Exzellente Lehre Keine reinen ForschungsprofessurenSeite 3/3

ZEIT ONLINE: Mit welchen weiteren Programmen fördern Sie die Lehre?

Kunst: Wir haben ein Junior und ein Senior Teaching Programm. Ersteres zielt auf die Doktoranden. Die Teilnehmer werden parallel zu ihrer wissenschaftlichen Qualifikation in der Lehre geschult und erhalten darüber auch ein Zertifikat. Das Senior Teaching Programm richtet sich an neu berufene Professoren und Post Docs, denen wir Weiterbildung on demand anbieten. Durch Betreuung und Coaching finden wir heraus, in welchen Bereichen Bedarf besteht und legen dann ein zugeschnittenes Programm auf. Wir setzen hier an, weil der Wechsel an Personal enorm hoch ist. Schwerpunkt ist gemeinsam zu lernen, wie man moderne und neue Studiengänge aufsetzt, wie man Module gestaltet und aufeinander abstimmt.

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ZEIT ONLINE: Welche Tradition hat gute Lehre an der Uni Potsdam?

Kunst: Die Uni Potsdam ist mit 20 Jahren eine junge Universität, das ist ein Vorteil. Als ich vor drei Jahren Präsidentin wurde, stellte ich fest, dass gute Lehre für die absolute Mehrzahl der Hochschullehrer selbstverständlich ist. Dementsprechend berufen wir auch. Es ist ein Qualitätskriterium, dass neue Professoren die Lehre sehr wichtig nehmen.

ZEIT ONLINE: Wie überprüfen Sie, ob das tatsächlich der Fall ist?

Kunst: Bei der Vorbereitung von Berufungsverfahren besprechen wir, wie das wissenschaftliche Profil für eine neue Stelle aussehen soll. Die Lehre wird hier auch schon ganz konkret eingebunden. Natürlich spielt auch das Bauchgefühl in Gesprächen mit den Kandidaten eine Rolle. In aller Regel klappt das aber.

Die Fragen stellte Meike Fries

 
Leser-Kommentare
  1. Die University of Chicago ist stolz auf ihre achtzig Nobelpreisträger. Wenn Obama nach seiner Amtszeit auf den Campus zurückkehrt, wo er mehrere Jahre lehrte (sein Haus liegt gleich nebenan), dann könnten es sogar 81 werden. Die Exzellenz in der Lehre versteht sich dort übrigens von selbst.

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    • flows
    • 26.10.2009 um 18:40 Uhr

    Vielleicht lohnt sich ein Gedanke darüber, wie man die Exzellenz der Forschung überhaupt herstellen kann, denn von alleine wird niemand schlauer. Durch "Exzellenz in der Lehre" wäre doch ein weg - gut ausgebildete Studenten sind vielleicht eher in der Lage, auch ausgezeichnete Forschungsergebnisse zu erbringen.
    So sind Forschung und Lehre doch eigentlich zwei Seiten derselben Medaille- sie ergänzen sich gegenseitig. Warum also nicht mit bei der Lehre ansetzen und junge Talente fördern (auf die ja mit Klimawandel, Staatsverschuldung und wachsender Ungleichheit schwere Probleme zukommen) anstatt mit Millionen um berühmte Professoren zu kämpfen? Die Exzellenz der Forschung könnte sich von selbst ergeben.

    • flows
    • 26.10.2009 um 18:40 Uhr

    Vielleicht lohnt sich ein Gedanke darüber, wie man die Exzellenz der Forschung überhaupt herstellen kann, denn von alleine wird niemand schlauer. Durch "Exzellenz in der Lehre" wäre doch ein weg - gut ausgebildete Studenten sind vielleicht eher in der Lage, auch ausgezeichnete Forschungsergebnisse zu erbringen.
    So sind Forschung und Lehre doch eigentlich zwei Seiten derselben Medaille- sie ergänzen sich gegenseitig. Warum also nicht mit bei der Lehre ansetzen und junge Talente fördern (auf die ja mit Klimawandel, Staatsverschuldung und wachsender Ungleichheit schwere Probleme zukommen) anstatt mit Millionen um berühmte Professoren zu kämpfen? Die Exzellenz der Forschung könnte sich von selbst ergeben.

