Nein! "Wer sein Bier sieben Minuten lang zapft, der serviert den Gästen ein schlaffes Getränk, das müde auf der Zunge liegt", sagt Erich Dederichs vom Deutschen Brauer-Bund. In die

gleiche Kerbe schlägt auch Annette Heinemann, Pressesprecherin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes: Die Sieben-Minuten-Regel sei auf die früher üblichen Zapfanlagen zurückzuführen. "Heutzutage gibt es fast ausschließlich komfortable Edelstahlfässer und drei gängige Zapfhähne, den Kükenhahn, den Kolbenhahn und den Kompensatorhahn", erklärt Frau Heinemann. "Diese Hähne in Kombination mit einer heute üblichen Zapfanlage ermöglichen ein schnelles Zapfen des Bieres."

Ein gutes Pils ist heutzutage in knapp drei Minuten servierfertig: Das frisch gespülte Glas wird schräg gehalten, sodass das Bier an der Innenseite entlang fließt. Ist das Glas halb voll, stellt man es für eine Minute ab und füllt es dann auf. Nach einer weiteren Minute erhält das Bier noch die letzte Schaumkrone. "Das Ergebnis: ein Glas mit einem frischen, spritzigen Pils mit grobporigem festem Schaum, das man zehn bis fünfzehn Minuten trinken kann, ohne dass das Prickeln verloren geht", schwärmt Erich Dederichs. "Wenn Ihr Gastwirt das nicht kann oder will, dann gibt es nur einen Tipp: Wechseln Sie die Gaststätte!" Christoph Drösser

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