Noteninflation Der Leistungsdruck lässt die Examensnoten steigen
Der Notendurschnitt an Unis ist in den letzten Jahren ständig gestiegen. Mit sinkenden Standards habe das nichts zu tun, meint Leserin Katharina Pöter.
Der Wissenschaftsrat berichtete im November, dass im Prüfungsjahr 2010 fast 80 Prozent der Studierenden ihren Abschluss mit "gut" oder "sehr gut" bestanden haben. Deren Anteil sei im Vergleich zum Jahr 2001 um zehn Prozent gestiegen.
Eine erfreuliche Nachricht? Scheinbar nicht: Eine "Aufweichung der Bewertungsstandards" und "schleichende Noteninflation", diagnostiziert der Bericht des Wissenschaftsrats. Dieser Trend dürfe so nicht weiter gehen, wird Wolfgang Marquardt, der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, in verschiedenen Medien zitiert.
Ich sehe ganz andere Gründe für diese Entwicklung: Der Umstieg zum Bachelor/Master-System hat zu diesem überdurchschnittlichen Notenspiegel beigetragen. Aufgrund erhöhter Anforderungen und einer verkürzten Studienzeit ist die Abbrecherquote gestiegen. Den Abschluss erhalten nur noch die Besten. Dass diese auch einen guten bis sehr guten Abschluss erzielen, liegt auf der Hand.
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© BeneA / photocase.com
Hinzu kommt die Wirtschaftskrise: Die Angst, trotz guter Ausbildung keinen Arbeitsplatz zu bekommen, ist hoch. Sie spornt Studierende zu Höchstleistungen an. Dieser erhöhte Arbeitsaufwand spiegelt sich in unseren Noten wider.
Statt Bequemlichkeit dank "Noteninflation" hat sich Leistungsdruck in den Köpfen der Studierenden manifestiert. Quantifizierbare, hart erarbeitete Ergebnisse sind die Maximen unserer Studien. Dass wir uns diesen Zwängen beugen, scheint aber auch nichts zu bringen: Unsere gute Leistung wird uns pauschal abgesprochen.
- Datum 14.12.2012 - 10:14 Uhr
- Quelle Leserartikel
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Dem kann ich aus eigener Erfahrung überhaupt nicht zustimmen. Wenn man schon beim Abitur anfängt, die Standards nach unten zu verschieben, damit prozentual mehr Abiturienten produziert werden, die dann studieren sollen, so zieht sich dies auch bis zum Uniabschluss durch.
Ich persönlich habe während meines Studiums jedenfalls keinen Leistungsdruck bei mir und meinen Kommilitonen feststellen können, aber vielleicht kenne ich ja nur die falschen Leute. Aber bevor mir jemand etwas unterstellt: Ich kenne sowohl Juristen, WiWis, Chemiker, Biologen und verschiedenste Geisteswissenschaftler.
Es gab ja unlängst Studien, die den Arbeitsaufwand von BA/MA- Studenten mit denen von Diplom/Magister-Studenten verglichen: Da gabs kaum Unterschiede. Woher soll denn diese "Noteninflation" sonst kommen, da sie ja offensichtlich nicht durch höheren Arbeitsaufwand kommt als früher? Durch niedere Bewertungsmassstäbe! Damit mehr Uniabsolventen produziert werden können, die auf dem Arbeitsmarkt auch den Anschein haben, etwas zu taugen!
Ich persönlich schäme mich für mein Studium, weil es mir bis auf ganz wenige Ausnahmen wie geschenkt vorkam. Aber das ist nur mein persönlicher Eindruck zu dieser Thematik...
Was haben Sie studiert?
Gut so, auf einen allgemein gefassten Artikel mit persönlichen Empfindungen zu antworten. Es gibt eben manchmal superkluge Leute, denen ihr Studium zu einfach ist. Dann kann man ja parallel noch ein Zweitstudium anfangen, wenn einen das erste nicht auslastet. Dann muss man sich am Ende vielleicht auch nicht schämen und ist doch mal gefordert.