    • flows
    • 26.10.2009 um 18:40 Uhr

    Vielleicht lohnt sich ein Gedanke darüber, wie man die Exzellenz der Forschung überhaupt herstellen kann, denn von alleine wird niemand schlauer. Durch "Exzellenz in der Lehre" wäre doch ein weg - gut ausgebildete Studenten sind vielleicht eher in der Lage, auch ausgezeichnete Forschungsergebnisse zu erbringen.
    So sind Forschung und Lehre doch eigentlich zwei Seiten derselben Medaille- sie ergänzen sich gegenseitig. Warum also nicht mit bei der Lehre ansetzen und junge Talente fördern (auf die ja mit Klimawandel, Staatsverschuldung und wachsender Ungleichheit schwere Probleme zukommen) anstatt mit Millionen um berühmte Professoren zu kämpfen? Die Exzellenz der Forschung könnte sich von selbst ergeben.

  2. an meiner Uni in Deutschland hat sich nie irgendjemand dafür interessiert, was wir (Doktoranden/PostDocs) von der Lehre halten, und Verbesserungsvorschläge waren auch nicht erwünscht. Klare Vorgaben fehlten auch, z.B. was zu tun ist, wenn man einen Studenten beim Schummeln erwischt. Eine Evaluierung gab es nur für den gesamten Kurs, nicht für die einzelnen Lehrenden - und grade das hat mir in den USA sehr viel geholfen, weil man dort genau sehen konnte, wo man gut war und wo man sich verbessern mußte (was oftmals zu großen Überraschungen führte).

    • BerndL
    • 27.10.2009 um 23:01 Uhr

    Im Unterschied zu den USA hat die Qualität der Lehrveranstaltungen keine wirklichen auswirkungen für den Hochschullehrer. Vom Ergebnis der Evaluierungen hängen in den USA beträchtliche Gehaltssteigerungen ab- bei uns gar nichts.
    Ich habe selbst Evaluierungen bei uns erlebt- die meisten Fragen sind sinnlos und beschäftigen sich nur mir Nebensächlichkeiten (Sprechzeiten, Vorbereitungsmaterial etc). Die wichtigste Frage (ist die Vorlesung gut oder nicht?) wird meist gar nicht gestellt.
    Die msieten Aussagen im Interview sind Allgemeinplätze oder weltfremd.
    Ohne gute Forscher als Professoren kann es keine gute Uni geben.

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    wie wollen Leute, die üer keine Vergleichsmöglichkeiten verfügen, eine Vergleich vornehmen?

    Oder anders ausgedrückt: wie hätte in der DDR ein Ranking der Autos ausgesehen?

    Lada
    Skoda
    Wartburg
    Trabant

    Ok, da es ja auch einige Volvos (vom Politbüro) gab, hätte der Lada eine 3 bekommen, und der Trabbi eine 6, oder?

    Wenn es nur schlechte Vorlesungen gibt, dann verteilt man das Notenspektrum entsprechend... Nach meiner Zeit in den USA habe ich keiner Vorlesung in Deutschland mehr eine Note besser als 4 gegeben...

    wie wollen Leute, die üer keine Vergleichsmöglichkeiten verfügen, eine Vergleich vornehmen?

    Oder anders ausgedrückt: wie hätte in der DDR ein Ranking der Autos ausgesehen?

    Lada
    Skoda
    Wartburg
    Trabant

    Ok, da es ja auch einige Volvos (vom Politbüro) gab, hätte der Lada eine 3 bekommen, und der Trabbi eine 6, oder?

    Wenn es nur schlechte Vorlesungen gibt, dann verteilt man das Notenspektrum entsprechend... Nach meiner Zeit in den USA habe ich keiner Vorlesung in Deutschland mehr eine Note besser als 4 gegeben...

  3. wie wollen Leute, die üer keine Vergleichsmöglichkeiten verfügen, eine Vergleich vornehmen?

    Oder anders ausgedrückt: wie hätte in der DDR ein Ranking der Autos ausgesehen?

    Lada
    Skoda
    Wartburg
    Trabant

    Ok, da es ja auch einige Volvos (vom Politbüro) gab, hätte der Lada eine 3 bekommen, und der Trabbi eine 6, oder?

    Wenn es nur schlechte Vorlesungen gibt, dann verteilt man das Notenspektrum entsprechend... Nach meiner Zeit in den USA habe ich keiner Vorlesung in Deutschland mehr eine Note besser als 4 gegeben...

  4. Unis als kostengünstige Lehrprofessurmit erhöhten Deputat eingeführt werden soll, ist m.E. ziemlich bedenklich. Wer im Akkord lehrt, aber aus Zeitmangel nicht mehr forschen kann, wird (wie der Informatik-Lehrer in der Schule) auf lange Sicht nur noch längst überholte Ladenhüter-Inhalte bieten können. Wer exzellent forscht, sollte sich dagegen nicht zu fein sein, den wissenschaftlichen Nachwuchs an neuen Erkenntnissen teilhaben zu lassen.

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