Lehrerausbildung Vom Uni-Seminar ins Klassenzimmer

Bachelor und Master, Staatsexamen oder alles auf einmal: Jedes Land schult seine Lehrer anders. Ein Überblick über die verschiedenen Wege ins Klassenzimmer

Pisa und der Bologna-Prozess sind schuld: In kaum einer anderen Disziplin gab es in den vergangenen Jahren so viele Veränderungen wie in der Ausbildung der Lehrer. Der Weg, der vom Seminar an der Uni vor die Klasse führt, war schon immer von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt - die neuen Bachelor-/Master-Strukturen haben die traditionelle Kleinstaaterei aber noch unübersichtlicher gemacht. Einige Länder haben bereits vor Jahren auf das neue gestufte Studiensystem umgestellt, andere wollen das Staatsexamen beibehalten, haben die Ausbildung aber trotzdem in Module gegliedert, und wieder andere fahren zweigleisig und kombinieren Bachelor/Master und Staatsexamen. Zum Teil werden angehende Lehrer aber nicht nur von Land zu Land, sondern auch von Uni zu Uni und sogar von Lehramt zu Lehramt unterschiedlich ausgebildet. An einem Lehramtsstudium Interessierte müssen sich also gut überlegen, welche Ausbildung zu ihren Vorstellungen passt.

Bei allem Durcheinander hat die Einführung des neuen Studiensystems aber auch Vorteile - vor allem für Unentschlossene, die sich mit den sogenannten polyvalenten Bachelorstudiengängen nach sechs Semestern noch umorientieren können. Wer sich doch gegen das Klassenzimmer entscheidet, kann an den Bachelor in diesem Fall einen anderen, fachspezifischen Master und nicht den Master of Education anschließen. Allerdings kritisieren Experten, dass manche Universitäten das Etikett Polyvalenz recht großzügig auslegen, weil die meisten lehramtsbezogenen Bachelorstudiengänge schon erziehungswissenschaftliche Anteile enthalten. Abiturienten sollten sich also vorher darüber klar werden, wie sicher sie sich sind und wie breitgefächert ihr Bachelor daher sein soll.

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Alle Absolventen - egal, ob mit Staatsexamen oder Mastertitel - gehen in den Vorbereitungsdienst, das Referendariat, und machen danach das Zweite Staatsexamen. Unabhängig vom späteren Titel müssen sich Abiturienten oft schon vorher für eine Schulart entscheiden: Gymnasium oder Grundschule? Realschule, Hauptschule, Berufs- oder Sonderschule? Je nach späterer Schulart werden zumeist unterschiedliche Studiengänge mit verschiedenen Anforderungen angeboten. Wichtig ist daher, sich an der jeweiligen Universität über die Studieninhalte der einzelnen Studiengänge zu informieren, etwa auf den Internetseiten der Hochschulen. Einen ersten Überblick über die derzeitigen Regelungen der einzelnen Bundesländer bietet der folgende Text. (Stand: April 2010)

Baden-Württemberg ist das einzige Bundesland, in dem es Pädagogische Hochschulen (PH) gibt, an denen die Mehrzahl der angehenden Lehrer studiert. Wer sich für ein Lehramtsstudium interessiert, muss sich zunächst für eine Schulart entscheiden: Es gibt das Studium für das Lehramt an Gymnasien, Grund- und Haupt-, Real-, Sonder- und berufliche Schulen - wer nicht Gymnasiallehrer werden will, besucht eine Pädagogische Hochschule. Für Grund- oder Hauptschullehramt wählen die Studenten eine Schulart als Schwerpunkt. Die Regelstudienzeit beträgt hier sechs Semester, im Grundstudium werden drei Fächer belegt. Eines davon muss Deutsch oder Mathematik sein. Im Hauptstudium entscheiden sich die Studenten für ein Hauptfach und zwei Fächer aus einem Fächerverbund. Künftige Realschullehrer studieren im Regelfall sieben Semester: Im Grundstudium werden drei Fächer belegt, im Hauptstudium ebenfalls ein Hauptfach und zwei Fächer aus einem Fächerverbund. Diese Lehramtsstudiengänge werden zurzeit neu strukturiert. Es ist geplant, das gemeinsame Lehramtsstudium für Grund- und Hauptschule abzuschaffen und ein neues Lehramt für die Grundschule sowie eines für Haupt- und Realschule zu schaffen. Die Regelstudienzeit für beide Studiengänge, die zum Wintersemester 2011/12 eingeführt werden, soll acht Semester betragen.

Wer später an einem Gymnasium unterrichten möchte, geht für zehn Semester an die Universität und schreibt sich meist für zwei Hauptfächer ein (bei bestimmten Fächerverbindungen müssen drei Fächer studiert werden).

