1860 und Bayern München Streit um die VIP-Logen
Der FC Bayern und das liebe Geld: Uli Hoeneß hat den 100-Millionen-Werbe-Vertrag mit Audi bestätigt und will den Stadion-Mietstreit mit 1860 München vor Gericht klären.
© Alexander Hassenstein/Getty Images

Spricht von viel Geld: Uli Hoeneß, Noch-Manager des FC Bayern
Seit vier Jahren spielen das Team des FC Bayern und die Mannschaft vom TSV 1860 München im selben Stadion. Gut verstanden haben sich die Verantwortlichen der Vereine selten. Der Zweitligist 1860 konnte die Kosten von Anfang an kaum tragen. 2006 verkaufte der TSV seine Stadion-Anteile für elf Millionen Euro an die Bayern, entging so der Insolvenz und wurde vom Arena-Mitbesitzer zum Mieter. Etwa 5,3 Millionen Euro soll der Mietzins pro Saison betragen.
Doch laut Münchner Medienberichten zahlt 1860 seit Saisonbeginn nur noch einen Bruchteil des vertraglich vereinbarten Betrages für die Bewirtung der Besucher auf den knapp 3000 Business-Plätzen in der Arena. Das bringe die FC Bayern AG um Einnahmen von 50.000 Euro pro Heimspiel des TSV 1860 in der 2. Liga, behauptet Uli Hoeneß. "Das ist Geld, das sie uns klauen", zitierte die tz den Manager der Münchner.
Mit Empörung reagierte der Geschäftsführer des TSV, Manfred Stoffers, auf die Vorwürfe: "Herr Hoeneß behauptet doch glatt, wir würden dem FC Bayern Geld klauen. Das ist eine unverfrorene Behauptung." Nach Stoffers Meinung, habe sich der FC Bayern beim Stadionkauf vom Stadtrivalen in erster Linie selbst geholfen, "indem er die Anteile zum Schnäppchenpreis vereinnahmt hat und der TSV 1860 brav die hohen Mieten weiterzahlen musste", sagte er. Es sei allen Beteiligten klar gewesen, dass die Belastungen "viel zu hoch" seien.
1860 zahlt seit dieser Saison nur noch für so viele VIP-Essen, wie tatsächlich gebraucht werden. Ausverkauft sind die Business-Seats während der TSV-Heimspiele nicht. Die vertragliche Vereinbarung, wonach beide Klubs angeblich je zwei Millionen Euro pro Saison als Catering-Pauschale aufbringen müssen, hält Stoffers für nicht haltbar: "1860 soll allein für die Bewirtschaftung des Business-Bereichs bis 2025 mehr als 40 Millionen Euro zahlen. Alle Versuche, den Vertrag den tatsächlichen Kräfte-Verhältnissen anzupassen, wurden kategorisch abgelehnt."
"Wir werden den Prozess nicht auf dem Boulevard austragen", sagte Stoffers, "dass Herr Hoeneß die Angelegenheit jetzt polternd und lärmend zu Markte trägt, ist unschön, aber nicht zu ändern". Seit Monaten diskutieren die 1860er über einen Auszug aus der Arena. An diesem Dienstag will die "Projektgruppe Stadion-Zukunft" Ergebnisse für eine mögliche Rückkehr ins Grünwalder-Stadion präsentieren.
Das Münchner Landgericht bestätigte unterdessen, dass der FC Bayern den Streit vor dem Gericht klären lassen möchte, einen Prozess-Termin gebe es aber noch nicht. "Der TSV 1860 ist ein Mieter, mit dem eine seriöse Zusammenarbeit kaum möglich ist", beklagte sich Hoeneß. "Diesen Verein gäbe es ohne unsere Hilfe gar nicht mehr. Wir haben ihn mehrfach gerettet", sagte der Manager, der dem Zweitligisten vorwirft, "jahrelang katastrophal gewirtschaftet" zu haben.
