Ihr Legendendetektor in allen Ehren - aber an der Geschichte ist tatsächlich etwas dran. Die überzeugte Sozialdemokratin Astrid Lindgren rechnete 1976 aus, daß sie für ihr Einkommen von 2 Millionen Kronen Steuern und Sozialabgaben in Höhe von 2 002 000 Kronen zu zahlen hätte - also 100,1 Prozent. Sie schrieb daraufhin ein Märchen (Pomperipossa in Monismanien), in dem sie die schwedischen Zustände karikierte, und rief zur Abwahl der Regierung von Olof Palme auf.

Tatsächlich hatte sich die Kinderbuchautorin verrechnet, wie ihr der damalige Finanzminister Gunnar Sträng genüßlich vorhielt: Da sie - damals 68 Jahre alt - sich bereits im Rentenalter befinde, sei sie von den Sozialabgaben befreit und müsse nur die Steuern in Höhe von 85 Prozent zahlen. Von dem Rest könne sie aufgrund ihrer "sparsamen Veranlagung" wohl ihre laufenden Kosten decken.

Die Wahlen haben die Sozialdemokraten übrigens verloren. Christoph Drösser

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