Alle Lehramtsstudiengänge umfassen neben den Fächern und ihren Didaktiken bildungswissenschaftliche Studien und eine in der Regel dreimonatige schulpraktische Ausbildung.

Für Studieninteressierte ist ab dem Wintersemester 2011/12 ein Selbsteinschätzungstest unter

Voraussetzung, für angehende Gymnasiallehrer bereits ab dem kommenden Wintersemester; sie müssen vor dem Studium zudem ein zweiwöchiges Orientierungspraktikum absolvieren.

Am Ende des Studiums steht das Erste Staatsexamen. Baden-Württemberg hält daran fest, hat die Lehramtsstudiengänge aber in Module gegliedert. Eine Ausnahme sind die Berufsschullehrkräfte: Sie verlassen die Universität beziehungsweise die FH oder PH in der Regel mit Bachelor- und Masterabschluss; nur die Studienrichtungen Sozialpädagogik sowie Gesundheit und Gesellschaft werden mit dem Staatsexamen abgeschlossen. Danach folgt in allen Lehrämtern ein 18-monatiger Vorbereitungsdienst.

Die Ausbildung zum Lehrer in Bayern orientiert sich an den Schularten, man wird von Anfang an zum Beispiel Hauptschul- oder Gymnasiallehrer. Das Studium eines Grundschullehrers umfasst einen erziehungswissenschaftlichen Teil, Didaktik der Grundschule und ein Unterrichtsfach. Wer Lehrer an einer Hauptschule werden möchte, studiert ebenfalls Erziehungswissenschaften, hinzu kommen Didaktiken einer Fächergruppe der Hauptschule und ein Unterrichtsfach (zum Beispiel Arbeitslehre, Physik oder Geschichte). Spätere Real- und Gymnasiallehrer belegen neben Erziehungswissenschaften zwei Fächer, wobei hier teils bestimmte Kombinationen vorgegeben sind (beispielsweise muss Chemie mit Biologie, Mathematik oder Physik gekoppelt werden). Obligatorisch für alle Studiengänge sind Praktika, die teils schon vor Studienbeginn absolviert werden.

Die Lehrerausbildung in Bayern wird modularisiert, der Freistaat hält jedoch an der Ersten Staatsprüfung fest, die nach wie vor Voraussetzung zum Unterrichten an einer Schule ist. Sie ist aber künftig Teil der Ersten Lehramtsprüfung, die außerdem noch die Modulprüfungen an der Universität einschließt. Mit Beginn des Wintersemesters 2010/2011 ist der Umstellungsprozess an allen bayerischen Universitäten abgeschlossen. Einige Hochschulen entwickeln aber auch Studiengänge, die sowohl zur Staatsprüfung als auch zu Bachelor- und Masterabschlüssen führen. Modellversuche laufen in Eichstätt, Bayreuth, Erlangen-Nürnberg, Passau und an der TU München. In Eichstätt etwa bietet das Programm Lehramt Plus die Möglichkeit, entweder mit der Ersten Lehramtsprüfung abzuschließen oder für eine Tätigkeit außerhalb der Schule mit Bachelor oder Master. Darüber hinaus können aber auch Studenten innerhalb von Bachelor-/Masterstudiengängen zusätzlich die Erste Staatsprüfung ablegen.

In der Ausbildung für die Berufsschule schließen mittlerweile fast alle Studiengänge bayernweit mit Bachelor und Master ab. Bei Berufsschullehrern beginnt nach dem Master, bei allen anderen nach der Ersten Staatsprüfung das zweijährige Referendariat, das mit der Zweiten Staatsprüfung abschließt.

Weitere Informationen: www.stmuk.bayern.de

In Berlin werden lehramtsbezogene Bachelor- und Masterstudiengänge seit dem Wintersemester 2004/05 angeboten. Im Bachelorstudium studieren angehende Lehrer zunächst drei Jahre lang zwei Unterrichtsfächer und Berufswissenschaften, die Erziehungswissenschaft und die Didaktiken der jeweiligen Fächer umfassen. Die im Bachelorstudium gewählte Fächerkombination ist entscheidend dafür, ob ein Master of Education angeschlossen werden kann und für welches Lehramt dieser qualifiziert: Wer etwa Grund- oder Sonderschullehrer werden möchte, wählt im Erstfach Grund- oder Sonderschulpädagogik und dazu ein Unterrichtsfach. Wer zum Beispiel später an einem Gymnasium Physik unterrichten möchte, muss noch Mathematik dazu wählen.