Ich finde den Hauptartikel sehr gut, er zeigt einen wichtigen Zusammenhang auf. Dabei geht es aber um die Masse der Leute, natürlich nicht um Einzelschicksale. Die Abschlussnote wird seit der Umstellung auf Bach/Mast von Studiumsbeginn an beeinflusst, zu meiner Zeit hat nur das Zwischenzeugnis und die Diplomnote gezählt. Entsprechend mehr Druck lastet heute auf den Studenten, in jeder Klausur eine 1 zu erhalten, selbst wenn der Lehrplan identisch zu früher wäre. Und dieser Druck, gepaart mit den mageren Jobaussichten für Absolventen und dem Einfluss der Wirtschaft auf die Uni, lässt die Studenten mehr für ihre Note arbeiten als früher.
Ich persönlich schäme mich für mein Studium, weil es mir bis auf ganz wenige Ausnahmen wie geschenkt vorkam. Aber das ist nur mein persönlicher Eindruck zu dieser Thematik...
Mir geht es genau andersherum. Ich bin sehr stolz auf den Abschluss meines Studiums, weil ich dafür kämpfen musste. Ich bin auch ein wenig betrübt darüber, weil kaum jemand die harte Arbeit dahinter sieht. Ein Freund hat einen Abschluss über eine Fernhochschule berufsbegleitend gemacht und nennt sich Diplom-Informatiker (FH). Ich habe an einer Universität studiert und nenne mich Diplom-Informatiker. Trotz dieser Namensähnlichkeit liegen Welten zwischen unseren Studiengängen. Wir haben unsere Stoffinhalte verglichen und kamen zu dem Ergebnis, dass wenn er ein Skript mit 30 A4-Seiten in 12-Punkt-Schrift und vielen Illustrationen für die Prüfung lernen musste, um sie mit 1,0 zu bestehen, dass ich es mit einem 50-seitigen Skript in 8-Punkt-Schrift ohne ein einziges Bild zu tun hatte und wochenlang bis tief in die Nacht lernen musste, um wenigstens ein befriedigend zu bekommen. Natürlich ist diese Betrachtung zu einfach. Die Realität nach dem Studium gibt ein anderes Bild: Er verdient 2400 EUR Brutto und hat kaum Aussicht auf Aufstieg. Ich verdiene 3200 und stehe am Anfang einer Karriere, bei der ich locker >5000 EUR Brutto verdienen kann. Genau darum bin ich stolz auf mein Studium. Es eröffnet mir große Möglichkeiten.
Was haben Sie studiert?
Gut so, auf einen allgemein gefassten Artikel mit persönlichen Empfindungen zu antworten. Es gibt eben manchmal superkluge Leute, denen ihr Studium zu einfach ist. Dann kann man ja parallel noch ein Zweitstudium anfangen, wenn einen das erste nicht auslastet. Dann muss man sich am Ende vielleicht auch nicht schämen und ist doch mal gefordert.
Ich finde den Hauptartikel sehr gut, er zeigt einen wichtigen Zusammenhang auf. Dabei geht es aber um die Masse der Leute, natürlich nicht um Einzelschicksale. Die Abschlussnote wird seit der Umstellung auf Bach/Mast von Studiumsbeginn an beeinflusst, zu meiner Zeit hat nur das Zwischenzeugnis und die Diplomnote gezählt. Entsprechend mehr Druck lastet heute auf den Studenten, in jeder Klausur eine 1 zu erhalten, selbst wenn der Lehrplan identisch zu früher wäre. Und dieser Druck, gepaart mit den mageren Jobaussichten für Absolventen und dem Einfluss der Wirtschaft auf die Uni, lässt die Studenten mehr für ihre Note arbeiten als früher.
Ich persönlich schäme mich für mein Studium, weil es mir bis auf ganz wenige Ausnahmen wie geschenkt vorkam. Aber das ist nur mein persönlicher Eindruck zu dieser Thematik...
