Tobias Rau "Als Zuschauer denke ich von Spiel zu Spiel"
Unser Kolumnist Tobias Rau ist neuerdings Student, heute Abend gegen Finnland ist er Fan. Im Interview blickt der "Ersti" zurück auf seine Zeit in der Nationalelf.
© Oliver Weiken/Bongarts/Getty Images

"Rudi Völler sorgte dafür, dass wir die Lockerheit nicht verlieren." Nationalspieler Tobias Rau mit Bundestrainer Rudi Völler im Training der Nationalmannschaft 2003 vor einem Länderspiel gegen Italien
ZEIT ONLINE: Hallo Herr Rau, wie war der Semesterauftakt? Wurden Sie als Erstsemester nackig durch die Bielefelder Innenstadt getrieben?
Tobias Rau: Nackt war ich nicht, doch ich musste in einem Kennenlernspiel einen Bundesligaboxer Huckepack durch die Gänge der Universität tragen. Das war ein ganz schönes Paket. Da ist mir das Training bei Felix Magath wirklich zu Gute gekommen.
ZEIT ONLINE: Wurden Sie oft auf Ihre Vergangenheit als Profifußballer angesprochen?
Rau: Ich dachte ja, darum käme ich herum. Es wurde häufig über Fußball gesprochen. Wenigstens Autogramme musste ich nicht geben.
ZEIT ONLINE: Auch wir wollen heute mit Ihnen über Fußball sprechen. Haben Sie das Russland-Spiel gesehen?
Rau: Das habe ich gemeinsam mit Freunden zu Hause geguckt. Es war ja das Spiel des Jahres, das lässt man sich nicht entgehen.
ZEIT ONLINE: Und? Zufrieden mit den ehemaligen Kollegen?
Rau: Es war ein typisch deutsches Spiel. Wenn's um was geht, sind wir da! Gegen Russland haben wir die deutschen Tugenden gesehen. Im entscheidenden Moment kämpfen und beißen wir uns ins Spiel.
ZEIT ONLINE: Werden wir diesen Biss auch gegen Finnland (18 Uhr, im Live-Blog auf ZEIT ONLINE) sehen?
Rau: Finnland wird ein anderes Spiel. Ich glaube schon, dass Deutschland gewinnt und wir einen schönen Abschluss der WM-Qualifikation sehen werden. Jetzt ist der ganze Druck von den Spielern abgefallen, die sind richtig befreit. Ich kann meinen drei Kolumnenkollegen nur gratulieren und wünsche ihnen für heute Abend alles Gute.
ZEIT ONLINE: Was macht den Druck so groß?
Rau: Man weiß, die ganze Nation bangt darum, dass Deutschland dabei ist. Von einer Teilnahme an der Weltmeisterschaft hängen schließlich jede Menge Gartenpartys ab.
- Datum 20.10.2009 - 16:28 Uhr
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