1. FC Union Berlin Schöner verlieren in Berlin
Im Stadion An der alten Försterei ist die Fußballwelt noch in Ordnung. Bei Union Berlin gibt es Blutgrätschen und Bratwürste vom Holzkohlegrill. Wer braucht da schon Hertha?
© Boris Streubel/Bongarts/Getty Images

Eisern Union! Auch nach der Niederlage gegen die SpVgg Greuther Fürth sangen die Union-Fans für ihre Mannschaft
Die Liebe zum Fußball wird in Tom Tykwers erstem deutschen Kinofilm seit zehn Jahren eine wichtige Rolle spielen. Der Regisseur (Das Parfum, The International) dreht derzeit in Berlin Drei, eine Tragikomödie mit Sophie Rois, Devid Striesow und Sebastian Schipper in den Hauptrollen. Alle drei lieben einander, einer liebt den 1. FC Union Berlin.
Tykwer hätte aus seinem Protagonisten auch einen Hertha-Anhänger machen können, dann wären die Stadionszenen wohl im Berliner Olympiastadion gedreht worden. Doch er wählte eine andere Kulisse: das Stadion An der alten Försterei in Berlin Köpenick.
Und so richten am Montagabend Film und Fernsehen ihre Kameras auf das Topspiel der Zweiten Fußball-Bundesliga, in dem sich Union und die Spielvereinigung Greuther Fürth gegenüberstehen. Tykwer und seine Filmcrew hoffen auf Emotionen und Torjubel, die Redakteure des Deutschen Sport Fernsehens (DSF), das die Partie live überträgt, wohl auf einen weiteren Sieg des überraschend erfolgreich in die Saison gestarteten Aufsteigers.
Auch der Dramaturgie dieses Artikels wäre ein Union-Erfolg zu Gute gekommen. Während sich Hertha BSC Berlin, der große Hauptstadtklub, in einer hoffnungslosen Misere befindet, mischt Union die Zweite Liga auf. Drei Punkte gegen Fürth und die "Eisernen" hätten nach neun Spieltagen mit nur einem Punkt Rückstand auf Tabellenführer Arminia Bielefeld auf einem Aufstiegsrang gestanden.
Doch im Fußball gibt es kein Drehbuch, nur den Konjunktiv. Union unterliegt mit 1:2, verliert das zweite Spiel in Serie und damit erstmals in dieser Saison im heimischen Stadion. "Willkommen in der Zweiten Liga", wird Union-Trainer Uwe Neuhaus später sagen.
Aus dieser Liga waren die Berliner in der Saison 2003/2004 abgestiegen, wurden durchgereicht bis in die Oberliga Nordost-Nord. Der Wiederaufstieg über die Regionalliga Nord und die damals neu gegründete Dritte Liga war mühsam. Denn neben den sportlichen Problemen plagen den traditionsreichen Ost-Klub seit jeher finanzielle Sorgen.
Das einzige Kapital des Vereins: die Fans. Gemessen an den spärlichen Erfolgen sowie der großen sportlichen wie kulturellen Konkurrenz in der Hauptstadt, besitzt der Verein eine treue und große Basis von fast 6000 Mitgliedern. Seit den 1990er Jahren bewahrte sie den Verein gleich mehrfach vor dem Aus.
- Datum 21.10.2009 - 15:03 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Ich bin ja eigentlich nicht für diese Ost-West-Debatten, aber im Fußball gibt es eben andere Gesetzmäßigkeiten.
Deshalb auf die Frage "wer braucht da schon Hertha?" die Gegenfrage: Gibt es überhaupt West-Berliner Union-Fans? Hertha vereinigt beide Stadtteile, aber Union ist ein JWD-Club aus Köpenick!
Ich liebe Bemerkungen, die so anfangen: "Ich bin ja eigentlich nicht für diese Ost-West-Debatten, aber ..."
Festzuhalten ist, dass es keinen alberneren Ort für Ost-West-Debatten als Berlin gibt. Aber darum ging es in dem Text auch nicht. Sondern es ging um Union. Als Antipode muss Hertha medial nun mal herhalten, da die anderen Berliner Klubs unter "ferner liefen" agieren. Wobei jedem klar ist, dass es zwischen Union und Hertha keine Rivalität geben kann. Schließlich haben beide Klubs noch nie ein Pflichtspiel gegeneinander ausgetragen. So what?
Das beantwortet die Frage aber nicht!
Schließlich geht es auch nicht um eine Ost-West-Debatte per se, sondern um die Sinnlosigkeit, dem 1. FC Union eine Gesamtberliner Identität zusprechen zu wollen! Sowas können nur Zugezogene oder Ortsunkundige behaupten.