Mir geht es genau andersherum. Ich bin sehr stolz auf den Abschluss meines Studiums, weil ich dafür kämpfen musste. Ich bin auch ein wenig betrübt darüber, weil kaum jemand die harte Arbeit dahinter sieht. Ein Freund hat einen Abschluss über eine Fernhochschule berufsbegleitend gemacht und nennt sich Diplom-Informatiker (FH). Ich habe an einer Universität studiert und nenne mich Diplom-Informatiker. Trotz dieser Namensähnlichkeit liegen Welten zwischen unseren Studiengängen. Wir haben unsere Stoffinhalte verglichen und kamen zu dem Ergebnis, dass wenn er ein Skript mit 30 A4-Seiten in 12-Punkt-Schrift und vielen Illustrationen für die Prüfung lernen musste, um sie mit 1,0 zu bestehen, dass ich es mit einem 50-seitigen Skript in 8-Punkt-Schrift ohne ein einziges Bild zu tun hatte und wochenlang bis tief in die Nacht lernen musste, um wenigstens ein befriedigend zu bekommen. Natürlich ist diese Betrachtung zu einfach. Die Realität nach dem Studium gibt ein anderes Bild: Er verdient 2400 EUR Brutto und hat kaum Aussicht auf Aufstieg. Ich verdiene 3200 und stehe am Anfang einer Karriere, bei der ich locker >5000 EUR Brutto verdienen kann. Genau darum bin ich stolz auf mein Studium. Es eröffnet mir große Möglichkeiten.
Es stimmt schon: Der Leistungsdruck unter Studenten ist enorm gestiegen, allerdings nicht erst seit Einführung des Bologna-Systems. Noch vor 20-30 Jahren hatte ein Abiturient eine sichere Aussicht auf einen guten Job, heute muss man mindestens ein 1,x-Abitur vorweisen, und ein entsprechend benotetes Studium. Entgegen der Meinung so mancher Leute, dass die heutige junge Generation verweichlicht und spaßorientiert wäre, hat es die heutige Jugend sehr schwer: Unsichere Berufsaussichten, Staatsverschuldung, nicht nachhaltige Sozialsysteme, demographische Entwicklung.
Wer in den 70er- und 80er-Jahren studiert hat, hat goldene Zeiten erlebt.
Ich stimme Ihnen ja zu, dass die Zeiten in den 80ern noch besser waren. Das ist auch schwer zu leugnen.
Aber dass man unbedingt ein 1,x-Abitur für einen guten Job braucht, glaube ich eher nicht. Das Abitur ist lediglich eine Studienzugangsberechtigung. Sobald man einen Studienabschluss hat, dürfte sich kaum ein Arbeitgeber noch für den Abi-Schnitt interessieren. Da zählen wahrscheinlich andere Dinge.
Im Grunde genommen haben Sie mit Ihrem Post den Nerv getroffen. Nur anders, als Sie glauben.
Nein, man braucht kein 1er Abitur und auch mit einem 2er Bachelor und Master, bekommt man ohne Probleme einen Job, WENN man denn ein bestimtmes Ziel frühzeitig verfolgt. Quelle: Mich selber, Kommilitonen, Arbeitskollegen.
Die Personaler predigen nicht schon seit gestern, dass Noten eher zweitrangig sind, sondern es erst einmal auf die Person ankommt. Und das kann man nunmal nicht, durch Noten hinbekommen.
- trotz erhöhter Auslese sowohl nach der Grundschule als auch im Abitur - schon vor Beginn des Studiums vor der Situation, dass an den Unis in fast allen (!) Fächern entweder bundesweite oder uniinterne Numeri clausi galten. Eine Eins vor dem Komma gab es im Abitur nur für sehr, sehr wenige Absolventen, und das sowohl in der Schule als auch in der Uni.
Die Fachschaften waren überfüllt, und wenn man dann sein Studium erfolgreich hinter sich gebracht hatte, wartete auf viele die Arbeitslosigkeit, wenn man nicht flexibel war und sich anderweitig bewarb.
hier mal ein Spiegelartikel von damals:
http://www.spiegel.de/spi...
Man sieht also: Damals waren die Verhältnisse für den Einzelnen nicht leichter als heute - im Gegenteil.
Die Inflation der guten Noten in Schulen und Unis ist aber mehreren Faktoren geschuldet:
1. hat kaum jemand aus dem Lehrpersonal die Lust und den Mumm, gehobene Ansprüche auch gegen äußere Widerstände durchzusetzen, zumal die Kultusministerien nicht hinter ihnen stehen. Das merkt man
2. daran, dass Schulen und Unis nach Quantität statt Qualität finanziert werden.
3. merken die Absolventen, die durch eine scheinbar gute Note ruhiggestellt sind, erst nach Jahren, dass die Konkurrenz dadurch außerhalb von Schule und Uni härter geworden ist. Und
4. wer klagt schon gegen zu gute Noten? Es bestünde dann die Gefahr, dass man selbst zu gut bewertet worden wäre. Dass sich die Relation nicht verschiebt, erkennen die meisten nicht!