Bachelorabsolventen, die sich sicher sind, Lehrer werden zu wollen, legen sich im Master endgültig auf eine Schulart fest: Studenten, die Lehrer in den Klassenstufen 1 bis 10 sein möchten, hängen einen einjährigen, berufswissenschaftlich geprägten Masterstudiengang an, in dem das zweite Fach vertieft wird. Angehende Sonderschullehrer belegen einen dreisemestrigen Master. Für die Klassenstufen 7 bis 13 und berufsbildende Schulen braucht es vier Semester bis zum Mastergrad. Alle lehramtsbezogenen Master sind der Ersten Staatsprüfung gleichgestellt. Daran schließt sich der Vorbereitungsdienst, der für die Klassen 1 bis 10 zwölf Monate und für die höheren Klassen 24 Monate dauert, an. Auf ihn folgt die Zweite Staatsprüfung.

Weitere Informationen: www.berlin.de/sen/bildung/lehrer_werden

In Brandenburg wird das Lehramtsstudium nur an der Universität Potsdam angeboten, an der für das Lehramt an Gymnasien (Regelstudienzeit zehn Semester), für die Sekundarstufe I und die Primarstufe (Regelstudienzeit neun Semester) ausgebildet wird. Das Studium gliedert sich in ein sechssemestriges Bachelorstudium und ein drei- beziehungsweise viersemestriges Masterstudium. Angehende Gymnasiallehrer studieren zwei Fächer sowie Erziehungswissenschaften und absolvieren schulpraktische Studien. Das Studium für die Sekundarstufe I und die Primarstufe umfasst die zwei Fächer oder Lernbereiche, Unterricht im primarstufenspezifischen Bereich und den Erziehungswissenschaften sowie schulpraktische Studien.

Der Master of Education, der der Ersten Staatsprüfung gleichgestellt wird, ist die Voraussetzung für den Vorbereitungsdienst. Dieser dauert 24 Monate und schließt mit der Zweiten Staatsprüfung ab. Die schulpraktischen Studien werden mit bis zu sechs Monaten angerechnet, sodass der Vorbereitungsdienst auf 18 Monate verkürzt werden kann. Er gliedert sich in die Ausbildung an einem Studienseminar des Landesinstituts für Lehrerbildung und in die praktische Ausbildung an einer Schule.

Weitere Informationen: www.mbjs.brandenburg.de

Die Universität Bremen hat zum Wintersemester 2005/2006 die Lehrerausbildung auf das Bachelor-/Master-System umgestellt. Studienanfänger können zwischen einem Bachelorstudiengang Fachbezogene Bildungswissenschaft für Grundschulen (1. bis 4. Klasse) und einem für Sekundarschulen (5. bis 10. Klasse) wählen, in denen jeweils zwei Fächer gleichberechtigt belegt werden. Grundschullehrer belegen Elementarmathematik oder Deutsch und ein weiteres Fach; bei Sekundarlehrern muss ein Fach Arbeitsorientierte Bildung, Deutsch, Elementarmathematik, eine Fremdsprache (Englisch, Französisch, Spanisch) oder Physik sein. Wer an einem Gymnasium, in den oberen Klassen einer Gesamtschule oder an einer Berufsschule unterrichten möchte, studiert zwei Unterrichtsfächer als Haupt- und Nebenfach. Deutsch, Mathematik, eine Fremdsprache (Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch), Musik oder eine Naturwissenschaft (Biologie, Chemie, Physik) sind Voraussetzung für die Zulassung zum Lehramts-Master. Je nach Schulart sind 50 bis 75 Prozent des Bachelorstudiums den jeweiligen Fächern gewidmet. Hinzu kommt der sogenannte Professionalisierungsbereich mit erziehungswissenschaftlichen, fachdidaktischen und schulpraktischen Studienanteilen. Wer während des Studiums merkt, dass er vielleicht doch nicht Lehrer werden will, kann sich verstärkt auf die sogenannten general studies konzentrieren: Hier können Studenten Fremdsprachenkenntnisse und berufsvorbereitende Qualifikationen für den außerschulischen Bereich erwerben und so nach dem Bachelorabschluss auch noch eine andere Laufbahn als den Lehrberuf einschlagen.

Der Bachelor dauert im Regelfall sechs Semester. Künftige Grund-, Sekundar- und Gesamtschullehrer für die Klassen 5 bis 10 schließen ein zweisemestriges, Berufs-, Gymnasial- und Gesamtschullehrer für die Klassen 5 bis 13 ein viersemestriges Masterstudium an. Eine Ausweitung des Masterstudiums auf vier Semester für alle Schularten ist derzeit in der Diskussion. In jedem Fall folgt auf den Master of Education ein 18-monatiges Referendariat, das mit dem Zweiten Staatsexamen abschließt.

