Bildungsstreik "Wir sind Teil einer Protestwelle!"
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"Bologna betrifft alle, überall sind die Folgen zu spüren!"

Einer Studentin des Afrika-Asien-Instituts geht es so. Sie steht vor der Bildungsbarrikade mit Blick auf die dort niedergeschriebenen Sprüche. "Klar, was die da fordern finde ich auch gut, aber ich will und kann mir keine Fehlstunden erlauben. Für mich ist es ein Privileg studieren zu können", sagt sie. Ob sie denn aber nichts daran ändern möchte, dass studieren für jeden möglich wird? "Ja schon, Aber dass ich mein Studium geregelt kriege, ist für mich erst einmal wichtiger." Zur Kundgebung könne sie nicht gehen, "da habe ich Vorlesung."

Der Energie- und Umwelttechnikstudent Bastian Büning zeigt mehr Leidenschaft. Der 21-Jährige sagt: "Unsere Ziele haben wir bereits im Bildungsstreik in diesem Sommer klar ausgesprochen und positioniert. Aber es ist nichts passiert! Jetzt erhoffe ich mir, dass sich auch etwas bewegt!" Für seinen Kommilitonen Maarten Thiele liegt die Hauptaussage des Bildungsstreiks vor allem in der Grenzüberschreitung: "Bologna betrifft alle, überall sind die Folgen zu spüren!"

Auch Schüler tummeln sich unter den Studenten, wollen dabei sein, so wie die 19-jährige Saskia Schulze. "Man sieht ja, dass immer mehr mobilisiert werden", sagt sie. Recht sollte sie behalten. Um halb fünf füllt sich der Ida-Ehre-Platz an der Mönckebergstraße in der Hamburger Innenstadt: Knapp 100 Studenten stehen hier, quatschen und warten auf die Kundgebung. Zehn Minuten später steht der Referent des Hamburger Allgemeinen Studierenden-Ausschusses (Asta) Tilmy Alazar auf der Ladefläche eines weißen Wagens, einer improvisierten Bühne. Eine spontane Demonstration habe sich ergeben. Und tatsächlich strömen immer mehr protestierende Studenten auf den Platz, sodass sich, angeführt vom weißen Lader und flankiert von Polizei, ein lauter Tross Demonstranten durch die Mönckebergstraße hin zum Hamburger Hauptbahnhof schiebt. Und immer wieder rufen sie: "Bildung für alle – und zwar umsonst!" sowie: "Wir sind hier, wir sind laut – weil man uns die Bildung klaut!"

Die Polizei geht am Abend von 1.500 Teilnehmern aus. Und an der Überzeugung, mit der Alazar am Hauptbahnhof in die Menge schreit: "Wir sind Teil einer Protestwelle!", erkennt man, dass weit mehr Demonstranten vor ihm stehen als erwartet. "Wir haben gedacht, wir machen eine kleine Kundgebung, wir hatten nie den Wunsch eine Massendemo zu veranstalten", sagt er später. Die einstündige Kundgebung selber mit insgesamt sieben Rednern entpuppt sich als weniger spektakulär als der Marsch, auch weil die Masse sich verläuft.

Gegen vier Uhr in der Nacht ist Twitter-Nutzer sternenschaum noch online und schreibt eine Kurzmitteilung auf ihre Seite des sozialen Netzwerks: "Bin endlich mal zu Hause, Besetzung im Audimax geht weiter, fette Party."

 
Leser-Kommentare
  1. Ich bin selber Student und gerade im 5. Semester Elektrotechnik angekommen,
    mir macht mein Studium (die meißte Zeit) Spaß und ich habe zwar nicht wenig Wochenstunden, aber auch nicht so viele, dass ich keine Zeit mehr hätte Abends wegzugehen. Mein Jahrgang ist an unserer Fakultät der erste der das Bachelor-System macht, wir sind also die Versuchskaninchen, aber man höre und staune: es funktioniert.
    Von daher tun mir all die Mitstudenten leid, bei denen dies nicht so ist und ich finde es richtig dafür zu protestieren.
    Warum ich dennoch die Protestveranstaltungen ablehne:
    Der größte Hörsaal wird besetzt und auf dem Weg dorthin wird erstmal jede Wand vollgeschmiert, als ob noch keiner vom Streik gehört hätte.
    Allein das Geld das dafür benutzt wird den ganzen Dreck wieder wegzumachen könnte deutlich sinnvoller benutzt werden.
    Auch Forderungen wie "Weg-mit-dem-NC" sind quatsch.
    Der NC ist kein Eignungstest für einen Studiengang, sondern eine notwendige Maßnahme, wenn jeder zweite Erziehungswissenschaften und Germanistik auf Lehramt studieren will.
    Wir sind mit 100 Leuten im ersten Semester angefangen, jetzt sind wir noch 40 und es herrscht ein super Lernklima.
    Ich kann allen Abiturienten nur empfehlen, dass sie sich überlegen sollten ob ihre Interessen sich nicht dort vertiefen lassen wo nicht jeder hin möchte.
    Mein Beitrag soll keine Augenwäscherei der Tatsache sein, dass unser Bildungssystem nicht funktioniert, sondern lediglich die Art und Weise mancher Proteste kritisieren.

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    Die Wände dürfen nicht besprüht werden! Bei uns im Kleingartenverein "Zum geilen Hirsch" sind wir der gleichen Meinung, und haben deswegen Nachtwachen eingerichtet ;-)

    Allein das Geld das dafür benutzt wird den ganzen Dreck wieder wegzumachen könnte deutlich sinnvoller benutzt werden.

    junger mann, sie denken offenbar, dass das geld, wenn es nicht zum sanieren beschmierter hochschulfassaden verwendet wird, anderswo sinnvoller eingesetzt würde.

    hierzu kann ich nur feststellen: äähm, ich glaube nicht.

    Die Wände dürfen nicht besprüht werden! Bei uns im Kleingartenverein "Zum geilen Hirsch" sind wir der gleichen Meinung, und haben deswegen Nachtwachen eingerichtet ;-)

    Allein das Geld das dafür benutzt wird den ganzen Dreck wieder wegzumachen könnte deutlich sinnvoller benutzt werden.

    junger mann, sie denken offenbar, dass das geld, wenn es nicht zum sanieren beschmierter hochschulfassaden verwendet wird, anderswo sinnvoller eingesetzt würde.

    hierzu kann ich nur feststellen: äähm, ich glaube nicht.

  2. Die Wände dürfen nicht besprüht werden! Bei uns im Kleingartenverein "Zum geilen Hirsch" sind wir der gleichen Meinung, und haben deswegen Nachtwachen eingerichtet ;-)

  3. Allein das Geld das dafür benutzt wird den ganzen Dreck wieder wegzumachen könnte deutlich sinnvoller benutzt werden.

    junger mann, sie denken offenbar, dass das geld, wenn es nicht zum sanieren beschmierter hochschulfassaden verwendet wird, anderswo sinnvoller eingesetzt würde.

    hierzu kann ich nur feststellen: äähm, ich glaube nicht.

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