Philipp Lahm in der Nationalelf

Plötzlich Kapitän

Lahms öffentliche Kritik am FC Bayern hat seiner Karriere im Nationalteam nicht geschadet: Er wird heute als Kapitän auflaufen. Dominik Bardow kommentiert

Philipp Lahm: Neuer Kapitän im neuen WM-Trikot

Philipp Lahm: Neuer Kapitän im neuen WM-Trikot

Es wäre nur logisch gewesen: Bastian Schweinsteiger, mit 71 Länderspielen der Erfahrenste im Team, führt die DFB-Elf im schweren ersten Spiel nach Robert Enkes Tod auf den Platz. Oder Arne Friedrich, 69 Länderspiele, und am längsten dabei, seit 2002. Doch der Spielführer gegen die Elfenbeinküste heißt Philipp Lahm, 62 Länderspiele, trotz oder gerade wegen aller Turbulenzen um seine Kritik am FC Bayern.

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Die Führung der Nationalmannschaft schätzt mündige Spieler, wie Oliver Bierhoff sagt, und Lahm habe sich zum Führungsspieler entwickelt. Damit gehen Bierhoff und Löw zwar nicht auf Konfrontation zu den Bayern, doch sie zeigen klar, wo die Unterschiede zum Rekordmeister liegen. In München musste Lahm für sein kritisches Interview eine Rekordstrafe zahlen und sich bei der Vereinsführung entschuldigen.

Zwar sagte Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge nach dem Vorfall, er glaube, dass Lahm Bayern-Kapitän werde – doch versehen mit dem Zusatz "irgendwann mal". So muss sich Lahm im Verein wohl noch ein paar Jahre hochdienen, während er in der Nationalelf mit seiner Art die zurückhaltenderen Schweinsteiger und Friedrich überholt hat. Ganz Führungsspieler, stimmte Lahm seine Mitspieler gleich auf das sensible Spiel eins nach Enke ein: "Es muss wieder losgehen."

Und so wird die DFB-Elf nach Ballacks Rückkehr künftig von zwei Spielern angeführt, die sich nicht scheuen, mit Interviews öffentlich anzuecken. Für die Nationalmannschaftskarriere offenbar keine schlechte Strategie.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel)

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Leser-Kommentare

  1. Das ist ja ein echter Superkommentar zum Artikel des Tagesspiegel.

  2. [...]
    [entfernt aufgrund von rassistisch diskriminierendem Inhalt. Die Redaktion/vv]
    Ist Bayern überhaupt Deutschland?

    Na, wenigstens sind sie in der EU - ach ja, da gibt es ja auch noch einen Seehofer, der ist in der CSU.

    Aber gehört denn die CSU noch immer zu Bayern, etwa sogar zum FCB?

    Könnte ja sein, da beide in der Krise stecken...

  3. 3. Sorry,

    Der Inhalt war eigentlich nicht rassistisch gemeint!
    Ich hätte vielleicht einige Worte lieber in Anführungszeichen setzen sollen!

    Mein Bezug sollte dahin gehend nur deutlich machen, dass wir uns unsere Kader lieber selber heranziehen sollten.
    Es gibt in Deutschland genug guten Fußballnachwuchs, der aber keine Chance bekommt, sich national und international richtig zu bewähren.
    ...und wie man beim FCB mit Spielerkritik umgeht, das haben wir ja schon öfters nachhaltig erlebt.

    Da kommt einem manchmal der Kaffee hoch!

    Die Arroganz der Bayern auf dem Spielfeld, vor allem der Vereinsführung, ist nicht gerade förderlich für den Fußball.

    • 19.11.2009 um 17:28 Uhr
    • TDU

    Da hoffen wir doch, dass wenigsten diesmal ein "Lautsprecher" Positives bewirkt. Übrigens auch für die Fehleinkäufe oder Fehlbesetzungen. Immerhin gehören die auch zur Manschaft. Viel Glück, Herr Lahm.

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  • Von Dominik Bardow
  • Datum 18.11.2009 - 12:27 Uhr
  • Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
  • Kommentare 4
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  • Schlagworte Fußball | Nationalmannschaft
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