Weitere Informationen: www.zfl.uni-bremen.de/cms/

In Hamburg werden Lehrer seit dem Wintersemester 2007/08 in konsekutiven Bachelor- und Masterstudiengängen ausgebildet. Die Universität Hamburg bietet Studiengänge für die Primarstufe und die Sekundarstufe I, für das Gymnasium sowie für Sonder- und Berufsschulen an. Für die Primarstufe und Sekundarstufe I sowie für das Lehramt an Gymnasien studiert man zwei Unterrichtsfächer und Erziehungswissenschaft. Wer Berufsschullehrer werden will, belegt drei Teilstudiengänge: die jeweilige berufliche Fachrichtung, das Unterrichtsfach und ebenfalls Erziehungswissenschaft. Angehende Sonderschullehrer wählen ein Unterrichtsfach und Erziehungswissenschaft inklusive Behindertenpädagogik.

Nach sechs Semestern erwerben die Studenten einen Bachelor of Art oder einen Bachelor of Science. Mit diesen Abschlüssen können sie noch auf ein anderes Berufsziel umsatteln, indem sie keinen Master of Education, sondern einen nicht lehramtsbezogenen, fachspezifischen Master anschließen. Wer Lehrer werden will, belegt vier Semester lang einen der schulartspezifischen Masterstudiengänge, die ab dem kommenden Wintersemester angeboten werden.

Gemeinsam ist ihnen allen eine starke Ausrichtung auf das Berufsfeld Schule. Das soll vor allem durch eine Praxisphase, das Kernpraktikum, erreicht werden, in der die Studenten von der Uni und vom Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung betreut werden. Nach der Masterprüfung steht ein anderthalbjähriges Referendariat an. Hamburg bietet Junglehrern danach noch eine begleitete Berufseingangsphase in Zusammenarbeit mit dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung an.

Weitere Informationen: www.zlh-hamburg.de

In Hessen ist das Lehramtsstudium an Schulformen ausgerichtet. Studieninteressierte wählen zwischen dem Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen, Gymnasien, beruflichen Schulen und Förderschulen. Das Studium schließt in der Regel mit der Ersten Staatsprüfung ab, es folgen ein zweijähriges Referendariat und die Zweite Staatsprüfung. Das Staatsexamen als Abschluss soll in Hessen beibehalten werden, die Studiengänge sind jedoch seit dem Wintersemester 2005/06 modularisiert. Eine Ausnahme ist das Berufsschullehramt: Hier haben die TU Darmstadt, die Uni Kassel, die Uni Frankfurt am Main und seit dem Wintersemester 2008/09 auch die Uni Gießen auf sechssemestrige Bachelor- und viersemestrige Masterprogramme umgestellt. Der Masterabschluss hier ist der Ersten Staatsprüfung gleichgestellt.

Für das Lehramt an Grundschulen ist die Regelstudienzeit sieben Semester; studiert werden die Fächer Deutsch, Mathematik, Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften, Didaktik der Grundschule, musisch-ästhetische Bildung und Bewegungserziehung. Ein weiteres Fach ist frei wählbar. Ebenfalls sieben Semester studiert, wer Haupt- oder Realschullehrer werden möchte. In diesem Studiengang wählt man zwei Fächer, die frei kombiniert werden können, dazu kommen Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften. Angehende Gymnasiallehrer studieren in der Regel neun Semester, wobei zwei Fächer und ebenfalls Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften belegt werden. Wichtig: In Hessen studieren künftige Lehrer zwar ein bestimmtes Lehramt, sie können später aber auch in einer anderen Schulart eingesetzt werden. So darf zum Beispiel ein Absolvent des Lehramtsstudiums Grundschule auch die Jahrgangsstufen fünf und sechs an Haupt- und Realschulen oder Gymnasien unterrichten.

Weitere Informationen: www.kultusministerium.hessen.de

In Mecklenburg-Vorpommern kann man auf Lehramt an den Universitäten Rostock und Greifswald studieren. Das Studium ist modularisiert, abgeschlossen wird aber weiter mit dem Staatsexamen. Ein neues Lehrerbildungsgesetz, mit dem die Berufswissenschaften und Praxisanteile mehr Gewicht erhalten sollen, ist zwar in Arbeit; die Umstellung auf Bachelor und Master ist jedoch bis auf Weiteres nicht vorgesehen. Weil in Mecklenburg-Vorpommern seit einigen Jahren Haupt- und Realschulen in Regionalen Schulen zusammengefasst sind, sollen künftig auch die Lehramtsstrukturen entsprechend angepasst werden.