"heute muss man mindestens ein 1,x-Abitur vorweisen, und ein entsprechend benotetes Studium."
Ich denke, wenn man im Studium entsprechend gut war, interessiert das 3,5er Abi keinen mehr. Außer natürlich, man beginnt sofort mit der Ausbildung...
aber hartes Studium. 73 waren wir zu Beginn - 22 am Ende.
Golden waren auch nicht unbedingt die Berufsaussichten. "Keinesfalls Ingenieur werden!" war ein oft gehörter Tipp...
Trotzdem empfanden viele von uns das Studium tatsächlich als goldene Zeit.
Allerdings beneide ich selbst die heutigen Studenten eher nicht.
Ich stimme Ihnen ja zu, dass die Zeiten in den 80ern noch besser waren. Das ist auch schwer zu leugnen.
Aber dass man unbedingt ein 1,x-Abitur für einen guten Job braucht, glaube ich eher nicht. Das Abitur ist lediglich eine Studienzugangsberechtigung. Sobald man einen Studienabschluss hat, dürfte sich kaum ein Arbeitgeber noch für den Abi-Schnitt interessieren. Da zählen wahrscheinlich andere Dinge.
Im Grunde genommen haben Sie mit Ihrem Post den Nerv getroffen. Nur anders, als Sie glauben.
Nein, man braucht kein 1er Abitur und auch mit einem 2er Bachelor und Master, bekommt man ohne Probleme einen Job, WENN man denn ein bestimtmes Ziel frühzeitig verfolgt. Quelle: Mich selber, Kommilitonen, Arbeitskollegen.
Die Personaler predigen nicht schon seit gestern, dass Noten eher zweitrangig sind, sondern es erst einmal auf die Person ankommt. Und das kann man nunmal nicht, durch Noten hinbekommen.
- trotz erhöhter Auslese sowohl nach der Grundschule als auch im Abitur - schon vor Beginn des Studiums vor der Situation, dass an den Unis in fast allen (!) Fächern entweder bundesweite oder uniinterne Numeri clausi galten. Eine Eins vor dem Komma gab es im Abitur nur für sehr, sehr wenige Absolventen, und das sowohl in der Schule als auch in der Uni.
Die Fachschaften waren überfüllt, und wenn man dann sein Studium erfolgreich hinter sich gebracht hatte, wartete auf viele die Arbeitslosigkeit, wenn man nicht flexibel war und sich anderweitig bewarb.
hier mal ein Spiegelartikel von damals:
http://www.spiegel.de/spi...
Man sieht also: Damals waren die Verhältnisse für den Einzelnen nicht leichter als heute - im Gegenteil.
Die Inflation der guten Noten in Schulen und Unis ist aber mehreren Faktoren geschuldet:
1. hat kaum jemand aus dem Lehrpersonal die Lust und den Mumm, gehobene Ansprüche auch gegen äußere Widerstände durchzusetzen, zumal die Kultusministerien nicht hinter ihnen stehen. Das merkt man
2. daran, dass Schulen und Unis nach Quantität statt Qualität finanziert werden.
3. merken die Absolventen, die durch eine scheinbar gute Note ruhiggestellt sind, erst nach Jahren, dass die Konkurrenz dadurch außerhalb von Schule und Uni härter geworden ist. Und
4. wer klagt schon gegen zu gute Noten? Es bestünde dann die Gefahr, dass man selbst zu gut bewertet worden wäre. Dass sich die Relation nicht verschiebt, erkennen die meisten nicht!
"heute muss man mindestens ein 1,x-Abitur vorweisen, und ein entsprechend benotetes Studium."
Ich denke, wenn man im Studium entsprechend gut war, interessiert das 3,5er Abi keinen mehr. Außer natürlich, man beginnt sofort mit der Ausbildung...
aber hartes Studium. 73 waren wir zu Beginn - 22 am Ende.
Golden waren auch nicht unbedingt die Berufsaussichten. "Keinesfalls Ingenieur werden!" war ein oft gehörter Tipp...
Trotzdem empfanden viele von uns das Studium tatsächlich als goldene Zeit.
Allerdings beneide ich selbst die heutigen Studenten eher nicht.
