Bundesliga, 14. Spieltag Bayern gewinnt mit souveräner Leistung

Neuer Präsident, neues Glück: Bayern München siegt 3:0 in Hannover. Der VfB Stuttgart holt sich gegen Bayer Leverkusen eine Klatsche. Alle Spielberichte

Uli Hoeneß kann sich über seine Mannschaft freuen

Uli Hoeneß kann sich über seine Mannschaft freuen

Hannover 96 - FC Bayern München 0:3

Zwei Tage nach der Inthronisierung von Uli Hoeneß hat der FC Bayern München seinem frisch gekürten Präsidenten einen gelungenen Einstand bereitet. Der deutsche Rekordmeister gewann am Sonntagabend bei Hannover 96 trotz wenig überzeugender Vorstellung mit 3:0 und stoppte nach zuletzt drei Remis seine kleine Durststrecke in der Fußball-Bundesliga. "Wir haben eine sehr gute Woche. Wir sind wieder zurück in der Champions League und auch ein bisschen in der Tabelle", sagte der sichtlich zufriedene Trainer Louis van Gaal nach dem Sprung auf Rang vier in der Tabelle.

Bundesliga-Spieltag
Fotostrecke: Die Bilder des 14. Bunesliga-Spieltags

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 In Hannovers erstem Heimspiel seit dem Tod von Nationaltorwart Robert Enke sorgten Bayern-Jungstar Thomas Müller (19. Minute), der Kroate Ivica Olic (47.) und Nationalstürmer Mario Gomez (90.) für den insgesamt verdienten Bayern-Erfolg. "Wir haben jetzt wieder die Stürmer, die Tore schießen", lobte van Gaal. Die Hausherren enttäuschten keineswegs, aber die 96-Angreifer scheiterten ein ums andere Mal am starken Gäste-Keeper Jörg Butt. "Wenn man auswärts 3:0 gewinnt, kann man schon mal lächeln", meinte der neue Ehrenpräsident Franz Beckenbauer im TV-Sender Sky. Kapitän Mark van Bommel schrieb dem neuen Bayern-Boss Hoeneß, der auf der Jahreshauptversammlung eine leidenschaftliche Rede gehalten hatte, einen Anteil an dem Erfolg zu: "Wir haben gezeigt, was er propagiert hat."

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Bayer Leverkusen - VfB Stuttgart 4:0

Fußball gespielt wurde am Sonntagnachmittag auch in der Bay-Arena: Im Stile eines kommenden Meisters hat Bayer Leverkusen Kurs auf den Herbsttitel genommen. Das Team von Jupp Heynckes nutzte die Patzer der Konkurrenz, um seinen Vorsprung an der Tabellenspitze durch das 4:0 gegen den enttäuschend schwachen VfB Stuttgart auf drei Punkte auszubauen. Stefan Kießling (22./59./87.-Foulelfmeter) mit seinen Saisontreffern zehn bis zwölf sowie Eren Derdiyok (39.) drückten das Kräfteverhältnis auf dem Rasen vor 30.210 Zuschauern mit ihren Toren sogar nur unzureichend aus.

Das ist unfassbar, was einige hier abliefern. Das ist eine Katastrophe. Am besten wäre es, alle elf auszuwechseln.

Stuttgarts Sportdirektor Horst Heldt

Denn während die Bayer-Elf unter der Regie des brillant aufspielenden Toni Kroos wie eine Spitzenmannschaft auftrat, präsentierte sich der zum siebten Mal nacheinander in der Liga sieglose VfB lange Zeit wie ein Absteiger. Die Schwaben wirkten lasch, leisteten sich viele Ballverluste und brachten damit ihren Sportdirektor auf die Palme. "Wir sind Tabellenplatz 17 und spielen Hacke, Spitze, eins, zwei, drei. Das ist unfassbar, was einige hier abliefern. Das ist eine Katastrophe. Am besten wäre es, alle elf auszuwechseln", tobte Horst Heldt zur Pause im TV-Sender Sky. "Wir haben heute einen Scheiß gespielt von der ersten bis zur letzten Minute ein", gab Serdar Tasci nach Spielende zu.

