PlagiatsvorwurfUni Düsseldorf entschuldigt sich bei Ministerin Schavan

Schavans Anwälte haben erreicht, dass sich die Promotionskommission der Uni Düsseldorf nicht zum Verfahrensstand äußert. Dass ein Gutachten öffentlich wurde, schreibt die Uni "kriminellem Verhalten" zu. von afp

Bildungsministerin Annette Schavan (CDU)

Bildungsministerin Annette Schavan (CDU)  |  © Martin Schutt/dpa

Die Universität Düsseldorf hat sich bei Bildungsministerin Annette Schavan ( CDU ) entschuldigt. Der Rektor der Universität, Michael Piper , nannte es "außerordentlich bedauerlich", dass Teile eines für den zuständigen Promotionsausschuss bestimmten Sachstandsberichts an die Öffentlichkeit gelangt waren. In dem Gutachten war Medienberichten zufolge von einer "leitenden Täuschungsabsicht" der Ministerin die Rede. Piper sagte nach einer Sitzung des Promotionsausschusses, er drücke in diesem Zusammenhang sein Bedauern aus und entschuldige sich "für die Universität" bei Schavan.

Die Universität hatte nach Bekanntwerden des vertraulichen Sachstandsberichts Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Piper sagte, es handele sich um "kriminelles Verhalten eines bislang unbekannten Einzelnen". Die Düsseldorfer Universität werde "alles daran setzen, den Schuldigen in diesem Fall zu finden". Der Sachstandsbericht sei mehrfach mit Stempeln "vertraulich" versehen gewesen und in gedruckter Form ausgegeben worden, sagte Piper. Ein Versand per Email habe nicht stattgefunden.

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Der laut Piper 75-seitige Sachstandsbericht stammt vom Vorsitzenden der Promotionskommission , Stefan Rohrbacher. Der Judaistik-Professor hatte die Ermittlung des Sachverhalts um Schavans Doktorarbeit kürzlich abgeschlossen. Nach Angaben Pipers stellte Rohrbacher den Bericht am Mittwoch den Mitgliedern der Promotionskommission "in Gänze" vor.

In weiteren Schritten könnte Schavan um eine Stellungnahme gebeten werden. Erst danach will die Universität darüber beraten, ob weitere Expertise einzuholen ist. Wann die Kommission ihre Beratungen abschließen wird, ist noch nicht absehbar.

Uni Düsseldorf äußert sich nicht zum Stand des Verfahrens

Die Universität werde sich zudem derzeit nicht zu dem Stand des Verfahrens äußern, sagte Piper. Anwälte Schavans hätten darauf bestanden, dass ohne die Zustimmung Schavans keine Informationen zum Verfahrensstand gegeben würden.

Zuvor hatte Schavan die Plagiatsvorwürfe erneut zurückgewiesen. "Ich werde kämpfen. Das bin ich mir schuldig, und das bin ich der Wissenschaft schuldig", sagte sie nach Angaben ihres Ministeriums am Rande ihres Israel-Besuch in Jerusalem .

SPD-Parlamentsgeschäftsführer Thomas Oppermann sprach sich dagegen für Schavans freiwilliges Ausscheiden aus dem Amt aus. Auch wenn die Entscheidung über ihre Promotion allein bei den zuständigen Gremien der Universität Düsseldorf liege, sei Schavan "als Bildungs- und Forschungsministerin bereits irreparabel beschädigt", sagte Oppermann in Berlin . Die CDU-Politikerin solle sich daher überlegen, ob sie nicht besser "von sich aus zurücktritt und Deutschland diese Debatte erspart ".

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Leserkommentare
  1. Mit Anwälten gegen die Universität vorzugehen und der jede Äußerung zu untersagen wird sich als Fehler erweisen. Das werden die nächsten Tage zeigen.

    25 Leserempfehlungen
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    Sie machen sich dafür stark, dass es jedermann freisteht die Verfahrensregeln bei Bedarf zu verletzen. Frau Schavan hat sich an die Regeln gehalten, die Universität bzw. jener Kriminelle, der um des eigenen Vorteils willen das Rohrbach-Gutachten an die Öffentlichkeit gebracht hat, nicht.

