Jugendforschung"Junge Menschen suchen Erfolg durch Anpassung"

Der Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier sieht Jugendliche als Opfer der Marktwirtschaft. Im Interview sagt er, warum die ständige Konkurrenz unglücklich macht. von Ferdinand Knauß

Frage: "Leben ist kein Vergnügen mehr", schreiben Sie in Ihrem Buch Performer, Styler, Egoisten. Wenn man abends durch die Stadt geht und die jungen Menschen in den Kneipen sieht, hat man nicht den Eindruck, dass die ihr Leben nicht genießen.

Bernhard Heinzlmaier: Ich glaube nicht, dass die, die da feiern, glücklich sind.

Anzeige

Frage: Warum?

Heinzlmaier: Ich muss ein bisschen ausholen. Für Jugendliche gibt es heute zwei große Anrufungen. Die erste ist der Arbeitsmensch, der sich nach Werten wie Askese, Leistung, Konkurrenz, Verzicht zu richten hat. Die zweite ist der Freizeitmensch, der sich an Spaß, unverbindlichen Beziehungen und Zügellosigkeit, am Rauschhaften ausrichtet. Dieser Widerspruch ist in der Gesellschaft, weil wir als Berufsmenschen und Konsumenten funktionieren müssen. Beide Rollen sind wichtig, damit sich das System reproduzieren kann. In unseren Studien zeigt sich, dass das Freizeitvergnügen in erster Linie eine kompensatorische Funktion hat, nämlich das Arbeitsleid zu vergessen. Und dieses Leid entsteht aus dem steigenden Druck bei der Arbeit, aus der Verdichtung der Anforderungen und der Kontrolle. Kurz: Die Probleme liegen in einem System begründet, das die Menschen nicht zur solidarischen, gemeinsamen Handlung motiviert, sondern in erster Linie die Konkurrenz verschärft. Darunter leiden die Menschen.

Frage: Also feiern die jungen Menschen nicht aus reiner Lebensfreude, sondern um Druck abzulassen?

Heinzlmaier: Ja. Man belohnt sich selbst für all das, was man ertragen hat.

Frage: Sind die gesellschaftlichen Nischen, die dem – wie Sie schreiben – "Richterstuhl der ökonomischen Imperative"  verborgen bleiben, weniger geworden?

Bernhard Heinzlmaier

ist Jugendforscher und Geschäftsführer von tfactory, einem Unternehmen für Marktforschung und Marketing bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sein aktuelles Buch heißt Performer, Styler, Egoisten - Über eine Jugend, der die Alten die Ideale abgewöhnt haben.

Heinzlmaier: Ich denke schon. Der Markt ergreift immer neue Lebensbereiche und Segmente der Gesellschaft. Bildung, Altersvorsorge, Pflege. Vieles, was noch vor dreißig Jahren eine Aufgabe des Gemeinwesens war, wurde auf den Markt verlagert. Die Imperative des Marktes gelten mittlerweile sogar in der Familie.

Frage: Und das kriegen auch schon Teenager zu spüren?

Heinzlmaier: Zweifellos. In meiner Jugend in den 1970er und 1980er Jahren haben wir überhaupt nicht an Wirtschaft gedacht. Wir hatten keine Angst vor der beruflichen Zukunft. Heute bekommen Kinder und Jugendliche laufend gesagt, wie schwierig es wird: Du musst eine gute Ausbildung haben, dich anstrengen, du hast viele Mitbewerber. Diesen Zwang, sich selbst als Produkt zu positionieren und zu perfektionieren, bekommt heute schon der 12-Jährige mit. Die Kinder werden frühzeitig den Prinzipien der Warenästhetik untergeordnet. Der Druck kommt von den besorgten Eltern, die Angst haben, dass ihre Kinder scheitern. Und von den Schulen, die immer mehr auf die Marktbedürfnisse ausgerichtet werden.

Frage: Marktferne Existenzen, also Schriftsteller, Wissenschaftler, Künstler waren aber doch immer schon soziale Ausnahmen.