Ganz anders Bayer: Mit drei Zählern Vorsprung vor Werder Bremen hat sich die Werkself im Schlussspurt der Hinrunde eine glänzende Ausgangsposition verschafft. "Man hat heute gesehen, wie wir Fußball spielen können. Wir haben nichts zugelassen, das zeichnet uns im Moment aus", hob Dreifach-Torschütze Kießling eine Stärke der Bayer-Mannschaft hervor. Und Heynckes kann sich schon auf weitere personelle Alternativen freuen: Zwei Minuten vor dem Ende betrat Patrick Helmes erstmals seit seinem Kreuzbandriss im Juni wieder den Rasen. "Wir haben ein Riesenspiel gezeigt, da war es für mich kein Problem, draußen zu warten", sagte der Nationalstürmer.

Borussia Mönchengladbach - Schalke 04 1:0

Der FC Schalke 04 hat die große Chance verspielt, zumindest für einen Tag die Tabellenspitze zu erobern. Mit der Niederlage in Mönchengladbach ging der Höhenflug des Revierclubs mit zuletzt sieben ungeschlagenen Spielen in Serie zu Ende. Vor 54.057 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park sorgte Marco Reus (5.) am Samstag für den verdienten Erfolg der Borussia, die damit ihren ersten Heimsieg seit dem 4. Spieltag feierte und ihren Aufwärtstrend der vergangenen Wochen fortsetzte. Dagegen musste der Gast seine erste Auswärtsniederlage der Saison hinnehmen.  

Gladbach-Coach Michael Frontzeck vertraute auf die Anfangself, der am vorigen Spieltag in Frankfurt der zweite Auswärtssieg in Serie gelungen war. Beflügelt vom Aufwind der vergangenen Wochen übernahm sein Team von Beginn an die Regie. Der Lohn für den engagierten Start ließ nicht lange auf sich warten: Nach sehenswertem weiten Zuspiel von Dante auf Juan Arango war der Abwehrriegel der Schalker zum ersten Mal geknackt. Arangos Zuspiel nutzte Reus aus kurzer Distanz zu seinem dritten Saisontreffer und beendete damit eine 348 Minuten währende Heim-Torflaute seines Teams.

Nicht nur in dieser Szene offenbarte die eigentlich als sattelfest bekannte Defensive der Gäste ungewohnte Probleme. Erst nach schwachen 20 Minuten fand der in dieser Saison auswärts noch ungeschlagene Revierclub besser in Spiel. Obwohl im Aufbauspiel weiterhin viele Wünsche offen blieben, kam er nun immerhin zu Chancen. So prüfte Kevin Kuranyi in der 28. Minute mit einem Fernschuss aus 20 Metern Gladbachs Keeper Logan Bailly. Doch davon abgesehen blieben sehenswerte Torraumszenen hüben wie drüben Mangelware. Zwar erhöhte Schalke bis zur Pause den Druck, konnte aus diesem spielerischen Übergewicht jedoch kein Kapital schlagen.

An diesem Bild änderte sich auch nach Wiederanpfiff wenig. Schalke drängte auf den Ausgleich, fand aber kein probates Mittel, um die Gladbacher in Verlegenheit zu bringen. Einzig Jefferson Farfan (61.) stellte bei einem von Bailly gehaltenen Schuss Torgefahr unter Beweis. Ohne große Mühe wehrte die Borussia die fantasielosen Angriffe des Gegners ab. Bei ihren Kontern waren die Hausherren einem zweiten Treffer als die Schalker dem Ausgleich.

Werder Bremen - VfL Wolfsburg 2:2

Die Werderaner blieben durch das Unentschieden im 21. Pflichtspiel hintereinander ohne Niederlage. Daran konnte auch der deutsche Meister nichts ändern. Vor 34.523 Zuschauer in der ausverkauften Baustelle Weserstadion schossen Hugo Almeida (62.) und Per Mertesacker (90.) die Tore für die Bremer. Die Wolfsburger, bei denen Edin Dzeko (42., 85.) zweimal die Führung erzielt hatte, holten nach den Niederlagen gegen Nürnberg und Moskau zwar einen Punkt, rutschen in der Bundesliga allerdings weiter ins Mittelmaß.

