Diese Ansicht ist eine Legende, schreibt Professor Eberhard Heymann von der Universität Osnabrück in seinem Lehrbuch "Haut, Haar und Kosmetik". "Sie beruht auf der Beobachtung, daß bei jungen Männern der Bart zunächst als Flaum sprießt und in der Zeit, in der man sich üblicherweise zu rasieren beginnt, in sehr dicke Haare übergeht."

Jedes einzelne Haar am Körper durchlebt einen Zyklus: Zunächst sprießt es schnell, aber allmählich kommt das Wachstum zum Stillstand. Nach einer Ruhephase fällt das Haar aus, und ein neues wächst nach. Ob es zwischendurch geschnitten wird, ist dabei völlig egal - die Wurzel "weiß" nicht, was mit dem Haar draußen passiert. Die Stoppeln etwa an den Beinen wirken nur deshalb kräftiger, weil das Haar an seiner dicksten Stelle abgeschnitten wurde und nun nicht mehr spitz zuläuft. Christoph Drösser

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