Heinzlmaier: Ja. Je niedriger das Bildungsniveau desto mehr waren auch früher die Menschen darauf angewiesen, sich dem Markt anzupassen. Für den traditionellen Industriearbeiter hat sich gar nicht so viel verändert. Der war immer dem Produktionsregime unterworfen. Die Mittelschicht aber genoss einige Freiräume. Und die verliert sie jetzt und wird ganz und gar in die Marktgesellschaft hineingedrückt.

Frage: Aber die humanistisch gebildeten Bürger sind doch nicht verschwunden. Die philosophischen Fakultäten der Universitäten sind voller Studenten.

Heinzlmaier: Die sind nicht ausgestorben, aber sie werden an den gesellschaftlichen Rand gedrängt. Sie spielen in den öffentlichen Diskursen keine Rolle mehr. Gilles Deleuze sagt, der Neoliberalismus sei wie ein Gas, das in die Köpfe, ins Denken der Menschen eindringt. Dieses Gas sorgt dafür, dass man nichts mehr durch einen philosophischen oder kulturwissenschaftlichen Diskurs legitimieren kann, sondern durch einen ökonomischen. Für Politik und Wirtschaft spielen Philosophen überhaupt keine Rolle mehr. Den Sloterdijk lädt man sich mal für einen interessanten Abend ein, aber was er sagt, ist dem Siemens-Vorstand völlig egal.

Leserkommentare
  1. hierbei zwängt sich ein legendäres Interview mit Diffurth auf..

    vorallem die 10 Prozent postmaterialisten heuchelt eine moralische Fürsorge, die sie in ihrem eigenen Handeln nie einhält..leider ist dies symptomatisch für die grüne Bewegung und für die grüne Partei

    http://www.youtube.com/wa...

    man gibt sich ökologisch korrekt,fährt Fahrrad und ist für Integration.Allerdings meldet man die Kinder in einem anderen Stadtteil an , um - und das ist leider die Wahrheit- die Kinder nicht mit ausländischen Kindern in einer Klasse zu sehen..
    an dieser heuchlerischen Verhaltensweisen der bildungsaffinnen Mittelschicht ,geht letzlich das ganze grüne Projekt kaputt..

    und es ist die Pflicht der wahren Elite, die sich schon lange von dieser beamtenklientelpartei entfert hat, auf diesem Misstand hinzudeuten..

    19 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • hairy
    • 19. August 2013 23:14 Uhr

    1. Grüne so über einen Kamm zu scheren.
    2. Es ist auch einfach schwer, sein Kind auf eine schlechtere Schule zu schicken.
    3. Eine bessere Bildungspolitik und Wirtschaftspolitik "in moralischem Sinne" würde ja auch die Schulen besser machen, darf man annehmen. Aber da haben die Grünen nicht genug Wähler für.

    Einer, der (dennoch) nicht die Grünen wählt.

    ... ob jemand sein Kind in einem anderen Stadtteil anmeldet oder gleich in einem anderen Stadtteil zieht, wo es erst gar keine Kinder aus bildungsfernen Schichten zu sehen bekommt? Es geht meistens gar nicht gegen Ausländer- oder Migrantenkinder, sondern um das Lernniveau der Schule und der Mitschüler ... gegen "Türkenkinder" aus gebildetem Elternhaus mit halbwegs akzentfreier Aussprache in der Schulklasse haben die wenigsten etwas. Das sind vermutlich auch nicht diejenigen, die Angehörige der deutschen Minderheit mobben.
    Problematisch ist es lediglich, wenn "gesellschaftlich" für längere gemeinsame Erzehung plädiert wird und individuell das Gegenteil praktiziert wird (gern versteckt hinter speziellen Bildungszweigen wie Waldorf- oder Montessorischule, Waldkindergarten etc.)

