Champions League

Bayern so gut wie ausgeschieden

Am vierten Spieltag in der Champions League hat Bayern München durch das 0:2 gegen Bordeaux seine Chance aufs Achtelfinale nahezu vertan. Wolfsburg siegt 3:0 in Istanbul.

Luca Toni in einer derzeit typischen Münchner Haltung

Luca Toni in einer derzeit typischen Münchner Haltung

Bayern München – Girondins Bordeaux 0:2

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Nach einer schockierenden 0:2-Heimniederlage gegen Girondins Bordeaux steht der FC Bayern München kurz vor dem Aus in der Champions League. Beim verzweifelten Aufbäumen nach der Pause verpasste der lange desaströs aufspielende deutsche Vizemeister den noch mehrfach möglichen Ausgleichstreffer. Yoann Gourcuff hatte vor 66.000 am Ende sehr enttäuschten Zuschauern in der 37. Spielminute per Kopf das Tor zur Halbzeitführung für den destruktiv spielenden französischen Meister erzielt. Das Debakel für die Bayern machte Marouane Charmakh (90.) nach einem Fehler von Holger Badstuber und Torwart Hans-Jörg Butt perfekt.

Nach vier Punkten aus vier Spielen benötigen die Münchener zwei Siege aus den nächsten beiden Partien gegen Haifa und in Turin, um doch noch als zweites Team neben den bereits qualifizierten Franzosen ins Achtelfinale einzuziehen. Unter dem neuen Trainer Louis van Gaal wäre es erst das zweite Mal nach 2002, dass die Münchener schon nach der Vorrunde ausscheiden würden.

Die Bayern waren schwach. Ohne den verletzten Franck Ribery, ohne den zunächst auf der Bank sitzenden Arjen Robben, ohne den angeschlagenen Ivica Olic und ohne den gesperrten Thomas Müller tat sich ein kreatives Vakuum auf. Die Bayern ließen jeden Esprit, jede Entschlossenheit, jedes Konzept vermissen – und das gegen einen defensiv eingestellten Gegner, der auf ein 0:0 aus war.

Dabei hatte Edson Braafheid (3.) mit seiner Flanke, die Girondins-Torwart Cedric Carrasso an die Latte lenkte, schon früh das Startsignal zum Angriffselan der Bayern gesetzt. Gefahr kam aber nur bei ruhenden Bällen auf: Braafheid (19.) verfehlte das Tor noch. In der 32. Minute parierte Carrasso einen Freistoß von Bastian Schweinsteiger aus zwanzig Metern prächtig. Im Anschluss hatte Miroslav Klose Pech: Sein Schuss aus kurzer Entfernung wehrte Michael Ciani den Ball kurz vor der Linie mit der Hand ab. Doch der Pfiff von Schiedsrichter Pedro Proença blieb aus. Das Lebenszeichen der Münchener war nur leise.

Fünf Minuten später kam es ganz schlimm. Mit ihrer einzigen gefährlichen Aktion gingen die Franzosen in Führung: Ein Freistoß des Brasilianers Wendel kurz hinter der Mittellinie segelte in den Bayern-Strafraum, Gourcuff stahl sich hinter Münchens Kapitän Mark van Bommel, der sich in dieser Situation aufs Foulen beschränken wollte, weg und köpfte ein. Butt sah ebenfalls unglücklich aus. Zur Pause vernahm man ein gellendes Pfeifkonzert der Zuschauer.

Trainer van Gaal reagierte: Robben kam zur zweiten Halbzeit für den harmlosen Klose und mit ihm mehr Schwung und Tempo. Endlich bäumte sich der FC Bayern auf, während Girondins nur noch auf Ergebnisverwaltung aus war. So erspielten sich die Deutschen mehr und mehr Chancen: Nach Pass Schweinsteigers vergab der einstige Knipser Luca Toni (47.) die Möglichkeit zum Ausgleich. Kurz später wurde van Bommel (53.) im letzten Moment von Ciani geblockt. Robben (62.) und der kurz zuvor eingewechselte Nationalstürmer Mario Gomez vergaben innerhalb von einer Minute gute Gelegenheiten. Doch den Bayern fiel nichts mehr ein, Bordeaux hatte kaum noch Mühe, den Sieg nach Hause zu bringen. In der 90. Minute verbitterte Charmakh den Abend für die Münchner.

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Leser-Kommentare

  1. Ich habe das Spiel gestern bei Sky in voller Länge gesehen. Was mir aufgefallen ist: die Bayern spielen wesentlich langsamer, als es international üblich ist. Dadurch kann sich der Gegner immer in seiner Grundordnung aufstellen und es kommt dann nur zu Chancen durch Einzelaktionen.

    Ein System lassen die Bayern erkennen, aber das Tempo fehlt. Gerade in der Rückwärtsbewegung nach Ballverlusten sieht das fatal aus.

    In der Bundesliga reicht es eben gegen die meisten Mannschaften durch die tollen Einzelspieler - außerdem haben dort die Teams zu viel Respekt vor den Bayern. Bordeaux hat in der letzten halben Stunde fast lässig sein 1:0 verwaltet.

  2. Die teuersten Spieler sind nicht immer die besten, vor allem, wenn auf dem Platz kein Spieler als Boss akzeptiert wird - auch im sog. Systemfussball. Genau ein solcher Charismatiker fehlt bei Bayern; Lahm ist es nicht, van Bommel nicht, andere auch nicht - und auch nicht der schwierige Trainer. Mit Ribery und einem gesunden Robben (aber wann war er das mal in den letzten Jahren)ist das Team natürlich eine klasse besser, aber nicht reif für Europa. Aber auch der Vorstand ist nicht reif für Europa, kaum ein Verein hat in den letzten Jahren soviel Geld verbrannt, insbesondere mit ungeduldiger Trainersuche...Bordeaux zeigt seit 3 Jahren, wie es mit wenig Geld und besonderen Leuten geht!

  3. wenn der mut fehlt um moderne konzepte und trainingsmethoden durchzuziehen. auch ein general wie van gaal kann aus einer zusammen gestückelten individualisten truppe keine mannschaft machen. er würde irgendwann erfolg haben wenn er die zeit dazu bekommt. eine mannschaft zu formen geht nicht in ein paar monaten. den umweg über van gaal hätte man sich sparen können in dem man klinsmann mehr zeit gibt. doch der hat ja mit seinen ideen nicht zum erzkonservatien fcb gepasst.

  4. Mir wäre es ja lieber die Münchner marschierten souveräm durch die CL und bleiben in der BuLi chancenlos. So aber werden sie wohl wieder Meister (gähn) (4 Punkte und noch 23 Spieltage Zeit, die aufzuhohlen). Wo ist der Fussballgott??

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  • Datum 4.11.2009 - 06:21 Uhr
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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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  • Schlagworte Champions League | Europacup | Fußball
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