Die Bremer zeigten vor allem in der ersten Halbzeit, warum sie zuletzt die torgefährlichste Mannschaft der Liga waren. Angetrieben von Nationalspieler Mesut Özil und vom dribbelstarken Marko Marin agierte der SV Werder, der wieder mit dem zuletzt verletzten Torsten Frings als Abräumer vor der Abwehr begann, klar überlegen und druckvoll. Mehr Ballbesitz, mehr Torchancen - die Bremer waren die klar dominante Mannschaft, obwohl der angeschlagene Top-Torjäger Claudio Pizarro erneut fehlte. Bis zum 0:1 wirbelte die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf die Gäste aus Niedersachsen immer wieder durcheinander, danach waren sie zumindest besser.

Die Wolfsburger wirkten nach den Defensivproblemen der vergangenen Woche in der Abwehr erneut unsicher, obwohl Trainer Armin Veh im hinteren Mannschaftsteil kräftig rotiert hatte. Anstelle des gesperrten Kapitäns Josué spielten mit Makoto Hasebe und Christian Gentner gleich zwei VfL-Profis vor der Abwehr. Und Nationalspieler Marcel Schäfer und Alexander Madlung mussten auf die Bank, wurden durch Fabian Johnson und Andrea Barzagli ersetzt.

Die sonst so angriffsfreudigen Wolfsburger spielten mit einer bemerkenswert defensiven Taktik; sogar der Bundesliga-Torschützenkönig Grafite musste im rechten Mittelfeld ständig Defensivarbeit verrichten. Anfällig waren die Gäste dennoch, in erster Linie, wenn Marin mit dem Ball am Fuß in den Strafraum eindrang.

Das auf Konter ausgerichtete Spiel des VfL lief bis zu Dzekos Treffer und auch danach überhaupt nicht, doch die Unentschlossenheit von Naldo und Sebastian Boenisch nutzte der bis dahin abgemeldete bosnische Nationalstürmer kurz vor der Pause ebenso eiskalt aus wie kurz vor Schluss, als er eine Vorlage von Ziani ins Tor schob.

Bis zum ersten VfL-Treffer besaß Werder fast ein halbes Dutzend Torchancen. Besonders bei Kopfbällen waren die Gastgeber gefährlich, Hugo Almeida (5.) und Naldo (18., 35.) scheiterten jedoch. Der stark parierende Torwart Diego Benaglio war der meistbeschäftigte und beste Wolfsburger Spieler, der auch in der zweiten Halbzeit glänzen musste. Beim Tor von Almeida hatte der Schweizer indes keine Chance: Der portugiesische Nationalspieler drosch den Ball aus dem Hinterhalt unhaltbar ins Netz, nachdem Hasebe auf der Linie zunächst gerettet hatte. Nicht anders war es beim späten Ausgleich. Gegen den Treffer des aufgerückten Mertesacker konnte Benaglio nichts ausrichten.

1899 Hoffenheim - Borussia Dortmund 1:2

Die Hoffenheimer blieben die sportliche Antwort auf die erneuten Hasstiraden gegen Mäzen Dietmar Hopp schuldig: Die Nordbadener unterlagen Dortmund in einer vergifteten Partie  und konnten nicht zur Spitzengruppe aufschließen. Der seit sieben Spielen unbesiegte BVB war bereits in der 3. Minute durch Jakub Blaszcykowski in Führung gegangen. Demba Ba glich mit seinem vierten Saisontreffer aus (49.), ehe Nurin Sahin mit einem umstrittenen Foulelfmeter das 2:1 erzielte (79.). Der eingewechselte Hoffenheimer Maicosuel sah zehn Minuten vor Schluss Rot, als er Torwart Roman Weidenfeller den Ball aus der Hand schlug.

Vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena hatten die Borussia-Fans wie schon im vergangenen Jahr auf übelste Weise gegen Hoffenheims Mäzen Hopp mobil gemacht. Nach den von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ausgelösten Provokationen und der vergifteten Stimmung im Vorfeld kam es auch dieses Mal zu unschönen Vorkommnissen: "Fußballhure" und "Fahr zur Hölle Hopp" stand unter anderem auf Spruchbändern im Zuschauerblock der Gästefans, die bereits auf dem Weg ins Stadion Hopp mit Schmähgesängen bedachten.

In der gleichen Partie war es im September vergangenen Jahres zu einem Eklat gekommen: Dortmunder Krawallmacher hatten den Milliardär hinter einem Fadenkreuz abgebildet. Der gleich Spruch ("Hasta la vista") war auch dieses Mal zu sehen, allerdings ohne die verwerfliche Zeichnung.

Der frühe Torjubel der Dortmunder bewirkte, dass die Plakate schnell verschwanden: Kapitän Sejad Salihovic leistete sich in seinem 100. Spiel für Hoffenheim einen unnötigen Ballverlust, Torjäger Lucas Barrios glänzte dieses Mal als Vorbereiter - und es hieß "Kuba" libre: Blaszcykowski schob den Ball völlig unbedrängt an Torwart Timo Hildebrand vorbei ins Netz. Die Hausherren versuchten, den Rückschlag schnell wegzustecken - doch im Spielaufbau gerieten die Ballzauberer um Brasiliens neuen Nationalspieler Carlos Eduardo öfter ins Straucheln.

Vor den Augen der beiden früheren Nationaltrainer Jürgen Klinsmann und Berti Vogts standen die Dortmunder trotz der vielen Ausfälle zunächst sicher. Coach Jürgen Klopp hatte in seiner 150. Bundesliga-Begegnung sein Team gut eingestellt gegen einen Gegner, der nach zuletzt sieben Siegen in zehn Spielen vor Selbstvertrauen strotzte. Kevin Großkreutz hätte nach einem feinen Zuspiel von Mohamed Zidan kurz vor der Pause sogar fast das 2:0 erzielt.

Nach dem Wiederanpfiff legte dieses Mal die Mannschaft von Ralf Rangnick einen Blitzstart hin: Ba köpfte zum Ausgleich ein. In der 66. Minute glänzte der Angreifer mit einem Pass auf Eduardo, doch der Spielmacher traf nur das Außennetz. Am Ende kochten die Emotionen hoch: Kurz bevor der Ball nach einem langen Heber von Zidan im Hoffenheimer Tor landete, unterbrach Schiedsrichter Kempter die Partie, weil Maicosuel verletzt am Boden lag. Kurz darauf kam es zum strittigen Strafstoß und fast im Gegenzug flog Maicosuel vom Platz, wobei es beinahe zu einer Schlägerei zwischen den Profis aus beiden Lagern gekommen wäre.

Hertha BSC Berlin - Eintracht Frankfurt 1:3

Der Hauptstadtclub rauscht nach einem erneuten Heim-Debakel weiter ungebremst Richtung 2. Liga. Auch im 13. Versuch nacheinander gelang dem Berliner Krisenclub kein Sieg. Das abgeschlagene Tabellen-Schlusslicht ist damit sieben Punkte von einem Nichtabstiegs-Platz entfernt. Auch Relegationsrang 16 ist für das Team des ehemaligen Frankfurter Cheftrainers Friedhelm Funkel mit sieben Zählern Abstand schon meilenweit entfernt.

Patrick Ochs (11. Minute), Maik Franz (70.) und Alexander Meier (75.) besiegelten am Samstag vor 48.253 Zuschauern im Berliner Olympiastadion die elfte Saisonpleite für eine hilf- und planlose Hertha, der nun am Montag eine turbulente Mitgliederversammlung droht. Sogar die komplette Abwahl des Präsidiums könnte auf die Tagesordnung kommen: Land unter beim Hauptstadtclub. Seit 112 Tagen haben die Berliner, für die der eingewechselte Adrian Ramos (81.) nur Ergebniskosmetik betrieb, in der Liga nicht mehr gewonnen. Mit dem ersten Auswärtssieg seit zweieinhalb Monaten rückte Frankfurt auf Rang zehn (19 Punkte).

