Piotr Trochowski "Im Hamburger Amateurfußball gehen viele lieber feiern"

Nationalspieler und Teilzeitbankdrücker Trochowski über Missstände beim HSV, Rückstände des deutschen Fußballs, seine WM-Teilnahme und den besten Trainer der Welt.

Piotr Trochowski

Piotr Trochowski

ZEIT ONLINE: Sie sind in Hamburg groß geworden und haben in der Jugend des FC St. Pauli gespielt. Freuen Sie sich auf das Derby nächstes Jahr?

Piotr Trochowksi: Auf jeden Fall, Derbys sind was Besonderes. Insofern wünsche ich St. Pauli den Aufstieg – auch wenn mir HSV-Fans diese Aussage krumm nehmen sollten.

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ZEIT ONLINE: Wären Sie denn dabei?

Trochowksi: Ich weiß, worauf Sie anspielen. Die Leute reden viel, und viele Journalisten schreiben ab, was sie irgendwo lesen oder hören. Gerüchte gibt es immer.

ZEIT ONLINE: Zuletzt klangen Sie, als ob Sie auf Distanz zu Ihrem Verein gehen. Oder täuscht der Eindruck?

Trochowski: Das stimmt schon. Ich bin seit fünf Jahren beim HSV und einer der dienstältesten Spieler. Ich habe die Wertschätzung des Vereins vermisst.

ZEIT ONLINE: Was konkret vermissen Sie denn?

Trochowski: Rückendeckung in der Öffentlichkeit, etwa vom Vorstand. Aber ich will nicht falsch verstanden werden, ich fühle mich hier wohl.

ZEIT ONLINE: Bleiben Sie beim HSV?

Trochowksi: Mein Vertrag läuft bis 2011, daher stellt sich die Frage nicht.

ZEIT ONLINE: Sie sind Nationalspieler. Wollen Sie nicht wieder mal Champions League spielen?

Trochowski: Klar will ich das. Ich will auch Weltmeister werden.

Ich halte Fitnesstests für überschätzt. Barcelona spielt Fußball. Verstehen Sie? Die spielen Fußball.

ZEIT ONLINE: Mit der Champions League müssten Sie sich gedulden, wenn Sie in Hamburg blieben. Sogar die Qualifikation für die Europa League ist in Gefahr. Müsste nicht mehr drin sein mit dieser Mannschaft?

Trochowksi: Allerdings müsste es das! Wir haben eine Menge Nationalspieler, ein sehr gutes Stadion und tolle Fans. Es ist viel zu wenig, was wir Saison für Saison bringen. Wir sind in Hamburg. Der HSV ist ein großer Verein. Hier muss mehr möglich sein!

ZEIT ONLINE: Woran liegt es, dass es nicht läuft?

Trochowski: Wir sind zu schwankend in unseren Leistungen. Es ist eine mentale Frage. Gerade nach erzielten Toren könnte man den Eindruck haben, dass wir einen Gang zurückschalten. Da müssen wir abgeklärter werden.

ZEIT ONLINE: Ist es die Fitness? Es gibt viele Gegentore am Ende des Spiels.

Trochowski: Nein, eindeutig nicht.

ZEIT ONLINE: Wie wird denn Fitness beim HSV gemessen?

Trochowski: Vor der Saison gibt es einige Tests, auch mit Wissenschaftlern. Aber ich halte das alles für überschätzt. Nach dem Spiel bekommen wir immer Statistiken, in denen es heißt, wir sind zwölf Kilometer und mehr gelaufen. Aber mancher Spieler von Barcelona läuft nur zehn Kilometer. Das sagt doch alles. Die spielen Fußball. Verstehen Sie? Die spielen.

Leser-Kommentare
    • rafax
    • 01.04.2010 um 10:43 Uhr

    Dass gerade Trochowski von mangelndem Ehrgeiz oder falscher Einstellung redet ist schon ein starkes Stück. Auch dass er mangelnde Wertschätzung ihm gegenüber beklagt ebenso. Er ist es doch, der häufig über den Platz schlurft als hätte er eine ganze Packung Schlaftabletten intus. Er ist es doch, der nicht ansatzweise die Lücke füllen konnte die van der Vaart hinterlassen hat. Er ist es doch, der nicht in der Lage ist, ein Spiel an sich zu reissen und die Führung zu übernehmen. Von daher sollte er lieber mal versuchen sein Spiel zu verbessern und an seiner Einstellung zu arbeiten anstatt in der Öffentlichkeit eine Wertschätzung einzufordern, die er nicht verdient hat.

    • camou
    • 01.04.2010 um 10:57 Uhr

    bitte weniger schwurbelige intervieuws, mehr auf dem platz.

    soll ja so einfach sein wie auf dem dach oder umgekehrt, behauptet ein weiterer karnevalsprinz ohne fortune und leistungswillen.

  1. "Einige nehmen sich zu wichtig" - was für eine Ansage!

    Und das vom Luftikuss der Mannschaft, von dem Spieler der das Maul schon aufgerissen hat, als er mitunter 15-20 Minuten ansprechenden Fußball gezeigt hat. Nach ´ner Phase in der er diesen Zeitraum auf 2 x 15 Minuten ausgedehnt hat, ist er mittlerweile wieder da wo er war. Dieser Spieler verursacht nur Kopfschütteln - was glauben Troche, espiele wie Flasche leer!

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