PlagiatsvorwurfKoch-Mehrin unterliegt im Doktortitel-Streit

Mit einer Klage wollte Silvana Koch-Mehrin gegen die Aberkennung ihres Doktortitels vorgehen. Die wies das Gericht ab – es hat Zweifel an der Klagebegründung.

Die FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin hat im Kampf um ihren Doktortitel eine weitere Niederlage erlitten. Das Verwaltungsgericht in Karlsruhe wies am Mittwoch ihre Klage gegen den Entzug des Titels ab. Eine ausführliche Begründung wird das Gericht erst in den kommenden Wochen vorlegen.

In den beiden mündlichen Verhandlungen hatte die Vorsitzende Richterin Zweifel an der Klagebegründung angedeutet: Der Verweis auf Verfahrensfehler bei der Aberkennung des Doktortitels könne wenig Aufschluss über die Qualität der Arbeit bringen.

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Die Universität Heidelberg hatte Koch-Mehrin im Juni 2011 den Titel aberkannt, weil ihre Doktorarbeit Lateinische Münzunion 1865-1927 insgesamt 125 Plagiate aufweise.

Koch-Mehrin EU-Parlamentarierin kann nun noch Berufung beim Verwaltungsgerichtshof des Landes einlegen. Ihr Anwalt hatte diesen Schritt bereits am vergangenen Montag nach der Verhandlung erwogen.

Die FDP-Politikerin hatte unabhängig vom Ausgang des Verfahrens bereits angekündigt, 2014 nicht mehr für das Europaparlament zu kandidieren.

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Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit konstruktiven Beiträgen an der Diskussion. Danke, die Redaktion/au

    3 Leserempfehlungen
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    ...sollte bestraft werden wie ein falscher Arzt oder Anwalt: Sofortige Entlassung unter Streichung aller laufenden Bezüge und Rentenanwartschaften, lebenslanges Promotionsverbot, lebenslanges Berufsverbot, Zahlung von evtl. Schadenersatz, Aufnahme in ein öffentliches Register "Titelfälscher".

  2. Und so soll es sein. Dem Hickhack ein Ende bereiten. Irgendwann muss endlich mal Schluss sein mit allen Winkelzügen und die Verwaltungsgerichte sollten hier keinen Raum zulassen, so dass Beschlüsse von Universitäten als im Prinzip rechtskräftig zu bestätigen. Denn ein Gericht kann und sollte wohl kaum klären, ob da ein Plagiat vorliegt oder nicht. Offenbar fand man wohl keine Verfahrensfehler und somit hoffe ich, dass der Verwaltungsgerichtshof, da zu keinem anderen Ergebnis gelangt - ich denke, er wird es auch nicht. Frau Schavan wird dies auch registrieren. Bei 125 nachgewiesen Plagiaten bei Frau Koch-Mehrin frage ich mich ehrlich gesagt auch, ob da nicht eventuell auch auch die Ansicht vorherrscht, dass offzielle Gremien, wie das einer Prüfungskomission für sie selbst nicht da seien, sondern nur für den "gewöhnlichen" Doktor oder Doktoranden. Ähnliches treibt mich auch bei Frau Schavan um.

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  3. ...sollte bestraft werden wie ein falscher Arzt oder Anwalt: Sofortige Entlassung unter Streichung aller laufenden Bezüge und Rentenanwartschaften, lebenslanges Promotionsverbot, lebenslanges Berufsverbot, Zahlung von evtl. Schadenersatz, Aufnahme in ein öffentliches Register "Titelfälscher".

    9 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
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    Sie sind sich wirklich ganz sicher, dass eine gesellschaftliche Ausgrenzung reicht? Wie wäre es mit körperlicher Bestrafung ... ?

  4. ...wird es genauso ergehen.

    Immer wieder faszinierend zu sehen, unter welchem Realitätsverlust unsere Politiker leiden.

    Gut, dass es unabhängige Gerichte gibt, die sie regelmäßig auf den Boden der Tatsachen zurückholen.

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  5. ... das fehlende Unrechtsbewusstsein.

    Ich denke, die meisten Menschen würden vor Scham im Boden versinken, wenn ihnen ein solcher Betrug nachgewiesen würde.

    Nicht so Frau Koch-Mehrin, sie weiß um ihre Arbeit, die nicht mal das Papier wert ist, auf dem sie gedruckt wurde. Trotzdem versucht sie, den Vorteil aus ihrem Betrug zu behalten (den Titel) Auch unter Ausnutzung windiger "Argumente" (Formfehler), als würden diese ihre "Leistung" besser machen.

    Es ist das gleiche Prinzip wie mit der Dumpinglohndebatte:
    Es gibt nunmal sittenwidrige Löhne.
    Aber statt sich an diese Mindestvorgabe zu halten, versucht man in der FDP die Umgehung dieses Gesetzes zu rechtfertigen:
    Werkverträge sind keine Löhne.

    7 Leserempfehlungen
  6. wär dann der neue Titel gewesen, wenns denn geklappt hätte.

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    • Ayreon
    • 06. März 2013 13:17 Uhr

    Über ein solches Maß an Dreistigkeit, Uneinsichtigkeit und Wahrnehmungsstörungen kann man nur noch staunen.

    4 Leserempfehlungen
  7. .. aber sie sieht gut aus. Besser als nichts.

    4 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte Silvana Koch-Mehrin | Doktortitel | Europaparlament | Gericht | Plagiat | Qualität
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