Die Anordnung "Qwerty" (benannt nach den ersten sechs Tasten auf der englischen Tastatur) wird oft als Paradebeispiel für die These angeführt, daß sich in der Technik schlechte Lösungen durchsetzen, wenn die Marktmacht groß genug ist. Bei näherem Hinschauen bleibt von der Legende allerdings nicht sehr viel übrig.

Christopher Latham Sholes entwickelte 1868 die Schreibmaschinentastatur, die wir heute noch benutzen. Sollte damit das Schreiben künstlich verlangsamt werden? Die Wirtschaftswissenschaftler Stan Liebowitz und Stephen Margolis wälzten historische Berichte über die damals sehr beliebten Schnellschreibwettbewerbe. Ergebnis: Mal gewann Qwerty, mal ein anderes System. Noch bis in die zwanziger Jahre konnte man wählen zwischen Geräten mit ganz verschiedenen Tastenanordnungen, dann setzte sich das System des Marktführers durch. Fazit: Die Qwerty-Welt ist nicht die beste aller Welten, aber sie ist wohl auch nicht merklich langsamer als andere. Christoph Drösser

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