DFB verprellt Löw Aus der Klinsmann-Geschichte nichts gelernt
Der Deutsche Fußball-Bund wiederholt seine Fehler im Umgang mit dem Bundestrainer. Joachim Löw könnte dem Beispiel Jürgen Klinsmanns folgen. Ein Kommentar von Robert Ide
© Bongarts/Getty Images

Gehen sie einen ähnlichen Weg? Jürgen Klinsmann und Joachim Löw
Was wohl Jürgen Klinsmann sagen würde? Bislang schweigt der einstige Bundestrainer zum aktuellen Zoff im Deutschen Fußball-Bund. Kein Wunder, muss er sich doch stark erinnert fühlen an die eigenen Auseinandersetzungen mit den Funktionären aus Frankfurt am Main. Der als Modernisierungserlöser angekündigte und als Sommermärchen-Macher gefeierte Chefkopf der Nationalmannschaft musste sich oft genug im eigenen Hause wehren.
Seinem damaligen Kotrainer und heutigem Nachfolger Joachim Löw geht es nun genauso. Er soll sich rechtfertigen für seine Forderungen gegenüber dem Verband, er soll erklären, warum es Oliver Bierhoff als Nationalmannschaftsmanager braucht, er soll sagen, weshalb er nicht gleich alles hinschmeißt.
Es ist ja wahr: Bierhoff hat, auch im Namen von Löw, ohne Maß verhandelt. Aber wie damals in der Causa Klinsmann geht heute in der Causa Löw eines unter: Die Querschüsse gegen die erfolgreichen Träger der Nationalmannschaft kommen aus dem eigenen Verband. Warum sind eigentlich Vertragsdetails aus der DFB- Zentrale öffentlich geworden?
Warum muss einer der besten Mitarbeiter wie Löw für eine Vertragsverlängerung ein Zwei-Tage-Ultimatum erfüllen? Warum wird ein neuer Arbeitsvertrag schon vor dem Abschluss als vollendet verkündet? Diese Fragen richten sich nicht an die Führung der Nationalmannschaft. Sondern an die Führung des DFB.
Jürgen Klinsmann hat den Umgang des DFB mit sich nicht vergessen. Warum sollte Joachim Löw das nach der WM tun?
Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 8. Februar
- Datum 08.02.2010 - 10:09 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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auf dieser Erde liegen seit Bestehen dieser Milliarden Tote, und die Welt dreht sich immer noch. Kann eigentlich nicht sein. Ohne Bierhoff/Löw geht`s nicht.
Das sogenannte Ultimatum war seitens des DFB einfach der Versuch, das Thema Vertragsverlängerung noch auf der für 2 Tage später bereits anberaumten Präsidiumssitzung abschließen zu können - sicherlich etwas dilettantisch aber nicht grundsätzlich bösartig. Bösartig (aber medial höchst erfolgreich) waren dagegen die gezielten Indiskretionen seitens des DFB. Sie sind aber auch ein Symptom für die Selbstüberschätzung des Oliver Bierhoffs, denn das und den damit verbundenen massiven Imageschaden für ihn (weniger Werbewert), hat er offensichtlich nicht voraus gesehen.
Fakt ist, dass inakzeptable Forderungen an den DFB gestellt wurden. Löw hat sich völlig ohne Not zu Bierhoff und seinen Forderungen ins Boot gesetzt. Bierhoff hielt sich für den großen Navigator, hat den Kahn aber nur in den Schlamm gesteuert. Löw ist selbst Schuld, wenn er nun auch Dreck abbekommt.
Was die so erfolgreiche Arbeit der beiden anbetrifft: Erfolg wird im Fussball an Titeln gemessen. Beide sind seit 6 Jahren beim DFB. Titel haben sie in der Zeit nicht gewonnen.
Da fällt mir immer wieder dieser Spruch ein, der die deutsche Mentalität in der Hinsicht immer wieder verdeutlicht: "Sie sind NUR zweiter geworden, woran hat es gelegen?".
Hier wird immer so getan, wie schlecht wir deutschen doch sind...schaut euch mal an, wie wir bei den letzten Tunieren abgeschnitten haben...und bei der letzten WM nur deswegen als dritter, weil wir beschissen wurden...sonst wären wir ins Finale gekommen...
Da fällt mir immer wieder dieser Spruch ein, der die deutsche Mentalität in der Hinsicht immer wieder verdeutlicht: "Sie sind NUR zweiter geworden, woran hat es gelegen?".
Hier wird immer so getan, wie schlecht wir deutschen doch sind...schaut euch mal an, wie wir bei den letzten Tunieren abgeschnitten haben...und bei der letzten WM nur deswegen als dritter, weil wir beschissen wurden...sonst wären wir ins Finale gekommen...
...dummes Gschwätz sagt man hierzu in Schwaben. Hier versucht ein mittelmässiger Trainer mit mittelmässigen Methoden für den Fall einer Niederlage (frühen Ausscheidens) sich abzusichern. Herr Löw (Jogi, wasn Spitzname), meint sich dann aus der Verantwortung für die miserable Arbeit, die er geleistet hat, zurückziehen zu können und behaupten das alles wäre die Schuld des DFB, der ihm den Rücken mentalpsychologisch :-) nicht freigehalten hätte.
Aus dem runter Gewirtschafteten hat er doch mit Klinsmann was gemacht. Und wenn er wirklich so wäre, wie beschrieben, hätte er doch sofort verlängert. Scheitern, rausfliegen aber dann wenigstens mit gesicherter Abfindung.