    • Kauri
    • 20. August 2013 10:19 Uhr

    Alle totalitären Systeme sind dadurch gekennzeichnet, dass die Kinder dem Staat gehören. In der gleichen Weise wurde das bei den Nazis und Kommunisten gehandhabt! Da stand je nach Betrachtung die Volksgemeinschaft oder das Kollektiv im Zentrum! In einer individuell basierten Gesellschaft, ist das Gott sei Dank nicht der Fall. Ich habe immer versucht, für meine Tochter das Optimum herauszuholen. Mir liegt die Familie bzw. die eigene Brut sehr viel näher, als das Kollektiv. Ich empfinde das als natürlich. Zur Ausbildung und Sozialisierung gehört dann natürlich auch der Kontakt mit der Welt. Also habe ich meine Tochter in Ferienlager geschickt, wo es schön durchmischt war. Sie ist auch als Schülerin im Altersheim arbeiten gewesen , um ihren Beitrag zum Führerschein zu verdienen, den ich ihr hätte leicht finanzieren können. Aber bei der Schule kannte ich keinen Pardon. Lieber hätte ich sie außerhalb unseres Wohnortes zur Schule gehen lassen, als sie zu einem Versuchs-Kaninchen für linke Multi-Kulti-Sozialisierung auf Kosten der Intellektuellen Förderung werden zu lassen! Freunde von uns schicken ihre Mädchen ein Jahr nach Irland, damit sie mal erleben, was Disziplin bedeutet! Die Deutschen Schulen sind in vielen Bereichen heute so runter gekommen , wie die Deutsche Bahn! Die Rütli-Schule in Berlin, ist (war) doch nur die Spitze des Eisbergs!

  2. Das von Heinzlmaier zitierte kapitalistische System mit allen verfügbaren Mitteln zu befördern, hat seit jeher und somit auch künftig zur Folge, sich gleichsam mit wehenden Rockschößen in die Kohorten der Verlierer unter der Bevölkerung einzureihen. Insofern besteht die Notwendigkeit darin, die gesellschaftlich dazu nach wie vor existente Alternative analytisch herauszuheben, wenn einem selbst daran gelegen ist, dem eigenen Leben die Perspektive des Gewinns nicht aus Gründen ohnehin dadurch verbotener Eigenmacht heraus vorzuenthalten. Anstatt also in dieser überaus falschen Frontstellung zu verharren, fordert jeder Tag aufs Neue dazu auf, sich schlicht davon zu verabschieden; wobei solches Scheiden noch niemals wehtat. Im Gegenteil.

    6 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich stimme Ihnen ja zu, dennoch, Sie machen es einem als Leser nicht leicht.

    Ich denke, man muß sich entscheiden, was ist wichtiger, die Botschaft oder der ungewohnt elaborierte Sprachduktus?

    Die Fragen lauten doch, ist Sprache ein Mittel zur Verständigung oder ganz banal ein Instrument der Distinction.

    Ist es sinnvoll, wenn die Verpackung den Inhalt erschlägt?

  3. ist bekannt dass Systeme welche in permanenter Verteidigungs- und Angst zuständen leben nicht wachsen können da ihre ganze Energie der Verteidigung gilt.
    Ein solches Zellsystem wird destruktiv und evtl. auch krank, verbraucht mehr Energie wie es erzeugt. Es braucht sich selber auf.

    18 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Na wenn Sie schon die Biologie bemühen, dann erwähnen Sie aber auch, dass biologische Organismen permanent an der Erhaltung des "Ungleichgewichtszustands" arbeiten, denn Gleichgewicht (im thermodynamischen Sinne) bedeutet Tod. Eine gewisse Form externen Stresses benötigt jeder Organismus zum Überleben. Stellen Sie sich mal vor, wir würden nur noch im Bett liegen. Da degenerieren wir aber ganz schnell. Also müssen wir unsere Muskelzellen anregen, verletzen, damit sie wachsen, zumindest aber nicht abbauen. Permanenter Stress dagegen, da haben Sie recht, der ist auf Dauer auch tödlich.

