Neue Studienplätze Planziel übererfüllt
Vorläufige Bilanz des Hochschulpakts I: Die Länder haben mehr neue Studienplätze geschaffen als mit dem Bund vereinbart war. Doch Nordrhein-Westfalen muss sich anstrengen.
Bund und Länder hatten 2006 vereinbart, für die geburtenstarken Jahrgänge 91.000 zusätzliche Studienplätze bis 2010 zu schaffen. Tatsächlich wurde der Pakt aber bereits im vergangenen Jahr mit fast 102.000 zusätzlichen Studienplätzen übertroffen. Das zeigt ein Zwischenbericht des Bundesbildungsministeriums für den Finanzausschuss des Bundestages.
Der Hochschulpakt II sieht eine Steigerung der Studienangebote in Deutschland um insgesamt 270.000 Plätze bis 2020 vor. Der Bund unterstützt die Länder beim Aufbau im Rahmen des ersten Paktes mit 565,7 Millionen Euro. Die Ausgaben dafür stehen jedoch beim Bund wie bei den Ländern noch unter Haushaltsvorbehalt. Die endgültige Bilanz des Hochschulpakts wird erst im kommenden Jahr auf Grundlage der Studierendenzahlen 2010 gezogen. Dann wird auch festgelegt, in welcher Höhe die Länder genau gefördert werden.
Als "besonders bemerkenswert" wird in der Vorlage herausgestellt, dass auch alle neuen Bundesländer die Zahl ihrer Studienanfänger deutlich steigern konnten, obwohl es im Osten wegen des Geburtenknicks nach der Wende einen deutlichen Rückgang bei den Abiturientenzahlen gibt. In Brandenburg stieg die Zahl der Studienanfänger um 33 Prozent.
Deutlich hinter der Entwicklung in den anderen Bundesländern liegt allerdings Nordrhein-Westfalen. Dort wurde laut Statistik bisher nicht einmal die Hälfte der bis 2010 vereinbarten 26.300 zusätzlichen Studienplätze geschaffen. Zwischen 2007 und 2009 gab es dort nur einen Zuwachs von 11.176 Plätzen.
Ulla Burchardt (SPD), Vorsitzende des Bildungsausschusses im Bundestag, nannte die hochschulpolitische Bilanz Nordrhein-Westfalens ein "reines Armutszeugnis".
Dazu sagte Landesbildungsminister Andreas Pinkwart (FDP) ZEIT ONLINE: "Die Zielmarke von insgesamt rund 26.000 zusätzlichen Studienanfängerplätzen wird im kommenden Studienjahr aller Voraussicht nach erreicht. Dass prozentuale Steigerungen weniger deutlich ausfallen in einem Bundesland, in dem jeder vierte Student in Deutschland eingeschrieben ist, versteht sich von selbst."
- Datum 22.01.2010 - 11:20 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, mf
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Die Frage ist wie die Bildungsminister auf diese Zahlen kommen, wenn sie es sich zurecht gerechnet haben wie sie es bei den Bildungsausgaben planen, dann prost Neujahr,
Ich merke leider der Zeit ebenso wie den restlichen Medien die starke Tendenz an, den Bologniaprozess und die Bildungsankündigungen von Bund und Ländern sehr gutgläubig nach zu plappern, hinterfragt wird nur in einer Minderheit der Artikel. Ich finde dies durchaus schade,
Als Diplom Student merke ich jetzt schon in einigen nachzuholenden Fächern wie diese im Bachelor zusammengestrichen wurden und in der selben Vorlesung weniger Stoff durchgenommen wird. Wenn die Verkürzung des Bacherlor am Ende nur durch ein senken des Nivaus erfolgt, (und danach sieht es zumindest an meiner TU aus) dann fände ich das sehr negativ und bin mir sicher das solch ein weg nicht ohne folgen bleibt.
Durch die letzte Matheprüfung bin ich zu recht durchgefallen, und nun merke ich, dass mir das meiste aus der neuen Bachelorvorlesung in der Prüfunggelingen würde einzig weil das Pensum gekürzt wurde. Das gibt mir kein gutes Gefühl.
ps: Ich Studiere Maschinenbau an einer der 3 Führenden Universitäten und gehöre zum letzten Jahrgang der auf Diplom Studiert, dadurch kriege ich sehr viel von der Umstellung mit und es ist wirklich nicht schön anzusehen.
...wäre das wohl auch nichts geworden mit der Prüfung...
"Dann wird auch festgelegt, in welcher Höhe die Länder genau gefördert werden."
Macht man erst eine Vorgabe, auf die man sich dann einigt (einigen muss!?), um dann später zu entscheiden, wie stark man diese Vorgabe fördert/finanziert.
Sollte dies die Vorgehensweise sein, dann erscheint mir das (vorsichtig ausgedrückt) nicht ganz korrekt .
Im letzten oder vorletzten Jahr vermeldete die Uni Freiburg strahlend, mehrere hundert neue Studienplätze geschaffen zu haben. Beim näheren Hinsehen stellte sich heraus, dass größenordnungsmäßig rund 200 neue Plätze für Erstsemester in Diplommathematik darunter waren. Meines Wissens studierten zuletzt eher rund 50 Erstsemester (geschätzt) dort Mathematik, nicht umsonst ist dieses Fach zulassungsfrei.
Sprich: Werden "neue Plätze" nur in Fächern geschaffen, die ohnehin regelmäßig deutlich weniger Bewerber als Plätze haben, ist das Ganze natürlich auch nur ein Witz.
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