SemesterbeginnWohnungssituation für Studenten wird schwieriger

In diesem Semester starten besonders viele junge Menschen ihr Studium. Dadurch müssen Studenten mit deutlich schlechteren Bedingungen rechnen, warnt ein Bildungsexperte. von afp

Studenten des ersten Semesters verfolgen an der Technischen Universität in Ilmenau (Thüringen) eine Vorlesung.

Studenten des ersten Semesters verfolgen an der Technischen Universität in Ilmenau (Thüringen) eine Vorlesung.  |  © Michael Reichel/dpa

Wegen des Andrangs auf die deutschen Hochschulen sind nach Ansicht des Bildungsexperten Dieter Timmermann die Studienbedingungen heute schlechter denn je. Diejenigen, die jetzt studierten oder in den kommenden Jahren anfangen würden, hätten "schlechtere Bedingungen als die Generationen vor ihnen", sagte der Präsident des Deutschen Studentenwerks (DSW) der Süddeutschen Zeitung . Mit Blick auf die kommende Woche an vielen Universitäten beginnende Vorlesungszeit sagte Timmermann: "Die Seminare sind voller, es mangelt an Platz zum Lernen, es wird wieder auf den Treppen gesessen."

Auch die Wohnungsnot der Studenten werde sich weiter verschlimmern , sagte Timmermann. "Wir haben bereits vielerorts eine schwierige Lage", durch den doppelten Abiturjahrgang in Nordrhein-Westfalen werde es 2013 dramatisch werden. Das Deutsche Studentenwerk ist der Zusammenschluss der Studentenwerke, die unter anderem Mensen, Studentenwohnheime und Kitas betreiben.

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Der Bildungsforscher kritisierte auch die Bologna-Reform , mit der das Bachelor- und Master-System eingeführt worden war. "Die Studierenden müssen heute von einer Veranstaltung zur nächsten hetzen, wenn sie das vorgegebene Vollzeit-Pensum erreichen wollen. Das Studium ist vollgestopft, es macht sich ein Lernen unter Zeitdruck breit. Eine wirkliche Bildung kann sich so nicht entwickeln."

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Leserkommentare
  1. jedenfalls hier in NRW. Ich konnte nicht an meinen Studienort ziehen sondern lebte zwei Städte wieter bei meinen Eltern und pendelte. Bafög bekam ich zwar, aber es gab keine erschwinglichen Wohnungen oder WGs und die Studentenheime waren so voll, dass eh nur was über das Losverfahren ging, wo ich natürlich den Kürzeren zog.

    Dass es jetzt noch schlimmer werden soll ist natürlich verrückt, aber so ist das Halt wenn man am Abitur rumfuchtelt und die Konsequenzen nicht bedenkt. Viele haben überhaupt keinen Studienplatz bekommen,weil die NCs gestiegen sind und mehr Leute einen Platz gesucht haben. Alles im allen eine echt bescheuerte Situation für StudentInnen, die aber absehbar war und von Politikern, meist Union und FDP, gemacht worden ist.

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    • Mieheg
    • 13. Oktober 2012 16:34 Uhr

    Also an der Uni Duisburg-Essen kann man sich noch bis zum 31.10 einschreiben und da gibt es noch etliche Studiengänge die keinen NC haben. Nicht umsonst sind ja haufenweise Investitionen in die Universitäten gegangen um auf diesen Abijahrgang vorzubereiten.

    Zwei Städte weiter zu pendeln dürfte ja wohl kein Problem sein, dass müssen sie ggf. später im Berufsleben auch. Ist doch gut, dann haben Sie sich schonmal dran gewöhnt.
    Ich sehe das als jammern auf sehr hohem Niveau. Aber das möchte ich ihnen nichtmal persönlich vorwerfen, leider gibt sich in Deutschland kaum mehr jemand zufrieden mit dem was er hat, was ich sehr traurig finde.
    Die Menschen sollten zumindest mal zufrieden sein, wenn Sie ein Dach über dem Kopf, Nahrung, Wasser, die öffentlichen Verkehrsmittel und überhaupt die Freiheit zu studieren haben!

    • Mieheg
    • 13. Oktober 2012 16:34 Uhr

    Also an der Uni Duisburg-Essen kann man sich noch bis zum 31.10 einschreiben und da gibt es noch etliche Studiengänge die keinen NC haben. Nicht umsonst sind ja haufenweise Investitionen in die Universitäten gegangen um auf diesen Abijahrgang vorzubereiten.

    • -
    • 13. Oktober 2012 16:37 Uhr

    selbst in einer Stadt wie Cottbus, ist es inzwischen schwer ein Zimmer zufinden geschweige eine Wohnung.
    Einige leben in Pensionen weil sie nix gefunden haben.

    • Falt3r
    • 13. Oktober 2012 16:41 Uhr

    Die desolaten Zustände unseres Studiensystems müssen so oft es geht kritisiert werden - sonst tut sich nichts! Ein Buch zu diesem Thema spricht mir aus der Seele:

    http://www.weltbild.de/3/...

    • DDave
    • 13. Oktober 2012 16:43 Uhr

    In Mannheim sieht es nicht wirklich besser aus, je nach dem, WANN man ein Zimmer braucht.
    Die DHBW Mannheim hat ca 5000 Studenten. Der Großteil von denen ist immer nur 3 Monate da. Durch die Verteilung vun Praxis und Theorie, ist es zwischen September bis November extrem etwas zu finden und vom Dez bis März bekommt man als dualer Student sein Zimmer nur schwer untervermietet.

    Dies erzeugt einen künstlichen Mangel an Wohnungen während den Theoriephasen. Definitiv wäre in Ba-Wü sinnvoll, dass die DHBWs für "ihre" Studenten Wohnheime reservieren und diese verwalten und den Studenten zuweisen, damit die eine maximale Auslastung haben und weniger den allgemeinen Markt überschwemmen.

  2. qualifiziert die Präsidentschaft über das Studentenwerk diesen Menschen als Bildungsexperten? Und wieso ist as bemerkenswert, das Zeug höre ich jedes Jahr pünktlich zu Beginn des Wintersemeesers. Hat der Herr eigentlich auch erzählt, dass die Studentenwerke sei Jahren die Modernisierung und den Neubau von Wohnheimen vernachlässigt und ausländische Studenten immer in die schlechtesten Wohnheime kommen?

  3. Es gab schon mal Zeiten in Teilen Deutschlands, da gab es keine Probleme mit Studentenunterkünften. Man wohnte sogar billigst (10 Ostmark p.m. warm) allerdings mit Gemeinschaftsdusche-/Wc und mit bis zu 4 Leuten pro Zimmer (also ca. 4-5 m² pro Kopf).
    Mal abgesehen vom Studieninhalt möchte ich sehen, wie der Student von heute über solche unzumutbaren Zustände jaulen würde.

  4. Diesen Artikel können Sie auch nächstes Jahr nochmal bringen so wie letztes Jahr.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, afp
  • Schlagworte Hochschule | Bildung | Bologna-Reform | Generation | Kindertagesstätte | Mensa
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