    Mich stört allerdings dieses regelmäßige Markt-Bashing, so als sei der Markt per se etwas schlechtes. Er ist nicht einmal ein konstruiertes System, sondern nur das Resultat der Interaktion aller beteiligten (und unbeteiligten) Akteure innerhalb eines sozialen Gefüges. Was uns kaputt macht (und was die Wirtschaft langfristig der eigenen Grundlage beraubt) sind falsch konstruierte Unternehmen und Produkte, die auf einem Übermaß an Verschwendung beruhen: Verschwendung menschlichen Innovationspotenzials und Verschwendung materieller Resourcen. Auf diese Weise arbeiten wir alle einem Gleichgewichtszustand entgegen und irgendwann stagniert die Wirtschaftsleistung, weil nicht mehr genügend Ressourcen extrahiert werden können (Menschen lassen sich nur bis zu einem gewissen Grad ausbeuten und Rohstoffe sind limitiert)

    Wir könnten auf jeden Fall noch eine Menge von biologischen Prozessen lernen.

    ... und das System, das Sie beschreiben, ist leider der einzelne Mensch.

    Die Arbeitsbedingungen werden immer härter, die Menschen kränker, dadurch die Arbeitsbedingungen nach ökonomischer Logik noch härter, da der Arbeiskraftverlust durch mehr Arbeit Anderer kompensiert werden muss. Ein Hamsterrad betriebswirtschaftlicher Logik.

    Früher waren die Dinge dem Mensch untertan, heute ist der Mensch den Dingen untertan.

  4. vielen Dank dafür!
    Ich konnte einige Erkenntnisse daraus gewinnen, vor allem weil es die sogenannte Politikverdrossenheit und die Situation der spanischen Jugendlichen gut erklärt.

    ein Highlight für mich ist: "Weil man als blöder (=ungebildeter) Mensch gut leben kann, solange die wirtschaftliche Situation gut ist."

    Die Manipulierten erkennen eben nicht, dass sie manipuliert (und ausgenutzt) werden.

    27 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Die Manipulierten erkennen eben nicht, dass sie manipuliert (und ausgenutzt) werden." Doch, erkennen sie.
    Aber sie haben kapituliert/resigniert.

    Die fehlende Zeit und der entsprechende Druck sichern diese Reaktion.
    Denn wer aus dem Kreislauf austritt, ist sowohl finanziell als auch sozial sofort draußen.

    • mcking
    • 20. August 2013 13:33 Uhr

    Dumm sein und Arbeit haben! Das macht das Leben so einfach - und einfach glücklich :)

  5. Na wenn Sie schon die Biologie bemühen, dann erwähnen Sie aber auch, dass biologische Organismen permanent an der Erhaltung des "Ungleichgewichtszustands" arbeiten, denn Gleichgewicht (im thermodynamischen Sinne) bedeutet Tod. Eine gewisse Form externen Stresses benötigt jeder Organismus zum Überleben. Stellen Sie sich mal vor, wir würden nur noch im Bett liegen. Da degenerieren wir aber ganz schnell. Also müssen wir unsere Muskelzellen anregen, verletzen, damit sie wachsen, zumindest aber nicht abbauen. Permanenter Stress dagegen, da haben Sie recht, der ist auf Dauer auch tödlich.

    Mich stört allerdings dieses regelmäßige Markt-Bashing, so als sei der Markt per se etwas schlechtes. Er ist nicht einmal ein konstruiertes System, sondern nur das Resultat der Interaktion aller beteiligten (und unbeteiligten) Akteure innerhalb eines sozialen Gefüges. Was uns kaputt macht (und was die Wirtschaft langfristig der eigenen Grundlage beraubt) sind falsch konstruierte Unternehmen und Produkte, die auf einem Übermaß an Verschwendung beruhen: Verschwendung menschlichen Innovationspotenzials und Verschwendung materieller Resourcen. Auf diese Weise arbeiten wir alle einem Gleichgewichtszustand entgegen und irgendwann stagniert die Wirtschaftsleistung, weil nicht mehr genügend Ressourcen extrahiert werden können (Menschen lassen sich nur bis zu einem gewissen Grad ausbeuten und Rohstoffe sind limitiert)

    Wir könnten auf jeden Fall noch eine Menge von biologischen Prozessen lernen.