Im Kampf um die vielleicht schon letzte Chance auf die sportliche Wende verkrampften die Berliner Profis von Beginn an. Katastrophale Fehlpässe, fehlende Ordnung und technische Schwächen brachten die Gäste, die zuvor mit nur zwei Siegen in acht Pflichtspielen auch kräftig geschwächelt hatten, in die Vorhand. Nikos Liberopoulos entblößte mit einem schönen Pass genau zwischen die Innenverteidiger Arne Friedrich und Steve von Bergen die Berliner Deckung. Der dieses Mal ins Mittelfeld vorgerückte Ochs schob ohne jede Bedrängnis zu seinem ersten Saisontor ein. Hertha fehlte nicht nur in dieser Phase jeder Anspruch auf Erstliga-Zugehörigkeit.

Nur die Inkonsequenz der Frankfurter, die nach zwei Niederlagen und 1:6 Toren in Folge bissiger als zuletzt auftraten, verhinderte den ganz frühen K. o. der Berliner. Nach einer Flanke des agilen Ochs brachte Alexander Meier aus zehn Metern den Ball nicht im Berliner Tor unter (18.). Einen Schuss von Liberopoulos parierte Hertha-Keeper Jaroslav Drobny mit letztem Einsatz (25.). Ochs wurde nach Zuspiel von Ümit Korkmaz in letzter Sekunde abgeblockt (50.).

Erst nach einer halben Stunde kam Hertha zu einigen Offensiv-Aktionen. Doch der Brasilianer Raffael fand für seine Pässe keine Verwerter. Waleri Domowtschijski, für den Null-Tore-Stürmer Artur Wichniarek in der Startelf, schoss viel zu lasch (28.). Und einen Versuch von Maximilian Nicu entschärfte Eintracht-Keeper Oka Nikolov mit einer Fuß-Abwehr. Bei Berlin wurde die Verzweiflung immer größer. Schließlich rutschte Franz in eine Eingabe von Ochs. Und Meier machte nach Vorarbeit von Chris die nächste schmerzhafte Pleite für Hertha perfekt.

FSV Mainz 05 - Hamburger SV 1:1

Die Hanseaten kamen wieder nicht über ein Unentschieden hinaus und warten damit nun schon seit sechs Spielen auf einen Sieg. Der Aufsteiger aus Mainz bleibt hingegen zu Hause ungeschlagen und die Überraschung der Saison. Vor 20.300 Zuschauern im Bruchweg-Stadion erzielte Tim Hoogland sechs Minuten vor dem Ende den Ausgleich für die Gastgeber. Tunay Torun hatte den HSV, der auswärts weiter ungeschlagen ist, früh in Führung gebracht (3.).

Beide Teams lieferten sich von Beginn an ein rassiges Duell mit offenem Visier. Bereits in der zweiten Minute traf Aristide Bancé für die Mainzer nur den Pfosten, den Nachschuss setzte Andreas Ivanschitz weit über das Tor. Im direkten Gegenzug brachte Torun die Hanseaten in Führung. Nach feinem Zuspiel von Elijero Elia behielt der 19-Jährige in seinem sechsten Bundesligaspiel die Nerven und überwand FSV-Torhüter Heinz Müller.

Der frühe Rückstand brachte die heimstarken Mainzer zunächst aus dem Rhythmus. In einer hektischen Partie mit vielen Fouls und Unterbrechungen konnte das Tuchel-Team nicht die zu Hause gewohnte Dominanz ausüben. Stattdessen hätte Torun in der 21. Minute sogar auf 2:0 für den HSV erhöhen können, scheiterte dieses Mal aber an Müller.

Kurz zuvor hatten die Hamburger, die in Mladen Petric, Zé Roberto, Jonathan Pitroipa und Paolo Guerrero erneut auf zahlreiche verletzte Stammspieler verzichten mussten, eine weitere Hiobsbotschaft zu verkraften. Nach einem Foul von Nikolce Noveski musste Elia verletzt vom Platz getragen werden (15.). Für den Niederländer kam der Schwede Marcus Berg, der nach einer Grippe zunächst auf der Ersatzbank hatte Platz nehmen müssen.