Im Übrigen passt als Antipode viel eher der BFC Dynamo, der (leider) nicht als "ferner liefen" agiert. Aber gut, mir ist schon klar, dass dieser Verein unter seichten, fußballnostalgischen Gesichtspunkten nicht wahrgenommen wird. Zeigt er doch bis heute die häßliche Seite des Fußballs.
Das beantwortet die Frage aber nicht!
Schließlich geht es auch nicht um eine Ost-West-Debatte per se, sondern um die Sinnlosigkeit, dem 1. FC Union eine Gesamtberliner Identität zusprechen zu wollen! Sowas können nur Zugezogene oder Ortsunkundige behaupten.
Im Übrigen passt als Antipode viel eher der BFC Dynamo, der (leider) nicht als "ferner liefen" agiert. Aber gut, mir ist schon klar, dass dieser Verein unter seichten, fußballnostalgischen Gesichtspunkten nicht wahrgenommen wird. Zeigt er doch bis heute die häßliche Seite des Fußballs.
Das beantwortet die Frage aber nicht!
Schließlich geht es auch nicht um eine Ost-West-Debatte per se, sondern um die Sinnlosigkeit, dem 1. FC Union eine Gesamtberliner Identität zusprechen zu wollen! Sowas können nur Zugezogene oder Ortsunkundige behaupten.
Im Übrigen passt als Antipode viel eher der BFC Dynamo, der (leider) nicht als "ferner liefen" agiert. Aber gut, mir ist schon klar, dass dieser Verein unter seichten, fußballnostalgischen Gesichtspunkten nicht wahrgenommen wird. Zeigt er doch bis heute die häßliche Seite des Fußballs.
"Schließlich geht es auch nicht um eine Ost-West-Debatte per se, sondern um die Sinnlosigkeit, dem 1. FC Union eine Gesamtberliner Identität zusprechen zu wollen! Sowas können nur Zugezogene oder Ortsunkundige behaupten."
Union stand 1923 im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, welches in Berlin vor über 65.000 Zuschauern gegen den Hamburger SV verloren wurde.
Gibt es überhaupt West-Berliner Union-Fans?
Auch wenn dem urspünglichen Fragenden die Antwort offensichtlich egal ist (Sowas können nur Zugezogene oder Ortsunkundige behaupten.), darf ich sie mit einem schlichten "Ja" beantworten. Warum sollten auch gerade Westberliner immun gegenüber der packenden Fußballatmosphäre an der Alten Försterei sein?
Ihre Animositäten (ein JWD-Club aus Köpenick) las ich zuerst mit echtem Erstaunen, dann mit Amüsement, denn im Gegensatz zu z.B. München oder Hamburg ignorierten sich die beiden Fanlager bisher weitestgehend. Es hat den Anschein, dass wenigstens Teile der Berliner Blau-Weißen Anhängerschaft (zu der Sie sicherlich zu zählen sind) zur Revierverteidigung ausrückt- als Angstbeißen kann man es auch bezeichnen.
Lassen Sie es mich klar auf den Punkt bringen: ich finde es bewundernswert, wenn jemand in schweren Zeiten zu seinem Verein steht! Halten Sie auch weiterhin zu Hertha BSC die Treue- niemand wird Sie zwingen Berlins Fußballstadion* zu besuchen.
Aber beim Versuch Ihre Haltung zu begründen haben Sie sich arg vergaloppiert. Auch wenn Sie es gerne hätten, nimmt Hertha BSC keine Sonderrolle im Berliner Sport ein- und "vereinigt" Berlin wohl nicht stärker als Alba, Füchse oder Eisbären in anderen Disziplinen.
* Das Stadion an der Alten Försterei ist das einzige reine Fußballstadion Berlins- bei allen anderen Spielstätten trennt eine Laufbahn Spielfeld und Zuschauerbereich.
"Schließlich geht es auch nicht um eine Ost-West-Debatte per se, sondern um die Sinnlosigkeit, dem 1. FC Union eine Gesamtberliner Identität zusprechen zu wollen! Sowas können nur Zugezogene oder Ortsunkundige behaupten."
Union stand 1923 im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, welches in Berlin vor über 65.000 Zuschauern gegen den Hamburger SV verloren wurde.
Gibt es überhaupt West-Berliner Union-Fans?
Auch wenn dem urspünglichen Fragenden die Antwort offensichtlich egal ist (Sowas können nur Zugezogene oder Ortsunkundige behaupten.), darf ich sie mit einem schlichten "Ja" beantworten. Warum sollten auch gerade Westberliner immun gegenüber der packenden Fußballatmosphäre an der Alten Försterei sein?
