Europa League Bremen weiter, HSV noch nicht
Der HSV spielt nur 0:0 gegen Celtic Glasgow und steht jetzt unter Druck. Werder schafft vorzeitig den Sprung in die Zwischenrunde – und Hertha kann wieder hoffen.
Bruno Labbadia wollte nur das Positive sehen. Man müsse der Mannschaft ein Kompliment machen, sagte der Trainer des Hamburger SV nach dem 0:0 seines enttäuschenden Teams gegen Celtic Glasgow. Wegen der vielen Verletzten und wohl auch wegen der 2:3-Niederlage zuletzt in der Bundesliga gegen Gladbach sei die Situation seiner Mannschaft nicht einfach gewesen, "aber sie hat sich wieder in das Spiel hineingefunden". Davon war vor 45.037 Zuschauern im Hamburger WM-Stadion lange wenig zu sehen. Vor allem in der ersten Halbzeit tat sich der HSV gegen die Schotten schwer, nach der Pause wurde es etwas besser.
"Was vielleicht gefehlt hat, war die Durchschlagskraft. Wir haben es aber jetzt selber in der Hand und wollen das in den zwei Spielen klarmachen", sagte Labbadia. Durch den klaren 3:0-Sieg von Spitzenreiter Hapoel Tel-Aviv beim Tabellen-Dritten Rapid Wien steht der HSV als Gruppen-Zweiter im nächsten Heimspiel in der Europa League gegen Rapid unter Druck. Schließlich hat der Bundesliga-Dritte schon das Hinspiel in Wien mit 0:3 verloren. Danach kommt das Spiel in Israel. "Wir wollen jetzt eine Serie starten. Durch den Sieg von Tel Aviv war das ein gewonnener Punkt", fand Joris Mathijsen.
Überlegen war der HSV zwar von Anfang an, doch die besseren Chancen hatten zunächst die Schotten. Vor allem Keeper Frank Rost bewahrte seine Mannschaft vor einem Rückstand. "Wir sind enttäuscht, wir hatten die Chancen", sagte der für die Schotten spielende Andreas Hinkel. Nach einer frühen Möglichkeit für den HSV durch Marcus Berg hatte Celtic eine sehr gute Chance. Doch Frank Rost zeigte eine überragende Parade und verhinderte so den Rückstand nach einem Schuss von Scott MacDonald aus 14 Metern, später klärte er nochmals gegen McDonald. Auf HSV-Seite hatte Marcell Jansen zwei Möglichkeiten. Nach der Pause kam der HSV mit viel Elan aus der Kabine und machte viel Druck. Die Hamburger waren nah dran am Siegtreffer, doch das erlösende Tor wollte einfach nicht fallen.
Später 2:0-Erfolg für Bremen
Lange Zeit mühte sich Werder Bremen am Donnerstagabend in der Europa League gegen Austria Wien. Doch den Hanseaten wollte vor 25.000 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion zunächst einfach nicht viel gelingen. Erst zehn Minuten vor Schluss schaffte Tim Borowski gegen die Österreicher das 1:0. Nach Vorlage von Markus Rosenberg traf der Bremer aus stark abseitsverdächtiger Position. Danach aber lief es: Hugo Almeida erzielte wenig später das 2:0, der Endstand. Aaron Hunt hatte ihm den Ball im Strafraum zugespielt.
In der ersten Hälfte trat Bremen in einer temporeichen, aber keineswegs hochklassigen Partie mutlos auf. Zwar dominierte Werder das Spiel, die Angriffe blieben aber zumeist harmlos. Eine der besten Chancen setzte Tim Borowski nach einer Flanke von Marko Marin per Kopf am Tor von Austria vorbei. Die Gäste machten es nicht viel besser, erarbeiteten sich allerdings die aussichtsreichsten Torgelegenheiten. Zu Beginn des zweiten Abschnitts parierte Werder-Torhüter Tim Wiese zwei gute Gelegenheiten. Erst rettete der Keeper nach einem Eckstoß von Milenko Acimovic, danach wehrte er einen strammen Schuss von Zlatko Junuzovic ab. Dann leitete Borowski den Sieg ein – Werder hat nun schon 18 Spiele hintereinander nicht verloren.
Hertha siegt wieder
Hertha BSC hingegen konnte endlich wieder gewinnen. Nach zwölf Pflichtspielen ohne Sieg kam der Berliner Krisenclub dank des Last-Minute-Treffers von Artur Wichniarek beim niederländischen Ehrendivisionär SC Heerenveen zu einem 3:2 (1:2). Die Hertha kann in der Vorrundengruppe D nun wieder auf die K.o.-Runde hoffen.
Das zunächst katastrophale Abwehrverhalten der Berliner bestrafte der ehemaliger Leverkusener und Cottbuser Michal Papadopulos mit zwei Toren vor der Pause (4. und 36. Minute). Der erste Doppelpack des jungen Bulgaren Walerij Domowtschijski, jeweils vorbereitet von Sorgenkind Wichniarek (21., 52.), hielt den Bundesliga-Tabellenletzten im Spiel. Der bisherige Null-Tore-Stürmer Wichniarek (90. und 1.) schoss den umjubelten Siegtreffer der Hertha.
"Die Mannschaft hat immer an sich geglaubt, ist hohes Risiko gegangen und wurde am Ende belohnt", erklärte ein erleichterter Friedhelm Funkel, der nach einem Monat auch seinen ersten Erfolg als Berliner Coach feiern durfte. Mit nun vier Punkten hat Berlin nach vier Runden alle Chancen auf den Einzug in die K.o.-Runde. Und für das so wichtigen Bundesliga-Kellerduell gegen den 1. FC Köln am Sonntag kann Hertha viel neue Zuversicht mitnehmen.
- Datum 06.11.2009 - 09:26 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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