Nach einer halben Stunde erspielten sich die Hausherren, bei denen im Vergleich zum torlosen Remis bei Borussia Dortmund vor einer Woche Zsolt Löw und André Schürrle für Bo Svensson und Chadli Amri in der Startformation standen, wieder einige Chancen. Zunächst scheiterte Bancé jedoch zweimal an HSV-Torwart Frank Rost (34.). Dann schlug Nationalspieler Piotr Trochowski einen Kopfball des Stürmers aus Burkina Faso von der Torlinie (35.).

Im zweiten Durchgang verflachte die Begegnung. Die Hamburger standen defensiv sehr sicher und ließen die 05er zunächst nicht zur Entfaltung kommen. Auf der anderen Seite konnten sich die Norddeutschen im Angriff aber auch nicht mehr durchsetzen und verpassten eine vorzeitige Entscheidung. Erst 20 Minuten vor dem Ende kam wieder etwas Schwung in die Partie. Schürrle schlenzte den Ball für die Mainzer aus halblinker Position aber am HSV-Tor vorbei. In der Folgezeit warfen die 05er noch einmal alles nach vorne und wurden durch den Treffer von Hoogland mit einem verdienten Punkt belohnt.

1. FC Nürnberg - SC Freiburg 0:1

Die Aufholjagd der Nürnberger ist schon wieder vorbei. Eine Woche nach dem furiosen 3:2-Erfolg beim Meister VfL Wolfsburg kassierte der "Club" im Aufsteigerduell eine bittere Pleite und erlitt mit der vierten Heimniederlage einen Rückschlag im Kampf um den Klassenverbleib. Vor 40.824 Zuschauern im Nürnberger easy credit-Stadion gelang Freiburg dank des entscheidenden Treffers von Stefan Reisinger (12. Minute) erfolgreiche Wiedergutmachung für das 0:6-Heimdebakel vor einer Woche gegen Werder Bremen.

Sowohl FCN-Trainer Michael Oenning wie auch sein Freiburger Kollege Robin Dutt waren vor der Partie zu personellen Änderungen gezwungen. Beim "Club" fehlte Torwart Raphael Schäfer, der wegen seines üblen Tritts gegen den Wolfsburger Zvjezdan Misimovic am vergangenen Samstag für vier Spiele gesperrt wurde. Für ihn feierte der 23-jährige Alexander Stephan seinen Bundesliga-Einstand im FCN-Tor. Bei Freiburg waren die Defensivspieler Heiko Butscher, Pavel Krmas und Johannes Flum wegen Verletzung nicht dabei. Als linker Verteidiger gab der Franzose Jackson Mendy (22) aus der Freiburger Regionalligamannschaft sein Profi-Debüt.

Freiburgs Notabwehr war in den ersten 15 Spielminuten nahezu arbeitslos, denn die Breisgauer bestimmten vom Anpfiff weg die Partie und schnürten die Franken in deren eigener Hälfte ein. Schon nach sieben Minuten wäre der Sportclub fast in Führung gegangen, aber bei einem Kopfball von Mohamadou Idrissou war Stephan auf dem Posten und lenkte den Ball über die Querlatte. Fünf Minuten später war der Debütant machtlos. Idrissou gewann das Kopfballduell mit FCN-Kapitän Andreas Wolf, und der Ex-Fürther Reisinger brachte Freiburg mit seinem dritten Saisontor verdient in Führung.

Nürnberg fehlten Ideen und Spielwitz, um die Freiburger Defensive ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Für einen Hauch von Gefahr vor dem Tor von SC-Keeper Simon Pouplin sorgten Peer Kluge, der als einziger FCN-Profi Normalform zeigte, und Wolf (16.) bei den ersten Möglichkeiten für den ratlos wirkenden Altmeister. Die größte Chance zum Ausgleich vergab Kluge (43.), als er nach Vorarbeit von Christian Eigler nur das Außennetz traf. Mit der Einwechslung von Offensivspieler Eric-Maxim Choupo-Moting für Innenverteidiger Dominic Maroh (46.) versprach sich FCN-Trainer Oenning mehr Angriffsschwung.

