Es stimmt tatsächlich: Wenn man Lebensmittel bis zum Verkohlen erhitzt, entstehen bestimmte krebserregende Kohlenwasserstoffe - das gilt für Ihre Pizza genauso wie für verbranntes Fett und dunkel gebratenes Fleisch.

Vor allem das in diesen Wochen so beliebte Grillen ist den Krebsexperten ein Dorn im Auge. Wenn Fett aus Fleisch oder Wurst in die Glut tropft, steigen Rauchschwaden auf und schlagen sich auf dem Grillgut nieder. Darin findet sich "alles Mögliche, was der liebe Gott verboten hat", sagt Malte Wittwer von der Deutschen Krebshilfe. Besonders gefährlich: das Benzpyren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung berichtet, dass auf der Oberfläche eines über Holzkohle gegrillten Steaks eine Benzpyrenkonzentration gemessen wurde, die dem Gehalt des Rauchs von 600 Zigaretten entsprach.

Wieviele schwarze Würste muss man essen, um Krebs zu bekommen? Einen solchen linearen Zusammenhang gibt es nicht, erklärt Wittwer. Krebs sei ein "multifaktorielles Ereignis" - man sollte halt versuchen, insgesamt ein vernünftiges Verhalten an den Tag zu legen. "Sich im Sommer mit einer Zigarette im Mund und einem Schnaps in der Hand an den Grill zu stellen, noch dazu in die pralle Sonne - das ist sicherlich ein riskantes Verhalten", sagt der Krebsexperte. Christoph Drösser

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