Dass die Umstelltung auf das Bachelor-/Mastersystem zur "Notenonflation" begetragen hat, liegt nahe. Der Schluss, dass in diesem System allerdings nur noch die besten Studenten überhaupt den Abschluss schaffen und dieser dementsprechend auch besonders gut sein muss, halte ich für mehr als fragwürdig.
Zudem bleibt ungeklärt, wieso man von einer gekürzten Studienzeit per se auf höhere Anforderungen und höheren Leistungsdruck schließen kann? Wodurch wird dieser begründet?
Auch nach der Umstellung gibt es noch bessere und schlechtere Studenten. Die dahinter stehenden Noten allerdings haben sich verschoben. D.h. wirklich gut ist man mittlerweile nur noch mit Bestnoten, schlecht hingegen schon mit guten oder durchschnittlichen Noten.
ps: es wäre sehr wünschenswert und würde die Diskussion ansich sehr fördern, wenn nicht direkt wieder eine Diskussion über Wert und Mehrwert von Natur- und Geisteswissenschaften entfacht, da dies sicher nicht den Kern des hier geschilderten Phänomens trifft!
"Zudem bleibt ungeklärt, wieso man von einer gekürzten Studienzeit per se auf höhere Anforderungen und höheren Leistungsdruck schließen kann? Wodurch wird dieser begründet?"
Fortlaufende Forschung --> ein Mehr an Studieninhalten --> gekuerzte Studienzeit --> Mehr Stoff in weniger Zeit.
Ich studiere derzeit und muss miterleben wie trist die Atmossphaere im Studium ist, wenn jede Veranstaltung in erster Linie (ich will nicht sagen vollstaendig, aber sehr sehr) darin betrachtet wird, wie Pruefungsrelevant sie ist. Jede weiterfuehrende Frage sofort "zu weit" geht und unter den Kommilitonen das (auch durchaus nachempfindbare) genervte Seufzen aufkommt - machts doch jetzt nicht kompliziert! Wir wollens einfach, einfach fuer die Pruefung.
In verschiedene Richtungen zu denken und Mehrperskivitaet - darum geht es in meiner akademischen Einruchtung kaum.
Wenn ich fruehere Absolventen (jetzige Lehrer und Doktoren) frage, malen sie von ihrem Studium ein sehr anderes Bild.
Mal 5:29min dazu:
http://www.youtube.com/wa...
Entfernt. Doppelpost.
"Zudem bleibt ungeklärt, wieso man von einer gekürzten Studienzeit per se auf höhere Anforderungen und höheren Leistungsdruck schließen kann? Wodurch wird dieser begründet?"
Fortlaufende Forschung --> ein Mehr an Studieninhalten --> gekuerzte Studienzeit --> Mehr Stoff in weniger Zeit.
Ich studiere derzeit und muss miterleben wie trist die Atmossphaere im Studium ist, wenn jede Veranstaltung in erster Linie (ich will nicht sagen vollstaendig, aber sehr sehr) darin betrachtet wird, wie Pruefungsrelevant sie ist. Jede weiterfuehrende Frage sofort "zu weit" geht und unter den Kommilitonen das (auch durchaus nachempfindbare) genervte Seufzen aufkommt - machts doch jetzt nicht kompliziert! Wir wollens einfach, einfach fuer die Pruefung.
In verschiedene Richtungen zu denken und Mehrperskivitaet - darum geht es in meiner akademischen Einruchtung kaum.
Wenn ich fruehere Absolventen (jetzige Lehrer und Doktoren) frage, malen sie von ihrem Studium ein sehr anderes Bild.
Mal 5:29min dazu:
http://www.youtube.com/wa...
Entfernt. Doppelpost.
Was macht man als Erstes, wenn die Statistiken der Bildungsabschlüsse nicht stimmen? Man senkt die Standards. Das ist, aus politischer Sicht jedenfalls, eine logische Konsequenz. Mehr Abschlüsse werden dadurch sicherlich erzielt.
Aber ob dadurch auch intelligenter und eigenständiger Nachwuchs geschult wird? Nachwuchs, der sich in ungewissen Zeiten selbstständig weiterbilden kann?
Daran habe ich große Zweifel. Außerdem steht der Nachwuchs ständig unter dem ominösen Leistungsdruck des Marktes. Freigeister und Quereinsteiger sollten sich in Zukunft warm anziehen.