    • tinnef
    • 17. Oktober 2012 23:03 Uhr

    Frau Schavan ist was Amtsmissbrauch angeht, ein anderes Kaliber als KTG und die anderen Chorknaben und -käbinnen. Die spielt in der Liga Schäuble alle Mittel die zur Unterdrückung zur Verfügung stehen werden genutzt.
    Ein weiteres Problem ist das direkte Abhängigkeitsverhältnis zwischen Ministerin und Universitäten, denn bei nicht konformen Verhaltens dürfte es demnächst Probleme bei der Fördermittelvergabe geben.

    Das Gleiche gab es in Sachsen ja auch schon, http://www.spiegel.de/uni...

    und Frau Merkel kann nicht noch ein Opfer gebrauchen, es sind Wahlen.

    Das ist nicht nur ein Fehler einer offensichtlich nicht mehr mit Bodenhaftung versehenen Person. Das ist nur noch peinlich. Und die dieses Begehren vertretenden Anwälte kann man eigentlich auch nicht mehr verstehen; ach, ich vergaß, mit so einem Mandat ist ja richtig Geld zu verdienen.

    1. Ich glaube, Sie verwechseln etwas. Wenn ich kleiner Fisch früher im Studium gegen das Ergebnis einer Klausur meine Anwälte hätte vorgehen lassen, hätte ich mir auch gleichzeitig aufgrund der zu erwartenden Repressalien eine neue Universität gesucht. Das ist richtig. Wir reden hier aber über eine höchst öffentliche Geschichte und zusätzlich ist die Betroffene auch noch eine Bundesministerin. Das ist eine ganz andere Geschichte!
    2. Warum sind hier eigentlich viele der Meinung, nur weil die Frau Ministerin ist, würden bei ihr die geltenden Verfahrensregeln nicht mehr greifen? Ich vermute, einige hier setzen aufgrund ihrer eigenen Antipathie gegenüber diesen Personen andere (niedrigere) Maßstäbe an. Das kann aber nicht die Grundlage sein. Nur weil ich jemanden nicht mag, heißt das nicht, dass diese Person keine Rechte mehr hat oder haben darf.
    3. Finde ich es eine Frechheit, zu behaupten, der Ruf sei demoliert, ganz egal wie es ausgeht und deshalb müsse sie abdanken. Dann geh ich morgen zur Bild-Zeitung, erzähl über den einen, er hätte mal in einer Klassenarbeit geschummelt, der andere hat mal einen Joint geraucht und der Dritte hat mal in der Öffentlichkeit einen Furz gelassen. Ich demoliere ja dann den Ruf dieser Personen und das bedeutet dann ja, die müssen alle zurücktreten. Super Gesellschaft. Ne Ne, das will ich nicht. Wenn der Verdacht sich bestätigt, dann ist sie definitiv gezwungen zurückzutreten, aber wenn nicht...

    • Zack34
    • 18. Oktober 2012 10:27 Uhr


    dass im Uni-Ausschuss jemand eine klare Straftat begangen hat.

    Frau Schawan darf sich dagegen sehr wohl mit üblichen juristischen Mitteln zur Wehr setzen, zumal: eigentlich könnte, oder gar müsste müsste die Staatsanwaltschaft die Mitglieder des Ausschüsses besuchen, und offizielle Untersuchung einleiten.

    Ich pflege weder für Frau Schawan, noch für ihre Partei besondere Sympathie. Aber die Hetze gegen sie, vor ein paar jahre gar bzgl. ihres privaten Lebens(!)... war abgrundtief abartig.

    • S.Juzak
    • 18. Oktober 2012 21:28 Uhr

    Die HHU Düsseldorf _wollte_ sich nie äußern, bis es durch das Leak nötig wurde. Die ist vielmehr heilfroh, dass sie sich jetzt einen Vorwand hat, dass sie sich nicht mehr äußern _muss_

    • thbode
    • 17. Oktober 2012 22:11 Uhr

    In diesem Fall könnte Dreistigkeit siegen. Solange die Leitmedien sich, anders als bei Guttenberg, nicht einig sind die Dame der Gerechtigkeit zuzuführen...
    Es ist doch übrigens irrelevant dass Guttenberg noch viel frecher geklaut hat. Aber das wird quasi als Ausweg gewiesen... im Vergleich mit ihm... usw..
    Gibt es nicht schon die fundierte Arbeit von Vroniplag und die 1. Expertise? Was denn noch?

