So unglaublich es klingen mag: Es stimmt. Die spontane mathematische Intuition sagt dem aufgeklärten Mitteleuropäer: Es gibt sieben Wochentage, und weder 365 noch 366 sind durch 7 teilbar, deshalb verschiebt sich der 1. Januar (und mit ihm alle Daten) jährlich um einen oder zwei Tage, sodass sich zumindest auf lange Sicht die Dreizehnten gleichmäßig auf alle Wochentage verteilen müssten.

Dass dies nicht so ist, liegt am Gregorianischen Kalender. Nach dem ist nämlich nicht alle vier Jahre ein Schaltjahr. Glatte Hunderter, die nicht durch 400 teilbar sind, fallen aus diesem Schema heraus (also etwa 1700, 1800 und 1900. Dieses Jahr hatte dagegen einen 29. Februar). Das Schema wiederholt sich also alle 400 Jahre, und wenn man nachrechnet, stellt man fest, dass diese 400 Jahre genau 146 097 Tage haben, eine durch 7 teilbare Zahl! Das bedeutet aber: Der 1.1.2000 fiel auf denselben Wochentag wie der 1.1.1600, und so geht es alle 400 Jahre, bis irgendwann ein weiterer Schalttag eingefügt werden muss, um den Kalender mit dem Lauf der Erde in Einklang zu bringen.

In 400 Jahren gibt es nun aber genau 4800-mal den 13. eines Monats. Weil diese Zahl nicht durch 7 teilbar ist, kann es keine Gleichverteilung auf die Wochentage geben. Der Durchschnitt ist 685,71, und tatsächlich fällt der 13. am häufigsten auf einen Freitag, nämlich 688-mal in 400 Jahren. Das heißt, es gibt in vier Jahrhunderten etwa zwei schwarze Freitage "zu viel". Wie viel Unglück diese Abweichung über die Welt bringt, können wir an dieser Stelle nicht ermessen. Christoph Drösser

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