Das Gegenteil scheint Hoeneß für den FC Bayern getan zu haben: Der bevorstehende Vertrag des Klubs mit seinem Automobil-Partner Audi soll für eine AG-Beteiligung und einen langfristigen Werbevertrag eine Rekordsumme bringen. "Das ist ein Betrag, der weit über 100 Millionen sein wird - alles zusammen", sagte Hoeneß am Sonntagabend im TV. Nach Adidas soll Audi als zweiter strategischer Partner einsteigen und offenbar neun Prozent Anteile an der FC Bayern AG erwerben. Zudem wird über einen Sponsoren-Vertrag mit einer Laufzeit von zehn Jahren spekuliert.
- Datum 03.11.2009 - 15:04 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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...muss man aber nicht unbedingt, der Herr ist ja bekannt dafür dass er gerne mal seine etwas unrealistischen, egozentrischen Weltanschauungen für die reine Wahrheit und nichts als die Wahrheit hält.
Die Herren 60er sollten aber ganz dringend mal Nachhilfe in BWL nehmen - wer seine Stadionanteile für einen Erlös, der nicht einmal für 3 Jahre Mietzahlungen reicht, verkauft, der sollte sich jetzt nicht über den gierigen FC Bayern beschweren sondern sich an die eigene Stirn tippen...
Wo bleibt das Land der Dichter und Denker ?
Ich kann mich noch daran erinnern, dass vor einigen Jahren/Jahrzehnten viele europäische Spitzenmannschaften mit dem Opel Emblem auf dem Trikot herumgelaufen sind. Und wo ist Opel heute ? Haben Sie schon mal versucht etwas über die Werbeetats der verschiedenen Firmen zu erfahren ?
Ich werde mir in diesem Leben jedenfalls keinen Audi kaufen, oder wer meinen Sie bezahlt diese 100 Millionen ? Richtig, der Depp, der sich einen Audi kauft und der muss sich noch nicht einmal für Fussball interessieren. Wie viel Prozent eines Autos geht denn an unsere "Spitzensportler" ? Ich jedenfalls möchte diesen Unsinn nicht unterstützen.
So ist das mit vielen anderen "Marken" auch. Seien es 30 Millionen pro Jahr, die Adidas an Real Madrid zahlt (nein - Adidas wird bei mir im Schrank auch nicht mehr zu finden sein) oder sonst was...
http://wissen.spiegel.de/...
Aber so ist das nun mal in Deutschland, mit Fussball, Bier und Abwrackprämie gewinnt man Wahlen.
Die Dichter und Denker werden sich im Grab umdrehen...
"Die vertragliche Vereinbarung, ..., hält Stoffers für nicht haltbar: "1860 soll allein für die Bewirtschaftung des Business-Bereichs bis 2025 mehr als 40 Millionen Euro zahlen. Alle Versuche, den Vertrag den tatsächlichen Kräfte-Verhältnissen anzupassen, wurden kategorisch abgelehnt."
Es gibt klare vertragliche Vereinbarungen, die gemäss dem alten Grundsatz "pacta sunt servanda" auch einzuhalten sind. Solange den zu erbringenden Leistungen auch einigermassen angemessene Gegenleistungen gegenüberstehen, wird man sich kaum auf Sittenwidrigkeit oder Wucher berufen können.
Die "Löwen" hätten sich vor Vertragsabschluss ja durchaus einmal das Verhältnis der zu erwartenden Einnahmen zu den mit dem Vertrag verbundenen Verbindlichkeiten durchrechnen können. Und zwar "worst case" und nicht nach dem Motto "wir marschieren mit links in die erste Liga"...
Das Problem war damals, dass "wir" sowohl dem Verkauf zu einem Bumping-Preis als auch diesen Wucher-Verträgen zustimmen mussten. Alternative wäre die Insolvenz gewesen. Inzwischen wäre mir diese Alternative mit einer Rückkehr ins Grünwalder fast lieber ...
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