Abiturienten : Endlich zur Uni!

Kluge Kommilitonen, barfüßige Dozenten und volle Aufmerksamkeit im Hörsaal: Drei Abiturienten erzählen von ihren Wünschen für das Leben als Student.

Das Abitur ist wie ein Ritterschlag: Schule geschafft – reif für die Uni. Also los. Im Gepäck sind neben einem Spiralblock A4 und zwei Kugelschreibern eine Menge Vorstellungen, wie das Leben als Student werden soll. Besser natürlich und freier.

Drei angehende Studenten erzählen, was sie sich fürs Studium wünschen.

Isabell, 19: "Ich hoffe, man sitzt nicht Nächte am Schreibtisch und verzweifelt"

Isabell Wüst

19, hat sich in mehreren Städten für Medien und Kommunikation beworben

"Für mich bedeutet studieren, frei und erwachsener zu sein und mitten im Leben zu stehen. Ich werde zum ersten Mal alleine wohnen, ohne meine Eltern. Ich komme vom Land, und da war immer nicht so viel los, wie es in einer größeren Stadt oder Studentenstadt sein wird. Da muss das Uni-Leben doch cool sein! Man genießt das Leben, hat Zeit zu reisen oder für ein Auslandssemester , lernt neue Leute kennen und geht zusammen feiern.

Sicher muss man mehr und konsequenter lernen als in der Schule. Vielleicht ist es auch leichter, sich aufzuraffen, weil es das ist, was man machen möchte. Die Anforderungen an der Uni werden höher sein, aber ich hoffe, dass man nicht Nächte hindurch am Schreibtisch sitzt und daran verzweifelt.

Wenn ich keinen Platz kriege, nehme ich Plan B

Ich wünsche mir, dass die Vorlesungen interessant sind, und da nicht nur einer steht und was vorliest. In meiner Traumvorlesung hat der Professor Spaß und denkt nicht: Oh, schon wieder diese Vorlesung! Er erzählt von seinen Erfahrungen, alles ist ganz locker und die Studenten können jederzeit Fragen stellen.

Ganz viele Leute haben mir gesagt, ich soll nicht gleich an die Uni, sondern einfach wegfahren, reisen. Ein Jahr – oder gleich noch länger – keine Verpflichtungen haben. Aber ich habe das Gefühl, dass ich mit dem Studium weniger Risiken eingehe.

Es ist doch der perfekte Weg: Erst Abi, dann sofort studieren, dann arbeiten. Zumindest ist das bei mir so drin. Wenn ich nur Absagen von den Unis kriege, dann ist es vielleicht das Zeichen, dass ich frei sein soll, dann nehme ich meinen Plan B. Dann würde ich lange Praktika machen, reisen, einfach leben – wie es mir so viele sagen."

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Kommentare

27 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Wahrscheinlich nicht

Zu 1.: Wird nicht passieren, denn Trauerspiele will niemand lesen ;(

Ansonsten kann ich nur sagen, mit dem Abi ist man definitiv nicht reif zu studieren. Man hat das Zertifikat um sich bei einer Uni einzuschreiben, aber Reife? Definitiv nicht...
Die erfährt man erst im Studium.

Interessant ist bei diesem Thema auch der Artikel in Bezug auf die Pflichterfüllergeneration.
(Leider konnte ich ihn bei zeitonline nicht mehr direkt finden.)

Was hat der Satz...

...mit dieser (unserer) Generation zu tun?
In der Regel kommen diese/ solche Tipps ja nicht unbedingt von gleichaltrigen, sondern von der älteren Generation.

Außerdem ist es ein Unterschied zwischen keine (äußeren) Verpflichtungen haben und keine Verantwortung zu tragen.

In einem Jahr auf Reisen ohne Verpflichtungen (ich meine hier nicht die buchbaren organisierten Reisen) kann man durchaus einiges mehr mitnehmen und wachsen als in 2 Semester Studium.

Ach, wie

herrlich naiv diese jungen Leute doch noch sein können. Nach dem 1. Semester wird sich das aber auch gelegt haben. Kaum einen Dozenten interessiert es, was ein Erstsemester macht. Und auch bei einem interessanten Studienfach gibt es Fächer, die langweilig oder schwierig sind. Von alleine lernt es sich dafür auch nicht.

Na ja, sollen sie ein Semester Spaß haben und dann noch früh genug merken, dass das Studium viel Arbeit erfordert und nicht alles immer Friede-Freude-Eierkuchen ist.

Noch ein Tipp: Hört nicht auf die Kommilitonen, die behaupten Vordiplome/Bachelor-Zeugnisse und deren Noten wären egal. Sogar mit einem Promotionszeugnis in der Bewerbung wird das Vordiplom verlangt.