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • 2b
    • 20. August 2013 1:47 Uhr

    ob Euro oder DMark,

    sondern eine grundsätzliche Frage zu (dynamisches Gleichgewicht?) Ausgleichshandlungen in Ethikkonsens in globaler Wirksamkeit im 21. Jahrhundert
    (Was _ an Uns _ eine Menschheit des 22. Jahrhunderts 'outdated' fände, können Wir nicht erdenken _ auch nicht in MöglichkeitenSzenarien?) ???

    ... passen sich die jungen Menschen also an das 22. Jahrhundert an ( ... das wäre dann die Kritik an heutigen Vorbildern für glückliches MarktLeben? ) ???

    [zu weiteren vorKommentaren: Energieverbrauch als Selektionskriterium?
    Da sollte der vorwitzige Rechner dieses Universum aussortieren?
    Der Allmächtige scheint andere Pläne zu haben, als eine fanatisierte 'BWL' Gemeinde _ da riete ich zu Mäßigung ??? ]

    • 2b
    • 20. August 2013 10:05 Uhr

    noch eine anForderung, welche für die Jüngeren in den 1960ern und 1970ern noch nicht so deutlich wird, wären die Entwicklungschancen der sich vergrößernden Weltbevölkerung?

    http://de.wikipedia.org/w...

  6. ist ein tolles moralisches Alibi. Warum vertrauen wir nicht der, oft sehr leisen, Stimme in uns, die sagt was richtig und falsch ist?

    10 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Puka
    • 19. August 2013 22:18 Uhr

    nicht besonders verlässlich ist, leicht zu manipulieren, kulturell geprägt, emotional beeinflusst, und oft ziemlich dämlich.

    Im ernst, ich fürcht emich vor einer Gewissensethik, durchaus aus den oberen Gründen, weil zuviele Menschen gar nichts dagegen haben, wirklich schlimme Dinge zu tun.

    • Morein
    • 19. August 2013 22:11 Uhr

    „Als ich fünf war,hat meine Mutter mir immer gesagt,
    das es das wichtigste im Leben sei glücklich zu sein.

    Als ich in die Schule kam,baten sie mich aufzuschreiben
    was ich später einmal werden möchte.
    Ich schrieb auf: „glücklich“.

    Sie sagten mir,ich hätte die Frage nicht richtig verstanden,
    und ich antwortete ihnen,das sie das Leben nicht richtig
    verstanden hätten“
    John Lennon

    34 Leserempfehlungen
    • Puka
    • 19. August 2013 22:18 Uhr

    nicht besonders verlässlich ist, leicht zu manipulieren, kulturell geprägt, emotional beeinflusst, und oft ziemlich dämlich.

    Im ernst, ich fürcht emich vor einer Gewissensethik, durchaus aus den oberen Gründen, weil zuviele Menschen gar nichts dagegen haben, wirklich schlimme Dinge zu tun.

    10 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Wissenschaft"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Worauf soll eine persönliche Ethik denn aufbauen, wenn nicht auf dem Gewissen?
    Auf Kosten-/Nutzen-Rechnung etwa?
    Man kann ja trotzdem externe Quellen heranziehen. Einiges (nicht alles, sage ich subjektiv) aus den 10 Geboten, Bergpredigt, Grundgesetz usw. ist da gut geeignet.
    Aber z.B. im Grundgesetz stehen auch Sachen wie:
    - "Vorschulen bleiben aufgehoben." (Art. 7 Abs. 6)
    - "Alle deutschen Kauffahrteischiffe bilden eine einheitliche Handelsflotte." (Art. 27)
    Leider haben meine Anträge im Piraten-Liquid Feedback, diese historischen Sperrgüter zu novellieren, nicht genug Unterstützung bekommen :-(

    • Frans
    • 21. August 2013 1:36 Uhr

    «Im ernst, ich fürchte mich vor einer Gewissensethik»

    Demnach müssten Sie sich permanent vor sämtlichen bürgerlichen Politikern fürchten. Wie halten Sie das nur aus? Diese sind ja bekanntlich ausschließlich ihrem Gewissen verpflichtet - das allerdings in Form und Inhalt einer Geldbörse gleicht.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service