Ich bin gewiss nicht immer auf Linie der Meinung des Wissenschaftsrates und will der Autorin nicht absprechen, Bestnoten zu verdienen. Dennoch stütze ich die These der Inflation – und des Mitleids. Wenn ich weiß, dass die Masterstudienplätze begrenzt sind, versuche ich all denen gute Noten zu geben, von denen ich denke, dass es gut für sie ist, weiter zu studieren, auch wenn sie nicht Höchstleistung erbracht haben, da man mit dem ersten Abschluss wenig anfangen kann, und da die Erfahrung zeigt, dass viele erst während der Spezialisierung ihr Bestes geben. Und das mit der Auswahl „den Besten“ bezweifele ich so oder so: nach Bologna wird v.a. nach Durchhaltevermögen, Lernkapazität und auch Mnemotechnik gesiebt. Kreative Köpfe sind da häufig benachteiligt. Persönlich habe ich noch keine Kolleg/inn/en gehört, die – aus den unterschiedlichsten Fakultäten – gesagt hätte, das Leistungs- oder Wissensniveau der Studierenden sei in der letzten Zeit gestiegen. Das Gegenteil zu behaupten wäre auch falsch. Es werden eben (leider, wie ich meine), andere Prioritäten gesetzt.
Ich stimme Ihnen ja zu, dass die Zeiten in den 80ern noch besser waren. Das ist auch schwer zu leugnen.
Aber dass man unbedingt ein 1,x-Abitur für einen guten Job braucht, glaube ich eher nicht. Das Abitur ist lediglich eine Studienzugangsberechtigung. Sobald man einen Studienabschluss hat, dürfte sich kaum ein Arbeitgeber noch für den Abi-Schnitt interessieren. Da zählen wahrscheinlich andere Dinge.
Ihre Bemühung, die Ehre der Studenten zu retten, in allen Ehren, aber das Niveau der Studierenden und die Ansprüche, die diese an sich stellen, ist sicherlich nicht gestiegen.
Es mag Fächer geben, wo wirklich hart gesiebt wird, und man ihrer These, dass nur die Besten abschließen, folgen könnte. In den allermeisten Fällen sind die Noten aber deshalb so gut, weil das Notenspektrum an Hochschulen nur von 1 bis 3 reicht.
Diesem Eindruck kann ich nach 5 Fachsemestern im Bachelor definitiv widersprechen: Die Notenskala reicht bei uns durchaus von 1,0 bis 5,0. Für fast jede Klausur könnte ich Ihnen genügend Beispiele bringen, dass wir keine Kuschelnoten bekommen, Ausbrecher in beide Richtungen gibt es immer. So fallen mal auch 80% durch, mal bestehen 90%, das sind aber die Ausnahmen.
Und ich studiere jetzt kein klassisches Fach, in dem "rausgeprüft" wird, sondern eine Kombination aus Wirtschafts- und Kulturwissenschaften. Eine generelle Noteninflation wie in mehreren Artikeln angesprochen, kann ich jedenfalls an meiner Universität nicht nachvollziehen und finde es bedrückend, wie sehr gute Leistung damit auf einfachstem Wege relativiert werden.
Diesem Eindruck kann ich nach 5 Fachsemestern im Bachelor definitiv widersprechen: Die Notenskala reicht bei uns durchaus von 1,0 bis 5,0. Für fast jede Klausur könnte ich Ihnen genügend Beispiele bringen, dass wir keine Kuschelnoten bekommen, Ausbrecher in beide Richtungen gibt es immer. So fallen mal auch 80% durch, mal bestehen 90%, das sind aber die Ausnahmen.
Und ich studiere jetzt kein klassisches Fach, in dem "rausgeprüft" wird, sondern eine Kombination aus Wirtschafts- und Kulturwissenschaften. Eine generelle Noteninflation wie in mehreren Artikeln angesprochen, kann ich jedenfalls an meiner Universität nicht nachvollziehen und finde es bedrückend, wie sehr gute Leistung damit auf einfachstem Wege relativiert werden.
Aha, das ist ungefähr auf dem Niveau wie gerade
der Vorwurf Heike Brehmers CDU im Bundestag an die Linke:
"Ich möchte darauf hinweisen idas in der DDR weder Arbeitslosengeld noch Grundsicherung gab"
WAS FÜR EIN BRÜLLER!!!!
Den merke ich mir!
WAS FÜR EIN BRÜLLER!!!!
Den merke ich mir!
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