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Für die jüdischen Studenten Tamir, Doron und Boaz ist ihre Religion nicht mehr als ein Ritual. Dennoch wollen sie mit Jewgether.org Juden auf der ganzen Welt vernetzen.

Der Student Tamir Einy hat mit Freunden die Website Jewgether.org gegründet

Der Student Tamir Einy hat mit Freunden die Website Jewgether.org gegründet

Dass am Sabbat für gläubige Juden Ruhepause ist, merke man auch an den niedrigen Klickzahlen, sagt Tamir Einy, 22. Knapp 600 Mitglieder hat seine Community Jewgether.org, eine Online-Bettenbörse nur für Juden. Aber nur rund 40 von ihnen sind von Freitagabend bis Samstag online.

Tamir, Student der Ingenieurwissenschaften am Technion in Haifa, betet zwar jeden Sabbat, hält sich ansonsten aber nicht strikt an die Regeln seiner Religion. Er wurde säkular erzogen, ist in keiner Gemeinde. Dennoch ist die Religion für ihn unverzichtbares Ritual, ein Zeichen der Zusammengehörigkeit, vor allem außerhalb Israels. Und er trägt einen Teil dazu bei.

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Im vergangenen Sommer ging Tamirs Website Jewgether.org online. Mitglieder finden hier kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten auf der ganzen Welt. Die Seite orientiert sich an ihrem großen Bruder Couchsurfing.com: Das Prinzip ist gleich, bis auf die jüdischen Angaben ähneln auch die Nutzerprofile denen der größten virtuellen Bettenbörse, die inzwischen mehr als eine Million Mitglieder hat. Auch Tamir besitzt bei dem Original einen Account, allerdings erst seit ein paar Monaten. Als er die jüdische Exklusivvariante gründete, hatte er noch nie online um einen Schlafplatz gebeten.

Die Idee für Jewgether.org entsprang weniger feurigen Idealen oder einer religiösen Mission als pragmatischen Überlegungen: Als er im Sommer 2008 mit Freunden einen Road-Trip von San Francisco entlang der Westküste der USA unternahm, suchten sie einen Schlafplatz im kalifornischen Santa Cruz. Sie kamen zu einer Synagoge, eine Familie lud sie spontan zum Sabbatessen ein. Zusammen saßen sie um den Abendbrottisch, die Eltern und ihre Kinder, die zwar nur gebrochen Hebräisch sprachen, aber alles über Israel wussten. Sie tranken Wein und redeten die ganze Nacht. Das Erlebnis hat Tamir nicht vergessen.

2008 begann er mit einer studentischen Projektgruppe an dem Konzept einer jüdischen Reise-Community zu tüfteln. Anfangs waren 20 Studenten beteiligt, sie gründeten eine Jewgether-Gruppe auf Facebook, die schnell mehrere hundert Mitglieder hatte. Doron Samish, 25, der in Tel Aviv Philosophie studiert, zweifelte an der Idee, stritt sich stundenlang mit Tamir: Warum nur für Juden? Müssen wir uns wirklich so ausschließen? Kapseln wir uns nicht immer mehr ab? Doch Doron ließ sich überzeugen, neben Tamir wurde er zu einem der Gründer von Jewgether.org. Zusammen mit Boaz, einem weiteren Freund, arbeiteten sie weiter an ihrer Idee und akquirierten Spenden von jüdischen Organisationen. Im Juni dann der Launch – und trotzdem: Skepsis blieb.

Leser-Kommentare
  1. "Was wäre mit einem gemeinsamen Projekt für Araber und Juden"

    Immer diese Harmoniebesessenheit gegen jeglichen Verstand! So ein Projekt wäre von Anfang an zum scheitern verurteilt. Fakt ist, dass Araber mit Juden nicht mal reden wollen, wenn sie es nicht unbedingt müssen und, dass sich Juden, verständlicherweise, unter Arabern nicht ganz sicher fühlen.

  2. ich würde die arabische jüdische seite begrüßen, viele kleine stücke ergeben ein ganzes...das heißt auch kleine projekte können was bewirken..
    ich muß auch sagen das ich viele menschen verschiedener nationalität kenne und das es meist nicht an den menschen selbst liegt sondern eher an den Regierungen und dessen politik(oft ist religion auch politik)..bestes Beispiel, ich kenne Juden die über die politik ihrer Regierung nur den kopf schütteln...
    deshalb sage ich immer ich liebe menschen...besonders frauen...;-)

    • Bikine
    • 22.10.2010 um 21:48 Uhr

    Hallo zusammen,

    ich finde das wirklich eine tolle Möglichkeit zu Reisen. Man lernt viele einheimische Menschen und die Bräuche kennen! Einfach toll! Die Gastfreundschaft der Menschen uns Deutschen ein Vorbild sein und die Genügsamkeit der reisenden auch!

    Viele Grüße,
    Bikine

    [...]

    Bitte verzichten Sie auf die Verlinkung zu kommerziellen Seiten. Danke, die Redaktion/fk.

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