Aus dem runter Gewirtschafteten hat er doch mit Klinsmann was gemacht. Und wenn er wirklich so wäre, wie beschrieben, hätte er doch sofort verlängert. Scheitern, rausfliegen aber dann wenigstens mit gesicherter Abfindung.
Da fällt mir immer wieder dieser Spruch ein, der die deutsche Mentalität in der Hinsicht immer wieder verdeutlicht: "Sie sind NUR zweiter geworden, woran hat es gelegen?".
Hier wird immer so getan, wie schlecht wir deutschen doch sind...schaut euch mal an, wie wir bei den letzten Tunieren abgeschnitten haben...und bei der letzten WM nur deswegen als dritter, weil wir beschissen wurden...sonst wären wir ins Finale gekommen...
Sie sollten sich mal an die eigene Nase fassen mit dem "typisch deutsch". Es ist nämlich auch typisch deutsch sich nach einem (verdient) verlorenen Spiel zu beklagen und anderen die Schuld dafür zu geben.
Tatsächlich war das Tor, das den Verlust des Halbfinales bedeutet hatte ein klassisches Tor, wie es die deutsche Nationalmannschaft seit jeher immer eingesteckt hat, wenn sie die Fähigkeiten der gegnerischen Mannschaft unterschätzt hat.
Hinzu kam, dass die Italiener nach dem Drecksgeschwätz der Bild Zeitung hochmotiviert waren, es den Deutschen mal so richtig zu zeigen. Das haben sie spielerisch bewiesen. Zu so einem Tor wie dem ersten war die deutsche Mannschaft in keinster Weise fähig. Klinsmann wusste, dass es ein normales, verlorenes Spiel war und hat deshalb nicht an der Verbreitung des Betrugsmülls mitgearbeitet. Auch die Franzosen, die ich kenne, haben trotz des verlorenen Endspiels gesagt, dass jemand, der sich verhält wie Zidane kein Spiel zu gewinnen verdient und waren (und sind) deshalb faire Verlierer. Bei uns deutschen hingegen wird ein anderer Schuldiger gesucht. Das ist typisch deutsch.
Sie sollten sich mal an die eigene Nase fassen mit dem "typisch deutsch". Es ist nämlich auch typisch deutsch sich nach einem (verdient) verlorenen Spiel zu beklagen und anderen die Schuld dafür zu geben.
Tatsächlich war das Tor, das den Verlust des Halbfinales bedeutet hatte ein klassisches Tor, wie es die deutsche Nationalmannschaft seit jeher immer eingesteckt hat, wenn sie die Fähigkeiten der gegnerischen Mannschaft unterschätzt hat.
Hinzu kam, dass die Italiener nach dem Drecksgeschwätz der Bild Zeitung hochmotiviert waren, es den Deutschen mal so richtig zu zeigen. Das haben sie spielerisch bewiesen. Zu so einem Tor wie dem ersten war die deutsche Mannschaft in keinster Weise fähig. Klinsmann wusste, dass es ein normales, verlorenes Spiel war und hat deshalb nicht an der Verbreitung des Betrugsmülls mitgearbeitet. Auch die Franzosen, die ich kenne, haben trotz des verlorenen Endspiels gesagt, dass jemand, der sich verhält wie Zidane kein Spiel zu gewinnen verdient und waren (und sind) deshalb faire Verlierer. Bei uns deutschen hingegen wird ein anderer Schuldiger gesucht. Das ist typisch deutsch.
Spielerisch:
- EM-Quali: nur Gruppen-2. hinter Tschechien
- EM: nur 1 gutes Spiel (Portugal), sonst schwach und mit extrem viel Glück
- WM-Quali: 2 äußerst glückliche Siege gegen Russland, sonst sehr mäßiges Gekicke
Personalentscheidungen:
- Viel zu lange an Lehmann sowie den Ersatzkickern in ihren Klubs Metzelder und Odonkor festgehalten
Vielleicht könnte man auch sagen:
Der Klinsmann-Effekt ist längst verpufft
und auch wenn die Entscheider etwas mehr Krawatte und mehr Vertrags-Verhandlungs-Dreistigkeit an den Tag legen als früher:
fußballerisch drohen die bleiernen Zeiten zurückzukehren, die die Ära 1990-2004 zwischen den beiden Refomern Beckenbauer Klinsmann schon prägte
die beiden gierhälse verdienen mehr als genug und von seitens des DFB macht es nur dann SINN den Vertrag von Löw und Bierhoff NACH der WM zu verlängern.
Vorher einen Vertrag zu verlängern, wäre im Prinzip das gleiche, wie Bankern dicke Boni für die Zukunft zu bezahlen ohne zu wissen ob sie das überhaupt wert sind/leisten können.
mfg
PS: Fußball ist doch nur ein Geschäft bei dem es um Milliarden geht. Ich selbst bin schon lange kein Fan mehr von dem Deutschen lahmarschigen Fußball.
Aus dem runter Gewirtschafteten hat er doch mit Klinsmann was gemacht. Und wenn er wirklich so wäre, wie beschrieben, hätte er doch sofort verlängert. Scheitern, rausfliegen aber dann wenigstens mit gesicherter Abfindung.
Die Sorge um den Amateurfussball ist leider seit Jahren so, und sie wird auch zukünftig sein: Der Vorwand und die Entschuldigung der Amateure in diesem Verband.
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