Studienfinanzierung : Neue Bildungsministerin will Bafög ausweiten

Das Bafög geht an der Realität vorbei, sagt Johanna Wanka. Sie will die Ausbildungsförderung reformieren und Ältere sowie Teilzeitstudenten einbeziehen.
Bildungsministerin Johanna Wanka © Adam Berry/Getty Images

Die neue Bildungsministerin Johanna Wanka will, dass mehr Menschen Bafög bekommen. Auch Teilzeitstudenten und Ältere sollten die Studienförderung erhalten, sagte CDU-Politikerin der Süddeutschen Zeitung. Die Ministerin plant eine umfassende Reform des Bafög.

"Das Bafög geht heute teilweise an der Lebenswirklichkeit vorbei", sagte Wanka. Deshalb müssten die Bedingungen für die Studienförderung überprüft werden. Es gebe viele Menschen, die neben dem Beruf oder nach einer Ausbildung studierten. Sie seien derzeit oft von der staatlichen Förderung für Schüler und Studenten ausgeschlossen. "Die Förderung muss weiter geöffnet werden", sagte die Ministerin.

Wanka löste im Februar Annette Schavan als Bundesbildungsministerin ab. Schavan war zurückgetreten, weil ihr der Doktortitel wegen eines Plagiats aberkannt worden war.

Studenten können nicht mit mehr Geld rechnen

Wanka möchte aber den Bafög-Satz nicht erhöhen, Studenten können also nicht mit mehr Geld rechnen. "Nur auf pauschale Erhöhungsrunden zu setzen, greift da zu kurz", sagte Wanka. "Und die finanziellen Möglichkeiten sind nicht in allen Ländern gleich." Mit den Ländern will die Ministerin im April über die Reform beraten. Diese tragen ein Drittel der Bafög-Kosten, der Bund den Hauptteil.

Das Bafög besteht je zur Hälfte aus einem Zuschuss und einem zinslosen Darlehen, der Höchstsatz beträgt derzeit 670 Euro. 29 Prozent aller Studenten erhalten Bafög, im Durchschnitt bekommen sie 436 Euro monatlich.

Zuletzt wurden die Bafög-Sätze 2010 erhöht, allerdings nur um wenige Euro. Damals hatte die schwarz-gelbe Koalition bereits den Kreis der Berechtigten ausgeweitet. Die Altersgrenze stieg von 30 auf 35 Jahre, homosexuelle Lebenspartnerschaften wurden der Ehe gleichgestellt.

Die Förderung "muss an die heutigen Realitäten angepasst werden, und die sehen anders aus als noch vor 40 Jahren", sagte Wanka. Damals wurde das Bundesausbildungsförderungsgesetz beschlossen. Es hat Millionen Menschen ein Studium ermöglicht, die sich das sonst nicht hätten leisten können.

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Kommentare

23 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

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Der Großteil der angehenden Studenten hat sein Vermögen über 5000 Euro nicht selbst erarbeitet, sonder von den Eltern bekommen.
Wenn nun Vermögen da ist, warum dieses dann nicht in die eigenen Bildung investieren. Die Allgemeinheit soll bezahlen, wenn es sonst keine Möglichkeiten gibt.

MIt 5000 Euro hat man einen Sicherheitspuffer, der im Notfall für das Gröbste reicht.

Genau wie mit den Banken.

Alle Politiker von Schäuble bis Seehofer schwafeln "die Verursacher der Krise zur Kasse zu bitten" und alles was nach Jahren dabei herauskommt, ist so eine lächerliche und dafür völlig ungeeignete Finanztransaktionssteuer.

Über die wichtigen Entscheidungen wird nur debattiert und Zeit geschunden, da passiert nie was.
Bei Lobbypolitik geht dagegen immer alles ganz schnell, im Eilverfahren, und keine Zeitung berichtet darüber.