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    • thedaT
    • 17. Oktober 2012 22:13 Uhr

    kriege hier gleich lachkrämpfe bei der strotzenden objektivät.

    > Gibt es nicht schon die fundierte Arbeit von
    > Vroniplag und die 1. Expertise? Was denn noch?

    Ich würde persönlich gerne wissen, ob die Arbeit einfache Zitierfehler enthält... ab einem Gewissen Punkt sind das eher Fehler auf dem Level von Rechtschreibfehlern im guten alten Schulaufsatz.

    Oder ob Frau Schavan im Kern keine eigene wissenschafliche Leistung erbracht hat... bzw. diese Leistung geklaut hat.

    Die Zitierfehler werden auch von Frau Schavan nicht bestritten. Was die eigene wissenschafliche Leistung betrifft höre ich eher... >nichts< ... oder dass eine solche originale Leistung vorhanden ist. Es wird sogar festgehalten, dass die Arbeit ein eher kompliziertes, fächerübergreifendes Thema hat.

    Wenn das so ist, ist es wie im Schulaufsatz: Notenabzug wegen zitierfehler, klar! Wurde vermutlich sogar gemacht. Aber Betrugsversuch??? Das ist ein ganz anderes Kaliber, da kommt man auch mit Textvergleichen wie in Vroniplag oder dieser Expertise nicht weiter.

    >> Es ist doch übrigens irrelevant dass Guttenberg noch viel frecher geklaut hat. Aber das wird quasi als Ausweg gewiesen... im Vergleich mit ihm... usw.. <<

    ... CSU-Supertalent Guttenberg wenigstens in einer Hinsicht Maßstäbe gesetzt. Ist doch auch schon was.

    Aber diese Art der Argumentation ist tatsächlich absurd.

    Dann könnte ich mich als Falschparker darauf herausreden, dass andere Leute z.B. in einer Feuerwehrzufahrt und deshalb noch viel falscher parken, weswegen mein eigenes ordnungswidriges Verhalten nicht bestraft werden kann.

    • thedaT
    • 17. Oktober 2012 22:12 Uhr

    bisher nur infofragmente zum thema hier angekommen. vertrauen in die informationen = fehlanzeige. breittreterei macht es nur unschärfer. das thema versaut aber mM die reputation der wissenschaft. kann hier vielleicht ein medien--kodex gefunden werden - und erst übergreifend alà pareto 80/20 Regel konkrete Parts veröffentlicht werden? Die Infos bisher wirken völlig spam-like, bin raus, tut mir aber schon leid um die dame falls gehaltsvolles an ihrer arbeit enthalten war. die medien mögen mM bitte ihre qualitätssicherung VOR berichterstattung überdenken.

    justmy2
    thedaT

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    • thedaT
    • 17. Oktober 2012 22:13 Uhr

    kriege hier gleich lachkrämpfe bei der strotzenden objektivät.

    8 Leserempfehlungen
  2. Die Diskussion um die Doktorarbeit von Frau Schavan hat offengelegt, dass sich Professoren und Fachwissenschaftler erst einmal darüber einigen müssen, welche Kriterien bei der Beurteilung einer Doktorarbeit anzulegen waren/sind. Zur Frage, was ein Plagiat ist, ist ein Dissenz innerhalb und außerhalb der Gemeinschaft der Wissenschaftler zu erkennen, der weit über den Einzelfall hinausgeht.

    Von ernsthaften und unabhängigen Personen der Standpunkt vertreten, dass die Arbeit trotz handwerklicher Mängel die damals in der Praxis geforderten Kriterien für eine vollwertige Doktorarbeit eingehalten hat. Dem stimmt unter anderem der verantwortliche Doktorvater zu, dem es oblag, diese Kriterien an Frau Schavan zu vermitteln.
    Auch ich neige auf Basis der unvollständigen, öffentlich verfügbaren Informationen dazu, diesem Standpunkt zuzustimmen. Sofern sich diese Meinung durchsetzt, wäre der Plagiatsverdacht gegenstandslos.