Noch ist die Regelung aber folgende: Die künftigen Lehrer schreiben sich von Anfang an für eine bestimmte Schulart ein; die Regelstudienzeit liegt für alle bei neun Semestern. Rostock bietet die Lehramtsausbildung für Grund- und Hauptschulen, Haupt- und Realschulen, Gymnasium und Sonderpädagogik an; in Greifswald kann man Lehrer für die Gymnasialstufe, für Haupt- und Realschulen werden. Studiert werden für das Lehramt an Gymnasien jeweils zwei frei wählbare Fächer. Für das Lehramt an Haupt- und Realschulen müssen in der Regel drei Fächer belegt werden: ein Hauptfach (Deutsch, Englisch, Mathe oder Sport), ein Neben- und ein Beifach. Lehrer für Grund- und Hauptschulen studieren Grundschulpädagogik mit vier Lernbereichen wie etwa Deutsch und Mathe sowie für die Hauptschule relevante Fächer (ein neues plus ein Beifach oder zwei aus der Grundschule weitergeführte). Das Studium der Erziehungswissenschaft sowie ein Sozialpraktikum und zwei Schulpraktika sind obligatorisch. Eine Besonderheit in Mecklenburg-Vorpommern: Nach dem Staatsexamen kann man noch eine Erweiterungsprüfung für zusätzliche Fächer oder eine Aufbauprüfung für höhere Schularten machen. Nach einem zweijährigen Referendariat an einer Schule der gewählten Schulart folgt dann die Zweite Staatsprüfung.

Weitere Informationen: www.bildung-mv.de

In Niedersachsen ist die Umstellung auf Bachelor und Master seit dem Wintersemester 2007/08 abgeschlossen. Der sechssemestrige Bachelorstudiengang umfasst Fachwissenschaft und Fachdidaktik in zwei Fächern. Außerdem gibt es einen Professionalisierungsbereich, der neben Lehrveranstaltungen in Bildungswissenschaften - also etwa in Pädagogik oder Psychologie - und Schulpraktika unter anderem auch Sprachkurse und Veranstaltungen in Bewerbungs- und Präsentationstechnik umfasst. So soll den Studenten die Möglichkeit gegeben werden, sich nach dem Bachelor auch für andere Karrierewege als für den Lehrerberuf zu entscheiden. In den Fachwissenschaften können die zukünftigen Unterrichtsfächer als Haupt- und Nebenfach studiert werden, möglich ist aber auch das Studium von zwei Hauptfächern.

Erst nach dem Bachelorabschluss entscheiden sich die Studenten dann für eine Schulform: für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen, an Realschulen, an Gymnasien, an berufsbildenden Schulen oder für Sonderpädagogik. Für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen und an Realschulen dauert der Masterstudiengang zwei Semester, für die übrigen Schulformen vier Semester. Er schließt mit dem Master of Education ab. Danach folgt ein 18-monatiger Vorbereitungsdienst für alle Lehrämter.

Weitere Informationen: www.mk.niedersachsen.de

Mit dem neuen Lehrerausbildungsgesetz werden sämtliche Lehramtsstudiengänge in Nordrhein-Westfalen auf das Bachelor-/Master-System umgestellt. Bis zum Wintersemester 2011/12 haben die Hochschulen Zeit, die Reform umzusetzen. Der Weg in alle Lehrämter führt dann über ein sechssemestriges Bachelor- und ein viersemestriges Masterprogramm. Die Studenten entscheiden sich zu Beginn für ein schulformspezifisches Lehramt, noch bis zum vierten Semester soll ein Wechsel jedoch in der Regel möglich sein. Auch ein Eignungspraktikum und Praxissemester sind dann für alle verpflichtend.

Derzeit haben Studienanfänger in Nordrhein-Westfalen aber noch die Wahl: Die Universitäten Aachen, Duisburg-Essen, Köln, Paderborn und Siegen bieten bis zum Sommersemester 2011 ein modularisiertes Lehramtsstudium mit dem Abschluss Erstes Staatsexamen an. Von Studienbeginn an entscheidet man sich für eine Schulart: Wer das Lehramt für Grund-, Haupt- und Realschule und die entsprechenden Jahrgangsstufen der Gesamtschule sieben Semester lang studieren will, wählt entweder den Schwerpunkt Grundschule (Deutsch und Mathematik sowie ein weiteres Fach) oder den Schwerpunkt Sekundarstufe I (zwei Fächer und die didaktischen Grundlagen der Fächer Deutsch oder Mathematik). Achtung: Die Studienplätze für angehende Grundschullehrer werden in NRW über die ZVS vergeben. Für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen belegen die Studenten in neun Semestern zwei Fächer, für das Lehramt am Berufskolleg Berufspädagogik sowie eine oder zwei berufliche Fachrichtungen, eine berufliche Fachrichtung und ein Unterrichtsfach oder zwei allgemeinbildende Fächer. Die Unis Aachen und Paderborn bieten hier die Möglichkeit eines doppelt qualifizierenden Studiums, bei dem auch der Diplom-Ingenieur erworben werden kann. Zu jedem Lehramtsstudium gehören neben Erziehungswissenschaften und Didaktik 14 Wochen schulpraktische Studien.

