Uni-Zulassung Einschreibchaos an den Universitäten geht weiter
Der Start ins Uni-Leben wird vielen Studierwilligen erschwert: Laut einer neuen Untersuchung dauert die Studienplatzvergabe in vielen Fällen immer noch viel zu lang.
Bund, Länder und Hochschulen hatten angekündigt, das Chaos bei der Studienzulassung zu beenden: Doch auch in diesem Wintersemester haben sich die Probleme bei der Studienplatzvergabe fortgesetzt.
Nach einer bislang unter Verschluss gehaltenen Erhebung der Kultusministerkonferenz waren vier Wochen nach Beginn des Vorlesungsbetriebes Anfang November immer noch "mindestens 18.000 Studienplätze" in begehrten Numerus-clausus-Fächern unbesetzt. Schuld daran waren demnach organisatorische Mängel.
An einzelnen Universitäten waren laut der Erhebung bis zu acht Nachrückverfahren erforderlich, die sich zum Teil weit in das laufende Semester hineinzogen. Dadurch werde bei den meist noch sehr jungen Studienanfängern "ein erfolgreicher Start ins Studium erheblich beeinträchtigt", heißt es in dem Papier.
Das gegenwärtige System zur Vergabe von Studienplätzen wird in dem Bericht weiterhin als "unbefriedigend" bezeichnet. Die Bewertung schließt auch die Nachvermittlung über eine Studienplatzbörse ein. Ziel müsse es sein, die Studienplätze bereits vier Wochen vor Vorlesungsbeginn zu vergeben, um genügend Zeit für die Wohnungssuche wie Umzugs- und Studienvorbereitung einzuräumen.
Seit nunmehr fünf Jahren beklagen sich Studenten über das jährliche Einschreibchaos an den Hochschulen. Länder und Bund hatten den Hochschulen in den Jahren 2003 und 2004 durch verschiedene Gesetzesänderungen die Auswahl und Einschreibung ihrer Studenten weitgehend selbst überlassen. Die Arbeit der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) in Dortmund wurde erheblich beschränkt. Nur noch die Studienplätze in Medizin und Pharmazie werden heute bundesweit von der ZVS vergeben.
Ein Grund für das Chaos ist die fehlende Koordination und Abstimmung der Hochschulen. Durch die möglichen Mehrfachbewerbungen kommt es immer wieder zu Doppeleinschreibungen, wodurch freie Studienplätze blockiert werden. Abhilfe soll künftig ein computergesteuertes "dialogorientiertes Serviceverfahren" schaffen, über dass sich Bund, Länder und Hochschulrektoren im März 2009 verständigt hatten. Es kann aber frühestens im Herbst 2011 seine Arbeit aufnehmen.
Die Hochschulrektorenkonferenz und ZVS hatten zum Wintersemester 2009/2010 eine Übergangslösung angeboten. Die sogenannte Studienplatzbörse sollte bei der Nachvermittlung freier Plätze helfen. Die Börse habe bei Studieninteressenten wie auch bei den Hochschulen ein "positives Echo" ausgelöst, heißt es in dem Bericht weiter. Seit dem Start im September 2009 habe es rund 400.000 Online-Zugriffe gegeben. "Das eigentliche Problem" der nicht abgeglichenen Mehrfachbewerbungen und langwierigen Nachrückverfahren habe die Studienplatzbörse "jedoch nicht beheben" können. An der Börse haben sich 163 der 187 staatlichen Hochschulen beteiligt, die Studienplätze mit örtlichen Zulassungsbeschränkungen anbieten.
- Datum 03.02.2010 - 12:24 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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...ist auch, dass die Studieninteressenten sich an 5 Universit??ten bewerben, die Einschreibquote dann aber irgendwo bei 25% liegt. Die ??brigen Pl??tze gehen dann in die Nachr??ckverfahren...
Da sollte doch eigentlich irgendein internet- und rechnergest??tztes Verfahren m??glich sein...
Auch die Studiengänge, die noch ausschließlich über die ZVS vergeben werden, ziehen oftmals Chaos bei der Vergabe nach sich.
Studenten, die über das sog. "hochschuleigene Auswahlverfahren" an Ihre Plätze kommen, erfahren teilweise erst 7 Tage vor Beginn des 1. Semesters von Ihrem "Glück".
Wenn man sich also nicht sehr sicher ist, genommen zu werden, kommt dann innerhalb von 7 Tagen die Wohnungs- und ggf. Arbeitskündigung, sowie Immatrikulation und Wohnungssuche auf die Studenten zu.
Ein Zustand, der einigen meiner Kommilitonen die Tränen in die Augen getrieben hat, da man bei der ZVS ja auch nur begrenzt Wünsche für den Studienort angeben kann, bzw. dadurch seine Chancen erheblich verschlechtert. Einige meiner Mitstudenten mussten weit über 500 km zurücklegen, um vom früheren Heimatort den Studienort zu erreichen.
Von den Nachrückern, die teilweise erst Ende Oktober zu uns stießen, die in einer so kleinen Stadt wie Homburg/ Saar kaum eine reelle Chance haben, eine manierliche Wohnung zu finden, mal ganz zu schweigen...
Auch das Vergabeverfahren der ZVS ist meiner Ansicht nach antiquiert, bzw. wenigstens überholungsbedürftig... Es muss doch eine Möglichkeit geben, Studienplätze eher, bzw. sinnvoller zu vergeben.
...ja die tollen Uni-Reformer in ihrem Elfenbeimturm (CHE und Co) meinten ja es wäre ganz wichtig, dass die Unis wie in GB und USA ihre Studierenden selbst aussuchen. Dabei war doch klar, dass dies in den Massenfächern nicht funktionieren kann. Wenn ich nicht sicher bin, einen Studienplatz zu bekommen (und will nicht Gefahr laufen, ein Semester zu verlieren), dann bewerbe ich mich eben bei 10 Unis. Bin ich besonders gut, bekomme ich im Zweifel 10 Zusagen und kann nur einen Studienplatz antreten. Die übrigen 9 Studienplätze werden dann im ersten Nachrückverfahren neu vergeben. Von den Glücklichen haben sich alle aber auch bei 10 Unis beworben, deshalb bleiben wiederum 5 Plätze unbesetzt, die dann im zweiten Nachrückverfahren vergeben werden...usw...usw. Oft kommt es dazu, dass letztlich jeder seinen Studienplatz bekommt, obwohl im ersten Durchgang der NC noch bei 1,5 lag.
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