Fußball-Wetten

Italienische Fahnder nehmen mutmaßliche Wettbetrüger fest

Die Ermittlungen gegen Fußball-Wettbetrug haben Italien erreicht: Der Präsident eines norditalienischen Clubs und mehrere weitere Verdächtige wurden festgenommen.

Die italienische Polizei hat wegen Betrugsverdachts im Sport den Präsidenten des Fußballclubs Potenza SC, Giuseppe Postiglione, sowie acht weitere Personen festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen nach Behördenangaben Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Wettbetrug vor.

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Der Club-Chef und seine Komplizen stehen unter dem Verdacht, ein Zweitligaspiel in der Saison 2007/2008 und sieben Spiele der ersten Amateurliga in der vergangenen Spielzeit manipuliert zu haben. Potenzas Antimafia-Staatsanwalt Francesco Basentini ermittelt gegen 20 Verdächtige. Ein Bezug zu den Drahtziehern im europäischen Wettskandal zeichnete sich am Montagmorgen allerdings noch nicht ab.

In Deutschland besteht laut Staatsanwaltschaft bei 32 Spielen Verdacht auf Manipulation. Betroffen sind Dritt- und Zweitliga-Spiele sowie Partien der Regional- und Oberligen und der U21-Nationalmannschaft. Laut Medienberichten stehen Spieler des VfL Osnabrück und des SSV Ulm 1846 sowie ein DFB-Schiedsrichter im Fokus. Die Polizei habe in Deutschland und der Schweiz insgesamt 17 Haftbefehle vollstreckt, hieß es. Auf die Spur gekommen waren die Ermittler den Verdächtigen durch das Abhören von Telefonaten im Rotlichtmilieu.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat als Reaktion auf die Ermittlungen zum Fußball-Wettskandal eine Task Force eingerichtet. Das sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger am Montag auf
einer Pressekonferenz in Frankfurt.

Nach Angaben der Bochumer Behörde stehen europaweit 200 Spiele in neun Ländern unter Manipulationsverdacht. Die Staatsanwaltschaft nannte neben Deutschland, Belgien, die Schweiz, Kroatien, Slowenien, Bosnien, die Türkei, Österreich, Ungarn.

In der Schweiz hat nach dem Zweitligisten FC Thun ein weiterer Verein Verwicklungen in Manipulationen öffentlich gemacht. Der Zweitligist FC Gossau suspendierte seinen Mittelfeldspieler Mario Bigoni. Das bestätigte Vereinspräsident Roland Gnägi am Montag in der Zeitung Blick. Laut Gnägi hat der 25-jährige Bignoni zugegeben, "dass in der letzten Rückrunde bei einem Spiel nicht alles sauber gelaufen" sei. Der Stürmer Omar Faye wurde bereits am Sonntag vom FC Thun gesperrt. Der 22-Jährige war im Zusammenhang mit dem Wettskandal von der Polizei vernommen worden. In der Schweiz stehen 22 Partien der Zweiten Liga und sechs Vorbereitungsspiele unter Verdacht.

Der europäische Fußball-Union Uefa hat die in den Wettskandal verwickelten Nationalverbände zu einem Krisentreffen bestellt. Die neun Länder werden am Mittwoch am Uefa-Sitz in Nyon zusammenkommen, darunter auch Deutschland. Die Verbände werden hier über die Ermittlungen der Bochumer Staatsanwaltschaft sprechen.

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Leser-Kommentare

  1. Ich nehme an, dass Potenza SC der Fussballverein der in der Basilikata liegenden Stadt Potenza ist, welche ziemlich eindeutig in Süditalien liegt.

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  • Datum 23.11.2009 - 14:28 Uhr
  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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  • Schlagworte Betrug | Wettbetrug | Sport | Fußball
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