserslautern u.a.) nicht-multifunktionale Stadien von vornherein komplett auf Kosten und Risiko des Steuerzahlers und ohne Beteiligung der Vereine gebaut wurden und werden, dann ist es erst recht legitim, wenn sich auch die Stadt Gelsenkirchen zu einem Teil an der Finanzierung der multifunktionalen Schalker Arena (vorübergehend) beteiligt.
Es ist ja auch nicht wahr, dass dort der Steuerzahler einen Profiverein ohne Gegenleistung subventioniert, wie in anderen Städten (Frankfurt, Kaiserslautern, Dortmund, Berlin) übrigens schon geschehen. Denn die Stadt Gelsenkirchen (bzw. die GEW) kauft vielmehr Anteile an der multifunktionalen Arena, erwirbt also einen Wert (viele sagen: Tafelsilber), der sehr wahrscheinlich Rendite abwerfen wird - und rettet damit sein Aushängeschild, seinen Imageträger, seinen mit Abstand wichtigsten Wirtschaftsfaktor und zweitgrößten Steuerzahler und größten Arbeitgeber in der Stadt Gelsenkirchen.
Man muss nun wirklich kein Schalke-Fan sein, um das vollkommen legitim zu finden.
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