Europa League Fahne schwenken für PalästinaSeite 2/2

Politische Aktionen, wie sie der Gewerkschaftsverband initiieren wollte, werden stets vom europäischen Fußballverband, der UEFA, sanktioniert. Auch daher legte Celtic Glasgow so großen Wert darauf, dass der Aufruf der Gewerkschaft, mit Palästina-Flaggen ins Stadion zu kommen, missachtet wurde.

Das Schwenken der Fahne eines anderen Landes gehört freilich bei Celtic-Fans zum üblichen Verhalten: Wegen ihrer historischen Wurzeln und ihrer Nähe zur römisch-katholischen Kirche gehört die Flagge des Nachbarlands Irland zum üblichen Anblick im Celtic Park. Beim Derby, wenn Celtic gegen den Lokalrivalen Glasgow Rangers antritt, spielt diese Identität – und der Hass auf die protestantischen Rangers-Fans – eine gewichtige Rolle. "Old Firm" heißt das Derby in Glasgow, "90 Minuten des Hasses" nennt es der Fußballexperte Simon Kuper: Im schottischen Fußball wird dann der Nordirlandkonflikt zwischen katholischen Iren und protestantischen Oraniern in aller Brutalität nachgespielt.

Von Antisemitismus war da allerdings bislang selten etwas zu spüren, und wenn, ging er meist von den Anhängern der protestantischen Rangers aus. Vor drei Jahren etwa, als die Rangers den israelischen Klub Maccabi Haifa empfingen, lief ein Fan mit einer Palästinaflagge über den Platz, dazu ein T-Shirt, das den Papst beleidigte – was bei Rangers-Fans irgendwie dazugehört. Der Mann wurde zu Sozialstunden verdonnert, und auch der Verein musste eine Strafe zahlen. Als am Mittwochabend beim Spiel von Celtic gegen Hapoel Tel Aviv kurz vor Spielschluss der pro-palästinensische Flitzer sehr schnell von den Ordnern gestellt und abgeführt wurde, buhten ihn die Celtic-Fans aus.

 
Leser-Kommentare
  1. Ein T-Shirt auf dem der Papst beleidigt wird ist offen anti-katholisch, klar. Ich kann mich zwar nicht erinnern dass darüber berichtet wurde, aber das liegt vermutlich einfach daran dass solche kleinen Provokationen im Fussball völlig alltäglich sind.

    Eine Palästina-Flagge hingegen ist pro-palästinensisch, nicht anti-israelisch oder gar "antisemitisch" wie das im Artikel behauptet wird.
    Klar, die Solidarität mit den Palästinensern war natürlich nur ein Motiv hinter der Aktion, das andere Motiv war sicherlich auch hier wieder die völlig übliche Provokation des Gegners.

    Dass das Zeigen einer Palästina-Flagge als "Antisemitismus" gebrandmarkt und sofort mit einem bestürtzen zweiseitigen Artikel bedacht wird finde ich jedenfalls echt lächerlich. Bei solchen Geschichten kann ich plötzlich sogar verstehen, dass viele Menschen glauben dass alles was Israel nicht schmeckt sofort den Stempel "antisemitisch" bekommt.

  2. Ist nicht jeder ein "Berliner", der für die freiheit und grundrechete der menschen eintritt die woanders unter represalien und einmauerung leben müssen?!

    Warum soll dieses recht den Schotten auf "Berliner" sein verwehert werden??
    Also liebe/r Schotten/innen Ihr dürft auch mal "Berliner" sein, schön nachsagen bitte;

    "All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words "Ich bin ein Berliner"..!"

    John Fitzgerald Kennedy
    1917 - 1963
    35. President of the United States of America (1961-1963)

  3. 3. hapoel

    hapoel tel aviv ist club, dessen anhaenger links bis linksextrem sind. es ist DER linke club in israel. hapoel unterhaelt eine fanfreundschaft mit st. pauli. selten so einen schwachsinnigen aufruf vernommen.

  4. Aha.Wenn man bei einem Spiel einer israelischen Mannschaft auf den Rängen die Palästina-Fahne schwenkt, dann hat das also nichts mit Israel zu tun. Und wenn man vor der amerikanischen Botschaft eine Iran-Fahne schwenkt, dann hat das auch rein gar nichts mit den USA, sondern ausschließlich etwas mit dem Iran zu tun. Der Anlass oder der Ort sind sozusagen total zufällig. Bestechende Logik. Warum schwenkt man dann nicht bei einem Spiel von, sagen wir mal: Celtic gegen Edinburgh massenhaft Palästina-Fahnen?

    Ansonsten ist eine genauere Lektüre des Artikels der Argumentation zuträglich: Es war nicht der Club Celtic, der die "völlig übliche Provokation des Gegeners" vornehmen wollte, sondern es war die Gewerkschaft, die anlässlich des Besuchs einer israelischen Mannschaft plötzlich ihr Interesse an Fußball entdeckt hat. Die Celtic-Fans wollten die Gegner offensichtlch gar nicht provozieren - jedenfalls nicht mit Palästina-Fahnen.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service