50 plus 1 bleibt erhalten Bundesliga schließt Investoren weiter aus
Die Bundesliga sperrt sich weiter gegen die Einflussnahme reicher Investoren. Der Plan von Hannovers Präsident Kind, die 50-plus-1-Regel zu kippen, ist vorerst gescheitert.
© Thorsten Wagner

Wie erwartet ist Hannovers Präsident Martin Kind gescheitert, die Regel 50 plus 1 zu kippen
Die Klubvertreter ließen sich nicht einmal auf ein Konsensmodell ein. "Damit bleibt sich die Bundesliga treu und setzt weiter auf die Faktoren, die in den vergangenen Jahrzehnten entscheidend zum Erfolg des deutschen Profifußballs beigetragen haben: Stabilität, Kontinuität und die Nähe zum Fan", sagte Ligapräsident Reinhard Rauball.
Kind ließ offen, ob er wie zuvor angekündigt bis vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH) ziehen wird, um sein Ansinnen durchzusetzen. "Wir werden jetzt in Ruhe über das Votum nachdenken. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass das ein guter Vorschlag ist. Die Bundesliga ist unterkapitalisiert. Ihre nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit ist eingeschränkt", sagte Hannovers Klubchef. Er deutete zumindest an, dass er sich nicht von seinem Weg abbringen lassen will: "Ich gehe nicht davon aus, dass sich unser Denken modifizieren wird."
Kind zeigte sich enttäuscht über die Klarheit des Votums: Nur der Antragsteller alleine stimmte für die Satzungsänderung bei 50 plus 1. Zudem gab es drei Enthaltungen. Die anderen 32 Funktionäre stellten sich dagegen, Klubs für finanzkräftige Investoren zu öffnen. Kind hätte eine Zwei-Drittel-Mehrheit und dazu noch die Zustimmung des DFB-Bundestags benötigt.
Nur zwei Ja-Stimmen gab es für den vom Zweitligisten FSV Frankfurt eingebrachten Vorschlag eines Konsensmodells. Dies hätte den Investoren mehr Einfluss eingeräumt, eine Vereinsübernahme aber untersagt. Fast alle Bundesligisten haben Angst vor Abhängigkeiten wie in England, wo beispielsweise der russische Oligarch Roman Abramowitsch Eigner des FC Chelsea ist. Kind befürchtet hingegen, dass Hannover 96 ohne einen Großinvestor immer im Mittelfeld der Liga hängen bleibt.
Vor der Ligaversammlung hatte Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke Kind sogar Erpressung vorgeworfen. "Sie drohen, vor den Europäischen Gerichtshof zu gehen, wenn wir dem Konsensmodell nicht zustimmen. Damit erpressen Sie die Liga", sagte Watzke in einem Interview mit der Bild-Zeitung.
"Ich sehe das gelassen. Es dauert lange Zeit, bis der Europäische Gerichtshof das entscheiden würde", sagte Heribert Bruchhagen, der Vorstandsvorsitzende von Eintracht Frankfurt. "In dieser Zeit könnte man sich darauf vorbereiten."
Nach Paragraf 8 der DFL-Satzung muss bei einer Ausgliederung des Spielbetriebs in eine Kapitalgesellschaft der Mutterverein die Stimmenmehrheit behalten. Bisher gab es eine Ausnahmeregelung für die Werksklubs Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg, da die Bayer AG und die Volkswagen AG die Werkklubs seit Jahrzehnten unterstützen. Bei 1899 Hoffenheim hält SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp 49 Prozent. Zurückgezogen wurde ein Antrag des FC Schalke 04 auf Einführung eines Salary Caps, wonach die Bundesligisten maximal 70 Prozent ihrer Einnahmen für Gehälter ausgeben dürfen.
- Datum 10.11.2009 - 16:37 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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