Die Universitäten Bielefeld, Bochum, Dortmund, Münster und Wuppertal haben die Ausbildung bereits auf Bachelor und Master umgestellt. Es werden zwei Fächer und Bildungswissenschaften studiert. Je nach Schulform schließt dann ein einjähriger (Lehramt für Grund-, Haupt-, Real- und Gesamtschule) beziehungsweise zweijähriger (Lehramt für Gymnasien und Gesamtschulen, Berufskollegs, Förderschulen) Masterstudiengang an. Der Masterabschluss ist dem Ersten Staatsexamen gleichgestellt.

Danach folgt für alle angehenden Lehrer ein zweijähriger Vorbereitungsdienst, der mit dem Zweiten Staatsexamen abgeschlossen wird. Ab 2011 wird er auf 18 Monate verkürzt.

Weitere Informationen: www.schulministerium.nrw.de/ZBL/

Rheinland-Pfalz hat zwar die Lehrerausbildung auf das Bachelor-/Master-System umgestellt, hält jedoch gleichzeitig am Staatsexamen fest - Lehramtsanwärter erwerben also zwei Abschlüsse. Mit dem Master allein können sie nicht in den Vorbereitungsdienst gehen und somit nicht unterrichten. Seit dem Wintersemester 2007/2008 beginnen alle Lehramtsstudenten in Koblenz-Landau und Kaiserslautern mit einem Bachelorstudiengang, seit dem Wintersemester 2008/09 gilt dies auch für die Studienanfänger an den Universitäten Mainz und Trier. Die ersten Masterstudiengänge starten im kommenden Wintersemester.

Schon während der dreijährigen Bachelorphase, aber auch noch in der Masterphase sind regelmäßige Praxisphasen vorgesehen: Die Studenten machen von Anfang an Schulpraktika in verschiedenen Schularten. Sie belegen außerdem zwei Fächer sowie Bildungswissenschaften. Bis einschließlich des vierten Semesters ist das Studium noch schulartübergreifend, ab dem fünften Semester wählen die Studenten dann einen Schwerpunkt entweder für Grund- oder Realschule, Gymnasium oder berufsbildende Schulen. Wer später in Gymnasien, in der gymnasialen Oberstufe an Gesamtschulen oder an einer berufsbildenden Schule unterrichten möchte, hängt nach dem Bachelor einen zweijährigen Master an. Für künftige Grundschullehrer dauert die Masterphase zwei Semester, für das Lehramt an der Realschule drei Semester. In jedem Fall steht nach dem Studium das Erste Staatsexamen an, in das die Studien- und Prüfungsleistungen aus dem Bachelor- und Masterstudium mit einem Gewicht von 80 Prozent einfließen. Der daran anschließende Vorbereitungsdienst wird durch die Praxisphasen während des Studiums auf 15 Monate verkürzt.

Weitere Informationen:
www.mbwjk.rlp.de/bildung/schuldienst-und-lehrerberuf

An der Universität des Saarlands in Saarbrücken gliedert sich das Studium in das Lehramt für berufliche Schulen, für Gymnasien und Gesamtschulen, für Real- und Gesamtschulen und für Haupt- und Gesamtschulen. Studiert werden zwei Unterrichtsfächer mit ihren Fachdidaktiken sowie Erziehungswissenschaften und Pädagogische Psychologie; hinzu kommen insgesamt fünf Schulpraktika. Zehn Semester bleibt man als angehender Berufs- und Gymnasiallehrer an der Uni, acht als Haupt- und Realschullehrer. Eine Besonderheit ist, dass die beiden Fächer, die nicht im Saarland angeboten werden - Arbeitslehre und Sozialkunde - aufgrund eines Kooperationsvertrags in Rheinland-Pfalz studiert werden; das Studium ist dann gesplittet. Auch um Grundschullehrer oder Sonderpädagoge zu werden, muss man ins Nachbarbundesland ausweichen: Die nächstgelegene Ausbildungsstätte dafür ist die Universität Koblenz-Landau. Das Referendariat allerdings kann dann wieder im Saarland absolviert werden.

Seit dem Wintersemester 2007/08 ist das Lehramtsstudium auch an der Universität des Saarlandes in Module gegliedert. Es wird aber trotzdem nach wie vor mit der Ersten Staatsprüfung, in die allerdings zu 80 Prozent die Ergebnisse der studienbegleitenden Prüfungen einfließen, abgeschlossen. Danach folgen das 18-monatige Referendariat und die Zweite Staatsprüfung.

