Jürgen Marbach über 50 plus 1 "Diese Regel ist nicht zeitgemäß"Seite 2/2

So schüchtern kann man die Meisterschale präsentieren: Jürgen Marbach im Mai 2009
ZEIT ONLINE: Wenn die 50-plus-1-Regel abgeschafft wird, sinkt vielleicht die Bereitschaft, den Fußball zu subventionieren.
Marbach: Öffentliche Gelder haben im Profisport auf Dauer nichts verloren. Einen Kredit zur Überbrückung akzeptiere ich. Aber Steuergeld darf man dazu nicht verschwenden.
ZEIT ONLINE: Aber an der Volkswagen AG ist das Land Niedersachsen beteiligt.
Marbach: Das ist keine Subvention, sondern ein Investment des Staats.
ZEIT ONLINE: Der VfL Wolfsburg – ein Beispiel dafür, dass es auch ohne 50-plus-1-Regel geht?
Marbach: So kann man das sehen. Für den Meistertitel und die Siege in der Champions League erhalten der Verein und Volkswagen Beachtung in der ganzen Welt. Aber auch Bayer Leverkusen ...
ZEIT ONLINE: ... auch mit Sondergenehmigung ausgestattet ...
Marbach: ... und die TSG Hoffenheim tun der Liga gut.
ZEIT ONLINE: Noch ein Klub, der die Regel umgeht, wie Experten sagen.
Marbach: Zumindest der Beleg dafür, dass sie eine Papierregel ist. Dietmar Hopp mag 49,9 Prozent tragen und hat maximalen Einfluss. Aber bei ihm ist das alles in besten Händen.
ZEIT ONLINE: Sie haben also nichts gegen Mehrheitsbeteiligung. Auch nichts gegen Mehrfachbeteiligung, wie das jetzt mit dem Audi-Einstieg in München folgen könnte?
Marbach: Volkswagen und Audi sind zwei verschiedene juristische Personen.
ZEIT ONLINE: Aber Audi gehört zum Volkswagen-Konzern.
Marbach: Volkswagen betreibt so viel Sponsoring an unterschiedlichen Stellen: Werder Bremen, Schalke 04, Kickers Emden ...
ZEIT ONLINE: Sponsoring ist aber nicht Teilhaberschaft. Es gibt Juristen, die darin eine Missbrauchsgefahr sehen. Die Uefa könnte einschreiten.
Marbach: Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ein Problem ist. Eine Beeinflussung des Wettbewerbs sehe ich nicht. Gehen Sie mal davon aus, dass der Deal geprüft worden ist.
Die Fragen stellte Oliver Fritsch.
- Datum 12.11.2009 - 16:13 Uhr
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