    Bis zum Abschluss der Prüfung des Vorgangs durch die zuständigen Kremien möchte ich den Politikern aller Parteien (einschließlich Herrn Oppermann) höflich Zurückhaltung empfehlen. Einwürfe von Personen ohne Einblick in die Promotionspraxis sowie politischer Druck sind momentan fehl am Platz. Sie behindern die notwendige wissenschaftliche Meinungsbildung und riechen nach billigem Wahlkampfgetöse.

    Die Meinungsbildung muss aber konstruktiv fortgesetzt werden um eine Klarstellung bezüglich der Anforderungen an zukünftige Doktorarbeitn zu ermöglichen.

    Vielen Dank.

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    als der Gutachter. Er hat sich intensivst mit der Arbeit beschäftigt und wenn er sagt, dass sie die Charakteristika einer plagiierenden Vorgehensweise aufzeigt, dann ist das wahrscheinlich so.

    Der Doktorvater ist Partei in diesem Fall und seine Aussagen kann man lediglich mit einem Schmunzeln aufnehmen. Er steht jetzt schon sehr schlecht da, weil er die Arbeit mit "magna cum laude" ausgezeichnet hat.

    Und dass Sie den "zuständigen Kremien" Zurückhaltung empfehlen, interessiert doch wohl niemanden...

  3. aus welchen Motiven auch immer, um den eigenen Vorteil zu suchen, um ihre Unfähigkeit zu verschleiern etc... Nun, falls es hier der umgedrehte Fall sein sollte, ja und? Falls sich hier jemandin einen Heiligenschein aufsetzen sollte - nicht mit mir! Da fehlen vorher noch etliche Entschuldigen der gewählten Damen und Herren über ihre täglichen Täuschungsmanöver, über ihre Wortverdrehereien und auch das Eingeständnis der eigenen Fehlbesetzung als Volksvertreter. Und auch dafür, dass sie im dicken Wohlstand leben und die Bürger tagtäglich den Gürtel enger schnallen müssen.

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    Lesen Sie bitte Ihren Kommentar nochmal durch.
    Wieviel hat davon mit Frau Schavan zu tun und wieviel ist irgendwelchem persönlichen Frust geschuldet, den Sie einfach mal loswerden wollten?

  4. macht sich bestraft, dass die Unis zu viel haben durchgehen lassen:

    - Promotion ohne vorangegangenen Studienabschluss

    - uneindeutige Bewertungskriterien hinsichtlich der Zitiervorgaben

    - unterschiediche Qualitätsanforderungen zwischen Fächern und Standorten

    Nur so ist es möglich, dass jemand ohne erkennbare wissenschaftliche Spitzenleistung Doktor und eines Tages ohne weitere Wissenschaftliche Tätigkeit politisch für die Wissenschaft zuständig wird und dann das Messer ZIELGENAU an der heiklen Stelle ansetzt: Masse statt Klasse, möglichst viel Promotionen als politische Vorgabe, Besetzung von Professuren nach politisch erwünschten Quoten, Bewertung von Forschung nicht mehr nach erbrachter Leistung (publizierte Ergebnisse) sondern nach Versprechen (eingeworbene Drittmittel), Aufwertung der Bürokratie gegenüber der Wissenschaft, Etablierung von hierarchischen Meta-Strukturen (aus denen jetzt die laustarke Unterstützung für Frau S. kommt).

    Mit seiner mangelnden Bewertungsstrenge hat das System Universität sich seine eigene Zerstörung geschaffen. Was übrig bleibt ist eine ministerial gelenkte Bürokratie, der es vielleicht um Titel, aber NICHT um Wissenschaft geht.

    Als Ruheständler kann ich nur sagen: Selber schuld.

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    • tronco
    • 17. Oktober 2012 22:33 Uhr

    Wenn Frau Schavan plagiiert hat, hat sie den Doktortitel zu verlieren und aus allen öffentlichen Ämtern zu scheiden. Was ich erst einmal glaube, ist völlig uninteressant; mir erscheint die Lage im Moment aber eher seltsam, als so klar, wie bei Herrn KT.

