Europa League Wolfsburg und Hamburg weiter, Bremen raus
Nach einem außergewöhnlichen Fußball-Abend stehen Wolfsburg und Hamburg im Viertelfinale der Europa League. Nur Werder Bremen muss spektakulär ausscheiden.
Werder Bremen - Valencia 4:4
© Nigel Treblin/AFP/Getty Images

An Valencia gescheitert: Naldo und der SV Werder Bremen
1:3 zur Pause, ein erneutes "Wunder von der Weser"
lag in der Luft, doch alles Aufbäumen half nichts: Werder Bremen ist nach einem packenden Pokal-Fight in der Europa League gescheitert. Wegen einer desaströsen Defensivleistung kamen die Bremer im Achtelfinal-Rückspiel nicht über ein Unentschieden hinaus. David Villa mit einem Dreierpack
sowie Juan Manuel Mata markierten die Treffer für die Spanier. Beim SV Werder, die hochkarätige Torchancen vergaben, aber vor allem in der Abwehr schwach spielten, trafen Hugo Almeida, Torsten Frings, Marko Marin und Claudio Pizarro. Im Hinspiel hatte Bremen ein 1:1 erreicht.
"Wir müssen hinten gut stehen und keinen Treffer zulassen", hatte Klaus Allofs vor Spielbeginn gefordert - nach nur 117 Sekunden war die Zielsetzung von Werders Clubchef Makulatur und Bremens Taktik über den Haufen geworfen: Gäste-Regisseur David Silva fing einen Pass von Naldo ab, schickte Villa und der überwand Bremens Torhüter Tim Wiese. Bremen war nur kurz geschockt und hätte durch Claudio Pizarro den Ausgleich machen müssen. Der Peruaner schob den Ball alleine vor Keeper Cesar Sanchez am Pfosten vorbei. Besser machte es fünf Minuten später Mata, der schon im Hinspiel erfolgreich war und einen Silva-Steilpass zum 2:0 verwertete.
Werder musste damit zum Weiterkommen drei Tore schießen, die Offensive war gefordert, und die Bremer enttäuschten ihre 24.200 Fans zunächst nicht: Mesut Özil und Marin initiierten einen Angriff nach dem anderen - die Valencia-Abwehr entpuppte sich mehrmals als nicht europacup-reif. Almeida markierte vier Minute nach seiner Einwechslung den Anschlusstreffer.
Offenbarte die Hintermannschaft der Gäste in den ersten 45 Minute riesige Löcher, so grenzte das Auftreten von Werders Verteidigern an Arbeitsverweigerung. Ohne Übersicht, behäbig und viel zu ängstlich traten Naldo, Mertesacker und Co. gegen wirbelnde Spanier auf, das dritte Gegentor war nur eine Frage der Zeit.
In der 25. Minute allein vor Wiese zu uneigennützig, ließ Villa dem Bremer Keeper kurz vor der Pause keine Chance. Erneut bedient vom überragenden Silva, hatte der EM-Torschützenkönig 2008 im Strafraum inmitten von einem halben Dutzend Bremern alle Zeit der Welt, den Ball anzunehmen und zu vollenden. "So kann man nicht verteidigen, das ist viel zu naiv", kritisierte Allofs in der Pause. "Ich weiß nicht, was in die Mannschaft gefahren ist".
Als koste es kaum Kraft, setzten beide Teams ihr Offensivspektakel auch nach dem Seitenwechsel fort: Vorteile hatten dabei zunächst die Bremer. Einen Foulelfmeter verwandelte Frings zum Anschlusstreffer, nur fünf Minute später gelang Marin nach einem Freistoß-Trick der Ausgleich. Das Weserstadion tobte - aber nur für drei Minuten, bis Villa einen Konter zum 4:3 vollendete. Bremens Ausscheiden schien besiegelt, aber Pizarro machte es kurz vor Schluss noch einmal spannend - ein Happy End blieb jedoch aus.
Werder Bremen: Wiese - Fritz (79. Rosenberg), Mertesacker,
Naldo, Pasanen - Frings, Borowski (22. Hugo Almeida) - Marin, Özil,
Hunt - Pizarro
FC Valencia: César - Miguel, Marchena (65. Michel), Dealbert,
Bruno Saltor (46. Jordi Alba) - Maduro, Baraja - Joaquin (55.
Fernandes), Silva, Mata - Villa
Schiedsrichter: Blom (Niederlande)
Zuschauer: 24.200
Tore: 0:1 Villa (2.), 0:2 Mata (15.), 1:2 Hugo Almeida (26.), 1:3
Villa (45.), 2:3 Frings (57./Foulelfmeter), 3:3 Marin (62.), 3:4
Villa (66.), 4:4 Pizarro (84.)
Gelbe Karten: Rosenberg / Baraja, Joaquin, Jordi Alba, Mata,
Miguel
Beste Spieler: Hugo Almeida, Marin / Silva, Mata, Villa
- Datum 19.03.2010 - 11:32 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Dieses Spiel war wirklich eines der besten, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Torchancen am Stück, Spannung, Kampfgeist, Tragik und nicht zuletzt 8 Tore... es war alles dabei, sehr schade, dass Bremen dieses hochkarätige Spiel nicht mehr umbiegen konnte.
Das war wirklich ein Match in dem beide Teams absolut auf Augenhöhe waren. Die individuelle Klasse eines Marins oder eines Silvas brachte dem Spiel zu jeder Zeit eine gewisse Unberechenbarkeit.
Ich bin dankbar, dass ich dieses Spiel sehen durfte!
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