Champions League Stuttgart hofft auf das perfekte Spiel
Der VfB Stuttgart reist als klarer Außenseiter zum Achtelfinal-Rückspiel nach Barcelona. Dennoch glauben die Schwaben an eine Sensation: Hierzu brauchen sie das "perfekte Spiel".
© Christof Koepsel/Getty Images

Christian Gross (l.) und Horst Heldt sind optimistisch: Sie sehen den VfB in Barcelona nicht chancenlos
Felix Magath ist bekannt dafür, lieber tiefzustapeln, als die Stärken seiner Mannschaft hervorzuheben. So verfuhr er als Trainer in Wolfsburg, so hält er es als Verantwortlicher auf Schalke. Doch jetzt hat er eine gewagte Prognose gestellt. "Ich traue Stuttgart in Barcelona eine gute Rolle zu. Sogar ein Sieg ist drin", sagt der frühere Trainer des VfB, mit dem er 2003 in der Champions League gespielt hat. Magaths Worte schmeicheln den Schwaben. Die Chance, das Viertelfinale in Europas Eliteliga zu erreichen, erhöhen sie jedoch nicht. Nach dem 1:1 im Hinspiel ist der VfB für das Rückspiel am Mittwochabend in Barcelona (Live im Ticker von ZEIT ONLINE) krasser Außenseiter.
Das hält die Verantwortlichen der Stuttgarter nicht davon ab, positiv zu denken – es bleibt ihnen auch nichts anderes übrig. "Wir haben eine kleine Chance", sagt der Manager Horst Heldt. Auch der Trainer Christian Gross hält ein Weiterkommen für "schwierig, aber machbar".
Bei allem Optimismus haben sich die Stuttgarter Voraussetzungen verschlechtert, gegen die Superstars des FC Barcelona für eine Sensation zu sorgen. Die Katalanen und vor allem ihr dreifacher Torschütze Messi präsentierten sich beim 3:0 am vergangenen Wochenende gegen Valencia stark verbessert. In dieser Partie erinnerte nichts mehr an das Team, das sich in Stuttgart phasenweise vom VfB überrennen ließ oder die Tabellenführung in der spanischen Liga an Real Madrid verlor.
"Sie haben uns im Hinspiel unterschätzt. Das werden sie nicht noch einmal tun", glaubt Heldt. Barcelonas Torjäger Zlatan Ibrahimovic, der im Hinspiel den Ausgleich erzielte, lobt den Gegner für sein aggressives Spiel, doch er kündigt an: "Im Camp Nou werden wir ein anderes Spiel sehen." Dass der Erzrivale aus Madrid in der vergangenen Woche überraschend an Olympique Lyon scheiterte, hat Barças Bewusstsein zusätzlich geschärft. "Das ist eine Lektion für uns alle", betonte ihr Trainer Josep Guardiola.
Ein weiteres negatives Vorzeichen für den VfB: Ihm mangelte es in den vergangenen beiden Spielen auf Schalke (1:2) und in Bremen (2:2) an der nötigen Cleverness, die er in Barcelona unbedingt braucht, um zu bestehen. "Hinten haben wir zu viele Fehler gemacht und vorne hat uns die Entschlossenheit gefehlt", kritisierte Gross. Zu viele Torchancen ließen die Schwaben auch im Hinspiel gegen Barça ungenutzt, so dass sie einen Sieg oder ein höheres Remis als 1:1 zum Weiterkommen benötigen.
Auch wenn alles gegen den VfB spricht – die Lust auf ein attraktives Fußballspiel gegen die vielleicht beste Mannschaft der Welt ist ungebrochen. "Wir freuen uns auf dieses Spiel", sagt Heldt. Wie selbstbewusst die Stuttgarter in den gut drei Monaten mit Gross als Trainer geworden sind, ließ sich zwischen den beiden Partien gegen den FC Barcelona beobachten. Zu Beginn seiner Amtszeit war die Champions League nicht mehr als "ein Dessert" (Gross), das die Konzentration auf die Bundesliga nicht stören durfte. Mittlerweile klingt das anders. Schon nach dem Hinspiel war der Ärger über das dünne Ergebnis größer als der Stolz auf die eigene starke Leistung. Der VfB hatte den großen FC Barcelona an den Rand einer Niederlage gebracht. Und auch am Mittwoch will sich laut Heldt "niemand nur einen schönen Tag in Barcelona" machen.
Taktisch ist dieser Abend eine große Herausforderung. Der VfB muss eine Weltauswahl mit Stars wie Messi, Xavi und Ibrahimovic in Schach halten und dabei selbst in die Offensive gehen. Laut Gross braucht es dafür nichts weniger als das "perfekte Spiel": Er fordert, Barça keinen Spielraum zu lassen, vom eigenen Tor fernzuhalten und selbst blitzschnell nach vorn zu spielen. "Wir werden nicht viele Chancen kriegen", sagte er. "Aber wir müssen mutig, selbstbewusst und sehr clever sein." Vielleicht bewahrheiten sich dann die Worte von Felix Magath. (mb mit dpa)
- Datum 17.03.2010 - 22:52 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Das "perfekt Spiel" zu erhoffen ist etwas in die falsche Richtung gedacht ?
Wenn das einer beherrscht, dann Barcelona. Wenn heute Abend ein perfektes Spiel stattfindet sollte, kann das gar nicht der Wunsch von Stuttgert sein.
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