    Was mich bei diesen Debatten momentan aber doch wirklich sehr stört, ist die Tatsache, dass irgendwer anonym sich eine Doktorarbeit ansehen kann, irgendwas behauptet und ins Netz stellt und die Betroffenen dann so beschädigt sind, dass sie ihre Karriere fast knicken können, auch wenn letztlich nur handwerkliche Mängel festgestellt werden und der Doktor weder aberkannt wird noch ein gegebenenfalls vorhandener Plagiatsverdacht ausgeräumt ist oder nicht bewiesen werden konnte.
    Die ganze, heere Idee sich für das "Geistige Eigentum" einzusetzen, wird auf diese Weise zu einem äußerst zweischneidigen Schwert, bei welchem die Gefahr eines öffentlichwirksam-politischen Missbrauchs eklatant ist - ähnlich verhält es sich - bezogen auf die Auswirkung der Anschuldigung - bei erdachten Vergewaltigungsanschuldigungen, der Beschuldigte ist ruiniert, ob ers nun war oder nicht - hier kann aber dann auch noch anonym aus dem Internet heraus angeschuldigt werden. Das ist mindestens sehr schlechter Stil, vielleicht sogar nicht ernst zu nehmen oder besser zu ignorieren.

    9 Leserempfehlungen
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    Wissenschaft muss grundsätzlich überprüfbar sein. Ist das nicht der Fall, dann ist das keine Wissenschaft! Wissenschaft ist keine "persönliche" oder "strikt vertrauliche" Angelegenheit.

    Dissertationen und andere wissenschaftliche Arbeiten müssen veröffentlicht werden. Jede/r sollte Zugang zu den Ergebnissen haben und alles überprüfen können. Wo und wie eine wissenschaftliche Leistung veröffentlicht wird, bestimmt die Qualität der Leistung. Am besten sind hochrangige wissenschaftliche Fachzeitschriften. Dort wird aufgrund von anonymen Gutachten entschieden, ob eine Arbeit gut genug ist, um veröffentlicht zu werden.

    • Slater
    • 18. Oktober 2012 10:47 Uhr

    "[..] sehr stört, ist die Tatsache, dass irgendwer anonym sich eine Doktorarbeit ansehen kann, irgendwas behauptet und ins Netz stellt und die Betroffenen dann so beschädigt sind, dass sie ihre Karriere fast knicken können, auch wenn [..] nicht bewiesen werden konnte."

    gab es schonmal den Fall, dass a) 'irgendwer anonym irgendwas behauptet' mit dann auch noch b) drastischen Konsequenzen?
    B.W. fällt mir am ehesten für a) ein, b) dabei weniger,
    wie viel dort tatsächlich Anlass war, möchte ich hier mal nicht ausbreiten

    bei den 'Vergewaltigung'sfällen Türck, Kachelmann, selbst Assange,
    war es jeweils zumindest 'technisch gesehen' nicht aus der Luft gegriffen,
    es gab jeweils die Frauen dazu und noch manch andere Umstände, bei Türck etwa zufällig Telefonüberwachung,
    unabhängig von der Berechtigung alles nicht gerade aus der Luft gegriffen

    der Fall Assange zeigt aktuell noch höchst anschaulich,
    wie wenig Konsequenzen das alles haben müsste,
    könnte schon längst vorbei sein, Ruf nicht zwingend beschädigt,
    wenn es eine faire Politik/ ein faires Rechtssytem gäbe,
    die die Anschuldigungen, woher auch immer, objektiv behandeln statt offensichtlich einen Menschenrechtler jahrelang wenn nicht ewig mundtot oder noch toter zu machen,

    wer ist da (wie eigentlich immer?) der Bösewicht, der Anonyme, oder die Staatsgewalt(en)?

    ----

    in jedem Fall hier mit Fakten, öffentlicher Doktorarbeit einer Ministerin, nicht zu vergleichen,
    das kann man vollkommen trocken durchziehen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, nf
  • Schlagworte Annette Schavan | Düsseldorf | CDU | Piper Verlag | Thomas Oppermann | Wissenschaft
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