Weitere Informationen: www.uni-saarland.de

Wer in Sachsen Lehrer werden möchte, studiert in Leipzig oder Dresden. Die sächsischen Hochschulen haben die Lehramtsstudiengänge auf die Bachelor-/Master-Struktur umgestellt. Im Bachelor belegen die Studenten zwei Kernfächer sowie Bildungswissenschaften. Fester Bestandteil sind außerdem Praxisphasen in Form von schulpraktischen Studien. Achtung: Für den Lehramtsbachelor in Leipzig ist ein phoniatrisches Gutachten, das die Belastbarkeit der Stimme bescheinigt, Voraussetzung für die Immatrikulation. Ebenfalls zu beachten ist, dass sich die Studenten bereits im eigentlich schulartübergreifenden Bachelor in Richtung einer bestimmten Schulform orientieren, sodass teils nur noch bestimmte Fächerkombinationen - bei der Ausrichtung Grundschule etwa müssen entweder Deutsch oder Sorbisch belegt werden - möglich sind.

Nach dem dreijährigen Bachelorstudiengang, der die endgültige Entscheidung für den Lehrerberuf noch offen lässt, folgt ein zweijähriger schulartspezifischer Master. Die TU Dresden wird Masterprogramme ab dem kommenden Wintersemester einrichten - allerdings nur für das Lehramt an Gymnasien und Berufsschulen. An der Uni Leipzig werden Masterstudiengänge seit dem Wintersemester 2009/10 für Grund-, Förder-, Mittelschulen und Gymnasien angeboten. Derzeit ist laut sächsischem Kultusministerium geplant, das Masterzeugnis durch die Sächsische Bildungsagentur, die Schulaufsichtsbehörde, als Erste Staatsprüfung anerkennen zu lassen. Danach geht es in den zweijährigen Vorbereitungsdienst.

Weitere Informationen: www.sachsen-macht-schule.de

In Sachsen-Anhalt bietet die Universität Halle-Wittenberg die Lehramtsstudiengänge für die allgemeinbildenden Schulen an, die Universität Magdeburg bildet lediglich Berufsschullehrer aus. Hier ist das Lehramtsstudium auf Bachelor und Master umgestellt: Wer Berufsschullehrer in Sachsen-Anhalt werden möchte, schreibt sich für den sechssemestrigen Bachelorstudiengang Berufsbildung ein, der mit dem Bachelor of Science abschließt, und hängt ein viersemestriges Masterprogramm mit dem Abschluss Master of Education an. Der Masterabschluss ist der Ersten Staatsprüfung gleichgestellt und berechtigt zum Vorbereitungsdienst.

Die Universität Halle-Wittenberg dagegen hat ihre Lehramtsstudiengänge zum Wintersemester 2007/2008 zwar auch in Module gegliedert, das Studium schließt aber nach wie vor mit dem Ersten Staatsexamen ab, auf das studienbegleitende Prüfungen angerechnet werden. Angehende Grundschullehrer sind sieben Semester an der Uni, um Deutsch, Mathe, ein drittes Fach sowie Bildungswissenschaften zu studieren. In acht Semestern studieren angehende Sekundarschul- und Gymnasiallehrer zwei Fächer und Bildungswissenschaften. Hinzu kommen mehrere Schulpraktika sowie ein weiteres pädagogisches Praktikum außerhalb des Unterrichts. Eine Besonderheit, die es nur in Sachsen-Anhalt gibt, ist ein gemeinsamer Studiengang der Uni Halle und der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik. Hier kann man im Doppelfach Musik/Liturgische Musik zwei Abschlüsse auf einmal erwerben: den eines Gymnasiallehrers für Musik und eines Kantors in einer Gemeinde.

Es folgen für alle ein zweijähriges Referendariat und im Anschluss daran die Zweite Staatsprüfung. Wichtig zu wissen: In Sachsen-Anhalt ist es üblich, bei Lehrermangel in einem bestimmten Gebiet auch schulartfremde Lehrkräfte einzusetzen - ein Sekundarschullehrer unterrichtet dann beispielsweise in der Sekundarstufe I eines Gymnasiums, in einer Förderschule oder in einer Grundschule.

