Fußball Babbel geht, Gross kommtSeite 2/2

Babbel schritt dagegen nie ein. Dass er außerdem keine Stammelf fand und ständig das taktische System wechselte, schwächte seine Autorität zusätzlich. Am Samstag kam der VfL Bochum nach einer Roten Karte für Diego Klimowicz (81.) selbst in Unterzahl zum 1:1 durch Christian Fuchs (89.). Dazu verletzten sich beim VfB auch noch Zdravko Kuzmanovic und Hitzlsperger (Verdacht auf Muskelfaserriss). Die Aussichten sind nicht gut. "Aber ich freue mich trotzdem auf das Spiel gegen Urziceni", sagte Gross. Babbel ist er nach Lucien Favre (Hertha), Dieter Hecking (Hannover) und Marcel Koller (Bochum) bereits der vierte Trainer, der seit dem ersten Spieltag seinen Stuhl räumen musste.
 

 
Anders als in Stuttgart hält sich beim Hamburger SV der Unmut der Fans noch in Grenzen. Dabei ist ihr Team in der Meisterschaft ähnlich lange sieglos wie der VfB. Noch zehren die Hamburger vom starken Saisonstart. Das lange Warten auf den ersten Bundesliga-Erfolg seit zwei Monaten ging auch beim 0:0 gegen Hoffenheim nicht zu Ende. "Hoffentlich wird diese Serie kein Trauma", klagte Nationalspieler Piotr Trochowski nach der siebten sieglosen Partie.

Ein großer Gewinner des Wochenendes war der FC Bayern. Bereits acht Punkte lag der Rekordmeister nach dem achten Spieltag hinter dem HSV, ist aber mittlerweile in der Tabelle an den Hanseaten vorbeigezogen. Mit dem 2:1 gegen Mönchengladbach verbesserten die Münchner ihre Ausgangsposition. Nur noch vier Zähler beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Leverkusen. Ein Sieg im Champions-League-Duell am Dienstag in Turin, der den Weg in das Achtelfinale ebnen würde, könnte doch noch besinnliche Weihnachten bescheren. "Das ist ein Endspiel", sagte Trainer Louis van Gaal voller Hoffnung auf einen weiteren Befreiungsschlag.

Mehr missmutig als erfreut kommentierten die Leverkusener den besten Saisonstart ihrer Vereinsgeschichte. "Mich interessiert der Rekord nicht", schimpfte Torhüter Rene Adler aus Frust über die dürftige Vorstellung des Tabellenführers beim 0:0 in Hannover. Trotz einer beeindruckenden Serie von 15 Spielen ohne Niederlage fand Trainer Jupp Heynckes in der Kabine deutliche Worte. Angreifer Stefan Kießling brachte Verständnis dafür auf: "So können wir einfach nicht spielen."

Ebenfalls auf Rekordkurs befindet sich Borussia Dortmund. Nach dürftigem Saisonstart setzt das Team von Trainer Jürgen Klopp zum Sturmlauf auf die internationalen Plätze an. Das 4:0 über Nürnberg versetzte die Fans bereits zwei Wochen vor der Feier zum 100. Geburtstag ihres Clubs in Partylaune.

Große Aufregung gab es in Frankfurt und Wolfsburg. Im giftigen Rhein-Main-Derby zwischen der Eintracht und Mainz (2:0) avancierte Maik Franz zum Hauptdarsteller. Wann immer es in der Partie hektisch wurde, war der als Raubein bekannte Abwehrspieler beteiligt. "Seit heute weiß ich, warum die ganze Liga so über ihn redet", kommentierte FSV-Manager Christian Heidel verärgert. FSV-Stürmer Aristide Bancé zeigte Franz nach dem Schlusspfiff den Mittelfinger und muss deshalb mit einem Nachspiel vor dem DFB-Kontrollausschuss rechnen.

In Wolfsburg sorgte Schiedsrichter Guido Winkmann beim 2:2 gegen Freiburg für reichlich Gesprächsstoff. "Das war wieder eine Klasse-Leistung des Referees", kommentierte "Wölfe"-Coach Armin Veh sarkastisch. Mehr noch als über den ersten Gegentreffer durch Mohamadou Idrissou aus Abseitsstellung ärgerte sich der Coach über das Strafstoßtor von Ivica Banovic zum zwischenzeitlichen 1:2. Das angebliche elfmeterreife Foul an Daniel Caligiuri war auch nach dem Studium der TV-Bilder nicht zu erkennen. "Wir werden momentan ziemlich intensiv benachteiligt", klagte Veh.
 

 
Leser-Kommentare
  1. .
    es gibt einen Punkt, an dem der Vorstand (und der eigene Manager) einen Trainer aus der Schusslinie nehem müssen, um ihn selbst nicht zu beschädigen.

    Die Beispiele Ewald Lienen beim 1. FC Köln und Thomas Doll Beim HSV zeigen, was passieren kann, wenn man zu lange zögert.

    Die Trennung ist für beide Seiten konsequent.

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