Lehrerausbildung Vom Uni-Seminar ins Klassenzimmer

Bachelor und Master, Staatsexamen oder alles auf einmal: Jedes Land schult seine Lehrer anders. Ein Überblick über die verschiedenen Wege ins Klassenzimmer

Pisa und der Bologna-Prozess sind schuld: In kaum einer anderen Disziplin gab es in den vergangenen Jahren so viele Veränderungen wie in der Ausbildung der Lehrer. Der Weg, der vom Seminar an der Uni vor die Klasse führt, war schon immer von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt - die neuen Bachelor-/Master-Strukturen haben die traditionelle Kleinstaaterei aber noch unübersichtlicher gemacht. Einige Länder haben bereits vor Jahren auf das neue gestufte Studiensystem umgestellt, andere wollen das Staatsexamen beibehalten, haben die Ausbildung aber trotzdem in Module gegliedert, und wieder andere fahren zweigleisig und kombinieren Bachelor/Master und Staatsexamen. Zum Teil werden angehende Lehrer aber nicht nur von Land zu Land, sondern auch von Uni zu Uni und sogar von Lehramt zu Lehramt unterschiedlich ausgebildet. An einem Lehramtsstudium Interessierte müssen sich also gut überlegen, welche Ausbildung zu ihren Vorstellungen passt.

Bei allem Durcheinander hat die Einführung des neuen Studiensystems aber auch Vorteile - vor allem für Unentschlossene, die sich mit den sogenannten polyvalenten Bachelorstudiengängen nach sechs Semestern noch umorientieren können. Wer sich doch gegen das Klassenzimmer entscheidet, kann an den Bachelor in diesem Fall einen anderen, fachspezifischen Master und nicht den Master of Education anschließen. Allerdings kritisieren Experten, dass manche Universitäten das Etikett Polyvalenz recht großzügig auslegen, weil die meisten lehramtsbezogenen Bachelorstudiengänge schon erziehungswissenschaftliche Anteile enthalten. Abiturienten sollten sich also vorher darüber klar werden, wie sicher sie sich sind und wie breitgefächert ihr Bachelor daher sein soll.

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Alle Absolventen - egal, ob mit Staatsexamen oder Mastertitel - gehen in den Vorbereitungsdienst, das Referendariat, und machen danach das Zweite Staatsexamen. Unabhängig vom späteren Titel müssen sich Abiturienten oft schon vorher für eine Schulart entscheiden: Gymnasium oder Grundschule? Realschule, Hauptschule, Berufs- oder Sonderschule? Je nach späterer Schulart werden zumeist unterschiedliche Studiengänge mit verschiedenen Anforderungen angeboten. Wichtig ist daher, sich an der jeweiligen Universität über die Studieninhalte der einzelnen Studiengänge zu informieren, etwa auf den Internetseiten der Hochschulen. Einen ersten Überblick über die derzeitigen Regelungen der einzelnen Bundesländer bietet der folgende Text. (Stand: April 2010)

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