Weitere Informationen: www.mk.sachsen-anhalt.de

Schleswig-Holstein hat seine Lehramtsausbildung auf die Bachelor- und Master-Struktur umgestellt. An der Universität Flensburg können die Lehrämter an Grund- und Hauptschulen, Realschulen, Sonderschulen und Berufsschulen (gewerblich-technischer Bereich) studiert werden. Im Bachelorstudiengang Vermittlungswissenschaften belegen alle Lehramtsstudenten neben zwei Fächern den Bereich Bildungswissenschaften. In dem anschließenden zweisemestrigen (Lehramt an Grund- und Hauptschulen sowie Realschulen) beziehungsweise viersemestrigen (Lehramt an Sonderschulen) Masterstudiengang spezialisieren sich die Studenten auf die jeweilige Schulart. Praxismodule sind in allen Studiengängen verpflichtend. Seit dem Wintersemester 2008/2009 bietet die Universität zudem einen viersemestrigen Studiengang für das Lehramt an beruflichen Schulen an, für den ein Bachelorabschluss in den Fachrichtungen Metalltechnik oder Elektrotechnik sowie Praxiserfahrung Voraussetzung sind.

An der Uni Kiel können Studenten, die sich zum Lehrer am Gymnasium oder zum Handelslehrer an berufsbildenden Schulen ausbilden lassen wollen, in sechs Semestern einen Zwei-Fächer-Bachelorstudiengang mit dem Profil Lehramt und in weiteren vier Semestern einen Masterstudiengang absolvieren. Sie studieren in der Regel zwei Unterrichtsfächer und dazu Pädagogik, psychologische, philosophische und soziologische Anteile. Praxismodule sind in beiden Studienabschnitten verpflichtend.

Ein Einstieg in den Lehrerberuf ist mit einem Masterabschluss, der der Ersten Staatsprüfung gleichgestellt ist, möglich. Der anschließende Vorbereitungsdienst dauert zurzeit noch zwei Jahre, für Berufsschullehrer anderthalb. Für die Lehrämter an Grund- und Hauptschulen, an Realschulen und an Sonderschulen wird der Vorbereitungsdienst ab 2011, für die Lehrämter an Gymnasien ab 2013 auf anderthalb Jahre verkürzt.

Weitere Informationen:
http://www.schleswig-holstein.de/Bildung/DE/Bildung__node.html

In Thüringen bieten zwei Hochschulen ein Lehramtsstudium an: Die Universität Jena bildet Gymnasial- und Regelschullehrer aus, die Universität Erfurt Lehrer für Grund-, Regel- und berufsbildende Schulen. Die Uni Erfurt hat bereits zum Wintersemester 2003/04 auf das Bachelor-/Master-System für Grund- und Regelschullehrer umgestellt, seit dem Wintersemester 2008/09 werden auch Berufsschullehrer in gestuften Studiengängen ausgebildet. Im Bachelor wählen alle Studenten zwei einander gleichberechtigte Studienrichtungen wie Germanistik oder Geschichte. Nur wer Grundschullehrer werden möchte, muss als Hauptfach Pädagogik der Kindheit wählen, die unter anderem Deutsch, Mathematik sowie Heimat- und Sachkunde umfasst, und dazu ein weiteres Fach. Grundsätzlich wird ein Fach als Schwerpunkt studiert, sodass etwa angehende Grundschullehrer darin unter Umständen auch an anderen Schulen einsetzbar sind. Wer nach dem Bachelor sicher ist, Lehrer werden zu wollen, absolviert einen drei- (Grund- und Regelschule) beziehungsweise viersemestrigen (Berufsschule) Masterstudiengang, mit dem er sich auf eine Schulart festlegt. Der Mastergrad ist dem Ersten Staatsexamen gleichgestellt.

Bei der Ausbildung zum Lehramt an Berufsschulen kooperiert die Uni Erfurt mit der Bauhaus-Universität Weimar und der TU Ilmenau. Dabei können entweder Bautechnik (Weimar) oder Elektro- beziehungsweise Metalltechnik (Ilmenau) als erstes Fach studiert werden; wer damit ein sprachliches oder soziales Fach wie Englisch oder Religionslehre kombinieren will, das nicht in Weimar oder Ilmenau angeboten wird, splittet sein Studium und studiert das zweite Fach in Erfurt. Die Masterprogramme für die Berufsschullehrer werden an der Universität Erfurt ab dem Wintersemester 2011/12 angeboten.

In Jena wird seit dem Wintersemester 2007/08 nach dem sogenannten Jenaer Modell studiert: Das Zwei-Fach-Studium inklusive Erziehungswissenschaft für Gymnasial- und Regelschullehrer ist modularisiert, schließt aber nach neun (Regelschulen) beziehungsweise zehn Semestern (Gymnasium) mit dem traditionellen Ersten Staatsexamen ab. Spätestens bis zum vierten Semester muss ein zweimonatiges Praktikum abgeleistet werden; das fünfte oder sechste ist ein Praxissemester. Die Absolventen beider Hochschulen gehen dann ins Referendariat, das für Regel-, Berufsschulen und Gymnasien zwei und für Grundschulen anderthalb Jahre dauert.

Weitere Informationen: www.thueringen.de/de/tkm

 
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