Ihre Animositäten (ein JWD-Club aus Köpenick) las ich zuerst mit echtem Erstaunen, dann mit Amüsement, denn im Gegensatz zu z.B. München oder Hamburg ignorierten sich die beiden Fanlager bisher weitestgehend. Es hat den Anschein, dass wenigstens Teile der Berliner Blau-Weißen Anhängerschaft (zu der Sie sicherlich zu zählen sind) zur Revierverteidigung ausrückt- als Angstbeißen kann man es auch bezeichnen.
Lassen Sie es mich klar auf den Punkt bringen: ich finde es bewundernswert, wenn jemand in schweren Zeiten zu seinem Verein steht! Halten Sie auch weiterhin zu Hertha BSC die Treue- niemand wird Sie zwingen Berlins Fußballstadion* zu besuchen.
Aber beim Versuch Ihre Haltung zu begründen haben Sie sich arg vergaloppiert. Auch wenn Sie es gerne hätten, nimmt Hertha BSC keine Sonderrolle im Berliner Sport ein- und "vereinigt" Berlin wohl nicht stärker als Alba, Füchse oder Eisbären in anderen Disziplinen.
* Das Stadion an der Alten Försterei ist das einzige reine Fußballstadion Berlins- bei allen anderen Spielstätten trennt eine Laufbahn Spielfeld und Zuschauerbereich.
"Schließlich geht es auch nicht um eine Ost-West-Debatte per se, sondern um die Sinnlosigkeit, dem 1. FC Union eine Gesamtberliner Identität zusprechen zu wollen! Sowas können nur Zugezogene oder Ortsunkundige behaupten."
Union stand 1923 im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, welches in Berlin vor über 65.000 Zuschauern gegen den Hamburger SV verloren wurde.
Netter Artikel,
doch eine Anmerkung sei gestattet. Der Text der umlaufenden Werbebande lautet "Unsere Mannschaft, unser Stolz, unser Verein" und soll die Verbundenheit mit dem Verein ausdrücken.
Eisern, ...
Lieber Herr Koch,
Ihre Einlassung, der BFC Dynamo sei die hässliche Seite des Fußballs,
sollte mir, als Fan und Mitglied dieses Vereins, eigentlich die Zornesröte ins Gesicht treiben. Tut es aber nicht. Das Gegenteil ist
der Fall. Solch dümmliche Bemerkungen sind es, die stolz darauf machen, dass es uns trotz aller Schwierigkeiten noch immer gibt.
Sehr zu Ihrem Leidwesen vermute ich mal.
Ich könnte ausschweifen und Ihnen noch über die mehrfach ausgezeichnete Jugendarbeit, dass Kita-Projekt oder auch über das
Ferien-Camp berichten, dies würde aber nicht zur "hässlichen Seite des Fußballs" passen, von der sie so gerne schwadronieren.
Zum verhätschelten Vorort-Club mag ich mich nicht großartig äußern.
Man pflegt dort seine Tradition und die Mär der ewig Verfolgten.
Häufig schmückt man sich auch mit dem Hauptmann von Köpenick.
Was wunder, griffen doch beide fleißig in die Stadtkasse. ;-)
Gibt es überhaupt West-Berliner Union-Fans?
Auch wenn dem urspünglichen Fragenden die Antwort offensichtlich egal ist (Sowas können nur Zugezogene oder Ortsunkundige behaupten.), darf ich sie mit einem schlichten "Ja" beantworten. Warum sollten auch gerade Westberliner immun gegenüber der packenden Fußballatmosphäre an der Alten Försterei sein?
Ihre Animositäten (ein JWD-Club aus Köpenick) las ich zuerst mit echtem Erstaunen, dann mit Amüsement, denn im Gegensatz zu z.B. München oder Hamburg ignorierten sich die beiden Fanlager bisher weitestgehend. Es hat den Anschein, dass wenigstens Teile der Berliner Blau-Weißen Anhängerschaft (zu der Sie sicherlich zu zählen sind) zur Revierverteidigung ausrückt- als Angstbeißen kann man es auch bezeichnen.
Lassen Sie es mich klar auf den Punkt bringen: ich finde es bewundernswert, wenn jemand in schweren Zeiten zu seinem Verein steht! Halten Sie auch weiterhin zu Hertha BSC die Treue- niemand wird Sie zwingen Berlins Fußballstadion* zu besuchen.
Aber beim Versuch Ihre Haltung zu begründen haben Sie sich arg vergaloppiert. Auch wenn Sie es gerne hätten, nimmt Hertha BSC keine Sonderrolle im Berliner Sport ein- und "vereinigt" Berlin wohl nicht stärker als Alba, Füchse oder Eisbären in anderen Disziplinen.
* Das Stadion an der Alten Försterei ist das einzige reine Fußballstadion Berlins- bei allen anderen Spielstätten trennt eine Laufbahn Spielfeld und Zuschauerbereich.
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