Die Nürnberger entwickelten tatsächlich mehr Druck nach vorne, rannten aber eher blind als zielstrebig dem Rückstand hinterher. Ein Schuss von Mike Frantz (56.) stellte Pouplin kaum auf die Probe. Die Freiburger mit dem Ex-Nürnberger Ivica Banovic als Dreh- und Angelpunkt beschränkten sich aufs Kontern, wobei ihnen die unzähligen Fehlpässe der hilflosen Franken entgegen kamen. Auch Oennings letzter Joker Marek Mintal, der für den schwachen Daniel Gygax (74.) auflief, stach nicht. Eine Minute vor Spielende traf Choupo-Moting per Kopfball nur die Torlatte.

VfL Bochum - 1. FC Köln 0:0

Nach einer erneut schwachen Vorstellung muss FC-Trainer Zvonimir Soldo weiter um seinen Job bangen. Zwar entführten die Rheinländer bei der trostlosen Nullnummer einen Punkt, verpassten aber den erhofften Befreiungsschlag im Tabellen-Keller ebenso wie der Revierclub, der sich immerhin um einen Platz auf Rang 16 verbesserte. Vor 29.102 Zuschauern im fast ausverkauften rewirpower-Stadion hatte keine der beiden Mannschaften den Sieg verdient. Die Westclubs müssen sich in dieser Form auf einen harten Kampf um den Klassenerhalt einstellen.

Soldo, der am Donnerstag Milivoje Novakovic als Kapitän abgesetzt hatte, bot den Slowenen trotz des Konflikts in der Startformation auf. Wohl auch, weil Manasseh Ishiaku (Knieprobleme) als Alternative im Sturmzentrum ausfiel. Dennoch veränderte Soldo sein Team nach dem 0:4-Debakel gegen 1899 Hoffenheim auf drei Positionen. Für Miso Brecko, Sebastian Freis und den gesperrten Lukas Podolski rückten Taner Yalcin, Kevin Pezzoni und Adil Chihi in die Elf. VfL-Coach Heiko Herrlich bot die Mannschaft auf, die am Sonntag in der zweiten Hälfte beim Hamburger SV den überraschenden 1:0-Sieg gesichert hatte. So kam Regionalliga-Akteur Roman Prokoph zu seinem Debüt von Beginn an.

Beiden "Kellerkindern" merkte man die große Verunsicherung an. So war die Partie geprägt von zahlreichen Fehlpässen, Missverständnissen und Ballverlusten. Bochum versuchte es häufig mit langen Bällen in die Spitze auf Stanislav Sestak, diese blieben aber meist zu unpräzise. Köln stand zwar relativ sicher in der Abwehr, offenbarte aber erneut große Mängel im Offensivspiel. So blieben Torchancen in dem niveauarmen Spiel absolute Mangelware. Die einzige VfL-Möglichkeit vor der Pause vergab Christoph Dabrowski per Kopf (14.), auf der Gegenseite setzte Chihi (19.) einen Freistoß neben das Bochumer Tor.

Herrlich reagierte auf die schwache Vorstellung seiner Elf mit zwei Wechseln zur Halbzeit. Für Dennis Grote und Matias Concha kamen Diego Klimowicz und Joel Epallé. Sie sollten für mehr Schwung nach vorn sorgen. Doch änderte sich nichts. Das Angriffsspiel blieb Stückwerk. Die beste Möglichkeit zum Siegtreffer hatten in der Schlussphase sogar die Gäste. Doch Chihi (69.) traf nur den Pfosten, den Nachschuss vergab der neue Spielführer Petit kläglich. Bochum erspielte sich nach dem Wechsel nicht eine gute Torchance. Die besten Möglichkeiten zum Sieg hatten in der Schlussphase sogar die Gäste, doch Chihi (Pfosten) und wenig später der engagierte Novakovic vergaben.

 
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